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Neue Nacktschnecken der Südsee,

malaeologische Unt erSuchungen? = 4

von Tiwision Moalkar Dr. R. Bergh Sectional Library 9 a7

(Kopenhagen).

m In dem so reichhaltigen Museum Godeftroy fanden sich verschiedene neue oder wenig bekannte Formen von » Nacktkiemern. « Dieselben. zum grössten Theil aus den Einsammlungsen von Andrew Garrett und Dr. E. Graeftfe herrührend. wurden von Herrn ©. Godeftroy freigebig mit den angehörenden Notizen und Abbildungen zu meiner Verfügung gestellt. nur mit der Verpflichtung, die Untersuchungen im zu erscheinenden ‚Journal des Museums zu publieiren: sie werden somit nach und nach in den Heften des- selben erscheinen.

IB PHYLLIDIADAE.

Die Phyllidien wurden schon 1796 von Uuvier !) aufgestellt. von Lamarck und Bose in ihren nicht lange nachher erschienenen grösseren systematischen Arbeiten adoptirt. Das Geschlecht stand dessen ohn- geachtet sehr unvollständig: characterisirt da bis zu der erweiterten Kenntniss desselben, die aus einer in 1804 °) publieirten anatomischen Untersuchung von Cuvier hervorging. Auf derselben gestützt stellte Blamville ®) die Phyllidien als Typus einer eigenen Gruppe von Mollusken. der Inferobranchiaten, auf. welche von Cuvier in seinem kurz nachher (1817) erschienenen » Reene annimal:- (etwas unzweckmässig geändert) adoptirt wurde.

Die Gruppe der Phyllidien war wohl in neuester Zeit mit zwei neuen Geschlechtern bereichert worden. mit den Fryerien von Gray, nach einer unlängst bekannt gewordenen Art aufgestellt. und mit den Hypobranchaeen von Adams, die auf einer neuentdeckten Form gegründet waren. Die letzten werden wahr- scheinlich anderswo hinzubringen sein. *) und die Kenntniss der Gruppe stand somit fast ungeändert wie in den Zeiten von Cuvier, bis dieselbe vor einigen Jahren (1869). durch mich mittelst eines ziemlich um- fassenden. ‚meist ans den Einsammlungen von Dr. ©. Semper herstammenden Materiales einer eingehenden Revision 5) unterzogen wurde.

Diese Thiere sind in den allgemeinen Formverhältnissen den typischen Doriden und auch im inneren Bau einigermassen den Doridopsen ähnlich: sie zeichnen sich durch eigenthümliche Farbenzeichnung aus. An dem Rücken finden sich am mittleren Theile immer Erhabenheiten, die entweder in mehreren (3) Längsreihen oder im Q@uineunx-Figuren geordnet sind. Der breite Randtheil des Rückens dagegen ist immer mit Erhabenheiten «eziert. die dem Rande nach entweder radienartig oder parallel geordnet sind.

!) Sur un nouveau genre de Mollusque, Phyllidia. Bull. des se. par la soc. philom. I. p. 105.

?) Ann. du mus. V. p. 266—276.

®) Premiere classification. 1814.

Prodrome d’une nouvelle distribution systöm. du Regene animal. Journ. de physique. T. LXXXIIL. 1816. p. (244—267) 255. Bull. de la soc. philom. 1816. p. (113—124) 122.

#) Vgl. über dieHypobranchiaeen meine hierher gehörende (Phyllidia) Monographie (l. ce. p. 359). Ich habe übrigens vor mehreren Jahren einen einigermassen Doris-ähnlichen Mollusk aus dem atlantischen Meere beschrieben, das Geschlecht Corambe, das möglicherweise mit den Hypobranchiaeen identisch wäre (vgl. auch meine Beitr. zur Kenntniss der Moll. des Sargassomeeres. Vrh. d. zool. bot. Ges. in Wien. XXI. 1871. p. 1293—1297. Taf. XI, Fig. 21—27; T. XII. Fig. 1—11).

5) Bidrag til en Monographie af Phyllidierne. Naturhist. Tidsskr. 3 R. V. 1869. p. 355—542. Tab. NIVY—XXIV.

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SMITHSONIAY

MAY 1 3 1986 LIBRARIES

24

Vorne an dem Rücken. an der Spitze der zwei lateralen Längswülste, finden sich die Rhinophoröffnungen, an dem hinteren Ende der medianen die äussere Rectalöffnung, wenn dieselbe sich nicht (wie bei Fryeria) zwischen Rücken und Fusse, den Kiemenring unterbrechend, findet. An der Unterseite des (Rücken-) Mantels zur Seite übergehend finden sich die quergestellten Kiemenblätter, die zusammen gleichsam einen Ring bilden. der nur vorn durch den Kopf und in einer kleinen Strecke an der rechten Seite durch die Genital- papille unterbrochen ist. Innerhalb der äussern Analöffnung liegt die Analröhre und rechts an seinem Grunde der Nierenporus. Die Genitalpapille zeigt eine doppelte Oeffnung, eine äussere für das Vestibulum genitale (mit dem Penissacke und der Vagina) und eine innere für den Schleimdrüsengang. Der Fuss ist breit, niedrig, zum Kriechen gebildet, vorn gerundet.

Bine sehr feine Mundöffnung (der Aussenmund) leitet in die Mundröhre. Der Schlundkopf, eigen- thümlich gebaut, bildet einen Saugapparat: an der oberen Wand der Mundhöhle findet sich hinten die Oeffnung der Speiseröhre; keine Spur von Kiefern oder von Zunge. Die Speiseröhre ist sehr lang; in ihrer ersten Strecke diek, dann sehr dünn. Der Magen in der Leber ganz eingeschlossen. Die Speicheldrüse klein. unpaarig. Die Niere stark entwickelt. Die Geschlechtsorgane im Ganzen wie bei den Doriden: zwei Samenblasen:; die Phyllidien sind aber durch eine eigenthümliche Hakenbewaffnung des Penis

besonders ausgezeichnet.

Die Phyllidien gehören dem westlichen Theile des pacifiken Oceans, dem indischen und dem rothen Meere an. Sie sind apathische, träge, übelriechende (vel. 1. ce. p. 498, 512) Thiere, die besonders an Korallriffen oder an Fucoideen in der Nähe der Küsten angetroffen werden. Semper hat (bei der Ph. pustulosa) die Paarung gesehen (vel. 1. ce. p. 512): über die Entwicklung ist nichts bekannt.

Von der Gruppe. die vorläufig in drei generische Abtheilungen zu zerfallen scheint. ") sind sammt den neuen Formen die folgenden Arten bekannt: 1 Gen. Phyllidia (Cuv.). Beh. 1. Ph. varicosa. Lmk.

2. arabica. Ehrbe.

3: elegans, Beh.

4. fasciolata, Beh. (n.? sp.) 5. » rosans, Beh. n. Sp.

6. ocellata, Cuv.

fe annulata. Gray.

S. loricata. Beh. n. Sp.

9. ceylanica. Kelaart.

2 Gen. Phyllidiella, Beh. 1. Ph. pustulosa, Beh. 2. » nobilis, Beh. ar albo-nigra. Quoy et Gaim. 3 Gen. Fryeria, Gray. 1. Fr. Ruppelü, Beh.

', Vel. übrigens den Conspeetus l. e. p. 498—499.

1. Phyllidia rosans, Beh. n. sp.

Color fundamentalis dorsi nigerrimus. Dorsum parte media varicositatibus tribus longitudinalibus continuis roseis pervagatum, parte marginali eingulis tribus roseis ornatum. Rhinophoria ad basin et ante rosea. Podarium virescens. ;

Armatura penis fere ut in Ph. pustulosa, hamis compositis.

Hab. 0Oec. pacifieum (Tahiti, A. Garrett). Taf. IX, Fig. 1—4; Täf. X, Fig. 1—18.

Diese schöne Form wurde von Andrew Garret am Riffe bei Tahiti gefunden und ein Individuum dem Museum Godeffroy (Hamburg) übergeben. Der Besitzer desselben hat mir die Exvisceration dieses Individuums gestattet.

Den dem Museum übergebenen Notizen Garrett's zufolge ist das Thier »sehr selten«: er hat im allem nur drei Individuen sesehen: die Bewegungen desselben sind langsam (sluggish), und die Thiere riechen unangenehm.

Garrett zufolge hatte das dem Museum übergebene Thier im Leben eine Länge von 1®ı. Der, Figur und den Notizen Garrett’s zufolge ist die Farbe (Taf. IX, Fig. 1) des Rückens bei dem lebenden Thiere bleich rosenroth (pinky-flesh colour) und schwarz (deep velvet black) gewesen, im der Weise, dass ein breites rothes Band sich längs der Mitte vor der Gegend der Rhinophorien fast bis an den Anus erstreckt: zu jeder Seite von jenem, durch ein schwarzes Band von demselben geschieden, kommt ein fast ebenso breites rothes Band vor, das vorne (ganz wie bei anderen Phyllidien) an das Rhinophorium, hinten an den Anus stösst. Nach aussen von diesen drei rothen Bändern kommt ein continuirlicher elliptischer schwarzer Kreis vor, der vorne die zwei oben erwähnten schwarzen Bänder aufnimmt. Ausserhalb dieses schwarzen Kreises findet sich ein etwas breiterer von rother Farbe: bei dem untersuchten Individuum war dieser Kreis noch durch einen schmalen schwarzen Streifen von der Gegend der Rhinophorien ab ringsum in zwei parallele Ellipsen getheilt. Auf diesen rothen (Doppel-)Kreis folgt dann ein ähnlicher schwarzer, dann wieder ein rother: es folgt jetzt ein ganz schmaler schwarzer Kreis und der Rand selbst ist bleich (pale). Die Rhinophorien (Fig. 3) sind schwarz an der Hinterseite, vorn und unten röthlich (pinky-flesh). Die Analröhre ist bleich, weisslich. Die Unterseite des Thieres (Fig. 2) ist bleich grünlich - weiss (greenish-white). ;

Das in Aleohol aufbewahrte, schön erhaltene, nur ziemlich stark contrahirte und erhärtete Individuum hatte eine Länge von 32 bei einer Breite von 17 und einer Höhe bis 9 mm. Von der früheren Farbenpracht war niehts übrig, die Farben waren sammet-schwarz und weiss; der äusserste weisse Kreis war fast von derselben Breite wie die äussere Hälfte des inneren, die innere Hälfte desselben fast so breit als die lateralen Rückenbänder. Die Rhinophorien schwarz, vorne grau; die Spitze und die Aussenseite der Tentakel schwärzlich: der Kiemenkranz schwarz. Die Unterseite des Mantels sonst weiss: die Fusssohle gelblich-weiss, die obere Seite grau, am Rande weisslich.

Die Form des Thieres (Taf. IX, Fig. 1) ist länglich-oval, an beiden Enden etwa gleichmässig gerundet. Der Kopf wie bei anderen Phyllidien. Die Rhinophorien kräftig, tief perfoliirt, der Figur Garrett’s nach (Fig. 3) mit 19—20 sehr schief hinuntersteigenden Blättern: an dem untersuchten Individuum fast ebenso, mit 20—25, oben mit kleiner schiefer Endfläche. Die Tentakel der Figur und den Notizen Garrett's (Fig. 2) zufolge stark, etwas abgeplattet, zugespitzt: sie zeigten die gewöhnliche Furche an der Aussenseite. Der Aussenmund wie gewöhnlich als eine feine (Fig. 2) Spalte hervortretend. Der Körper von gewöhnlicher Form. Der Rücken in allen Richtungen etwas gewölbt. Die drei weissen (rothen) Längsbänder bei dem lebenden wie bei dem todten Thiere der Länge nach ziemlich Kantig

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(subaneular, Garr.) und etwas gerunzelt (rugose): das mediane vorne die lateralen ziemlich weit über- ragend, die lateralen hinten über das mediane hinaus verlängert (an dem von mir untersuchten Individuum beginnendes Verschmelzen des Hinterendes des medianen mit dem linken lateralen Bande). Der innere weisse (rothe) Kreis leicht gerunzelt und der äussere fast glatt, der Rand ganz glatt. Die Analgrube bei dem todten Thiere stark zusammengezogen. Die Analpapille (Fig. 4) conisch, etwa 1.5 mm. hoch. schwarz. mit länglicher einfacher Oeffnung, der ausdrücklichen Angabe Garett's zufolge sowie seiner Figur nach (Fig. 4) aber eingekerbt (crenulated at the orifice); an der rechten Seite der Analpapille findet sich die bis nahe zur Harnöffnung reichende Furche (Taf. X, Fig. 1). Der Mantel (Fig. 2) steht zu allen Seiten bis 3.5 mm. über den Fussrand hervor. Die Kiemenblätter sind zahlreich: vorne, wo die Kiemen- blätter sich den Tentakeln sehr nähern. sind sie ganz niedrig; sie sind im Ganzen kurz und nehmen allmählig gegen die Mitte des Körpers in Höhe und Länge zu, sie werden dann wieder allmählig kürzer und niedriger; die Kieme ist hinten in der Mittellinie nicht unterbrochen. Die Zahl der Kiemen- blätter schien an der linken Seite etwa 200 zu betragen. an der rechten war die Zahl wegen der Genitalpapille etwas geringer: vor der letzten kamen gegen 30 Blätter vor. Die Blätter waren bis 1.75 mm. lang und erreichten eine Höhe bis 0.8 mm.: sie waren ziemlich dünne, döch etwas steife. länglich- dreieckige Blätter. in beiden. besonders dem äusseren Ende etwas ausgezogen; sie alternirten in Grösse so, dass ein grösseres mit einem kleineren, mitunter mit zwei kleineren wechselt, die kleineren sind sowohl kürzer als niedriger. Vorn an der rechten Seite (etwa 7 mm. hinter dem Tentakel) fand sich die Genital- papille: sie war abgeplattet, von einem Diameter von etwa 1 mm.. mit den zwei gewöhnlichen Oeffnungen. (ler äusseren runden des Vestibulum genitale (mit Penissacke und Vagina), der inneren queren des Schleim- drüsenganges. Der Fuss von der Seite bis etwa 3.5 mm. hervortretend: vorn gerundet (Fig. 2) und etwas eingekerbt. das Vorderende sonst wie gewöhnlich (vgl. 1. e. p. 368): das Hinterende etwas stumpf zugespitzt: die Fusssohle etwa 27 mm. lang bei einer Breite bis 11.5 mm.

Die etwas niedergedrückte Körperhöhle ist. wie bei den Phyllidien sonst, von der in einem wurstförmigen Peritonaealsacke eingeschlossenen Eingeweidemasse erfüllt; jener ist in der (Gegend des Kopfes, an den Oeffnungen des Körpers und an den Seitenwänden befestigt, sonst liegt er ganz frei, die den Rücken und den Fuss bekleidenden Fascien (vel. 1. ce. p. 369) berührend. Die Fascia dorsalis wie gewöhnlich schwärzlich und viel stärker als die Fuss-Fascia. Der Peritonaealsack etwa 22 mm. lang bei einer Breite bis 6.25 und einer Höhe bis 5.> mm. Die Eingeweide schimmerten in gewöhnlicher Weise durch denselben hindurch: die obere Hälfte des Sackes war schwärzlich mit tiefschwarzen stern- förmigen Flecken und einzelnen tiefschwarzen Strichen. die untere Hälfte war dünner, graufärbie. Der Bau der Fascien war wie bei anderen Phyllidien (vel. 1. e. p. 388). und ebenso der der histologisch so ziemlich übereinstimmenden Peritonaealmembran.

Das Centralnervensystem wie gewölmlich in einer eigenthümlichen, zähen, ziemlich dicken sindesubstanzeapsel eingeschlossen. deren Verhältnisse wie bei anderen Phyllidien (vgl. 1. ec. p. 376) waren: letztere war wenig pigmentirt. Die Centralganglien ähnlich denen der typischen Art (Ph. varieosa, Lamarck). (lie Pedalganglien nur stärker hervortretend. und im Ganzen, wie es schien, etwas grösser. Die Länge der Cerebrovisceralganglien betrug etwa 1.16 mm. Das Gangl. olfactorium wie gewöhnlich (es fand sich kein Gangl. opticum). Die buccalen und gastro-oesophagalen Ganglien schienen sich wie bei der Ph. pustulosa zu verhalten.

Die Augen (Taf. X, Fig. 2) wie sonst ausser der Gehimcapsel liegend, in der Peritonaealmembran befestigt. wie gewöhnlich etwas länglich kugelig. von etwa 0,16 mm. grösstem Diameter:; die Linse hell horngelb. das Pigment kohlschwarz, und ein ähnlicher Pigmentstrich zog sich wie bei der Ph. varicosa durch die grösste Länge des N. optiens hin (Fig. 2a). Die Ohrblase wie gewöhnlich an dem äusseren

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Theil des eigentlichen Hirmmknotens liegend, von etwa 0,14 mm. Durchmesser: mit schwach gelblichen. rundlichen und ovalen Otokonien von einer Grösse bis 0.016 mm. strotzend erfüllt. Die Blätter der Rhinophorien wie bei anderen Arten (vel. 1. c. p. 383) mit ausserordentlich zahlreichen Kalk-Stäbchen (Taf. X. Fig. 4) versehen; die Stäbchen jedoch selten einen grösseren Durchmesser als etwa 0.0127 mm. erreichend; unter diesen langen Stäbchen kamen einzelne noch mehr verlängerte vor. die aus der Axe der Rlhinophorien sich in die Blätter hinein fortsetzten; jene war nämlich noch stärker und in der unregelmässigsten Weise mit Stäbchen ausgesteuert. Die Höhle, durch welche der N. olfactorius heraufsteigt. sehr eng. Die Tentakel schienen keine Höhlung zu enthalten; in der Substanz derselben eine Unzahl von Stäbchen, den oben erwähnten ganz ähnlich, oft in der Art geordnet, dass sie, in unregelmässigen Bündeln gelagert. kleinere Maschenräume begrenzten: die Furche der Aussenseite zeichnet sich durch keinen besonderen Bau aus. Die Gegend der Mundöffnung und die Innenseite der vom Vorderrande des Fusses an die Tentakel hinaufsteigenden Falte zeigten eine zierliche Bekleidung mit grossen (Diameter etwa 0.04 bis 0.06 mn.). klaren, ovalen oder polygonalen, mit kleinem Kerne versehenen Zellen (vel. 1. ce. p. 384).

Das Stroma der Haut und die subeutane Bindesubstanz sind, wie schon die Berührung besonders der Unterseite des Mantels zeigt, in ganz ausserordentlichem Grade mit Stäbchen (Spielen) ausgestenert, die entweder, und zwar am meisten, zusammenhängende (Fig. 6) Lager bilden oder (Fig. 3), wie oben erwähnt, wie Maschenräume umschreiben. Die Hautstacheln sind übrigens (Fig. 7. 8) denen anderer Phyllidien ähnlich (vel. 1. e. p. 386); sie erreichen eine Länge von 1 mm. und einen Querdurchmesser von 0,1 mm. (0.16 mm.): im Ganzen schienen die grössten und dieksten in der Unterseite des Mantels vorzukommen: die kleinsten. deren Durchmesser meistens nur etwa 0.0036 mm. betrug. kamen in der Haut senkrecht stehend (Fig. 5) vor. An Schnitten der Seitenwände des Körpers zeigten sich dieselben sehr stark durch Stäbchen erhärtet und abgesteift, die meistens schräge und der Länge nach liegen. In dem Fusse kamen ähnliche eben so stark entwickelt vor, besonders gegen die obere Seite desselben und mit senkrecht emporsteigender, mitunter wie baumartiger Ausbreitung.

In der die Organe verbindenden und umhüllenden Bindesubstanz kamen hie und da Stäbchen vor. fast immer von geringer Grösse: in der Capsel des Oentralnervensystems fehlten sie auch nicht.

Die Mundöffnung ist, wie oben erwähnt, sehr fein, nimmt nur ein dünnes Pferdehaar auf. Die Mundröhre (Fig. 10 a) stärker als gewöhnlich, etwa 3,5 mm. lang. hinten etwas erweitert und trichter- artig das Vorderende des Schlundkopfes umfassend, daselbst etwa 2.5 mm. hoch bei einer Breite von etwa > mm.; die obere Wand ganz vorne eine tiefe Furche, sonst einen gerundeten Kiel bildend (Fig. 11 a): die Wände überall weisslich, sonst fast glatt, nur in dem hintersten Viertel mit starken Kreisfalten. Die Bindesubstanz-Umhüllung weniger reichlich als bei anderen Arten, und der Kragen am oberen Ende des Mundrohres mit sammt den Mm. protrusores bulbi nicht deutlich entwickelt, dagegen andere am Vorderende der Mundröhre. Der Schlundkopf gross und kräftige: die Länge etwa 5.5 mm. betragend bei einer Höhe und Breite von 5 mm.; die Länge des Schlundkopfes beträgt also (wie auch bei anderen Phyllidien) etwa Vs der Körperlänge des Thieres. Die Form war (Fig. 10) ebenso auffallend und asymmetrisch wie bei anderen untersuchten Arten, die Farbe weisslich gelb. Die Grundform birnförmig, das spitze Ende gegen vorne und unten stehend; die obere Fläche gegen vorne schräg abfallend. die untere flach, die Seiten gerundet; das Hinterende schräge von oben gegen unten und vorne und von der linken Seite gegen vorne und rechts gehend. Die Bindesubstanz-Umhüllung des Schlundkopfes weniger stark und fast gar nicht schwarz pigmentirt. Im Baue stimmte der Schlundkopf im Ganzen näher mit den Phyllidiellen (Ph. pustulosa); dieselben Kleinen und grösseren (bis 2,5 mm. langen), unregelmässigen, zusammengedrängten. von gegenseitigem Drucke oft kantigen. gestielten (mit Stielen von einer Länge bis etwa 1.5 mm.) Lappen

[D)

zeigend, die den dieken Theil der Speiseröhre deekten (vgl. 1. ec. p. 465—470); der unterliegende Boden ist aber (wie der Schlundkopf) im Ganzen von weisslich gelber Farbe. Die gewöhnlichen zwei starken (etwa 6 mm. langen) Mm. retractores bulbi inserirten sich seitwärts an der oberen Fläche, vor ihrer Mitte, an der Wurzel der Speiseröhre: diese Insertion war wie gewöhnlich geklüftet (Fig. 10 bb): die hintere Insertion der Muskel wie gewöhnlich an der Fascia dorsalis und dem Rücken. Nachdem die Mundröhre der Länge nach an der Unterseite gespalten ist (Fig. 11). zeigt sich dieselbe. wie bei den Phyllidien gewöhnlich. in die Mundhöhle fast unmittelbar übergehend. Von der oberen Wand dieser letzteren (Fig. 11 e) ragt ein unregelmässiger. von mehreren Längsfurchen durchzogener Wulst hervor. dessen Vorderende sich von der Wand gelöst zeigt, während er hinten am Boden der (im Ganzen etwa 3.75 mm. langen) Mundhöhle endigt; hinter der Mitte der Längenfurche des Wulstes in einer Erweiterung derselben liest (Fig. 11 b) die Oeffnung der Speiseröhre am Ende eines schräge (etwa 1.2 mm.) hervortretenden. etwas abgeplatteten, kurzen Cylinders. Die Wände der Mundhöhle sind durchgehends weisslich.

Die Speiseröhre beginnt, wie oben erwähnt, mit einem intrabulbösen Theile (Fig. 12b). der sich an der oberen Wand der Mundhöhle öffnet (Fig. 12a), schräge, von den erwähnten Lappen und Läppehen verdeckt, und zwischen den Insertionen der beiden Retractoren hinaufsteiet und mit seinem hintersten Theile an der Oberfläche des Schlundkopfes (Fig. 10 ce) hervortritt. Dieser Theil der Speiseröhre ist weisslich, kräftie, im Ganzen von einer Länge von etwa 4 mm. bei einer Dicke von etwa 1.25 und einer Breite von beiläufig 1,5 mım.; auch an Durchschnitten zeigt sich das diekwandige Rohr rundlich-dreieckig (mit einer Furche an den zwei Seiten), die Liehtung dreieckig, die innere Bekleidung ein schönes Epithel. Der dünnere Theil der Speiseröhre (Fig. 12 c—d) ist vom dickeren (Fig. 10 e) scharf geschieden; an seinem Grunde ein wenig dicker, erhält er dann durch seine ganze Länge (von im Ganzen etwa 16mm.) dieselbe Dieke von etwa 0.5 mm.. ist von weisslicher Farbe; die Wände sind bedeutend dünner, die Lichtung rund. In dem dickeren Theile der Speiseröhre fand sich eine geringe Menge von unbestimmbarer thierischer Masse, der dünnere Theil schien leer. Die Speiseröhre, die in ihrer letzten (Fig. 12 e) Strecke (von etwa 2 mm.) von der Leber umschlossen ist, geht mit einer Erweiterung in den Magen über. Derselbe erstreckt sich. wie bei anderen Phyllidien, fast durch die ganze Länge der Leber (mit der runden Lichtung bis etwa 1,5 mm. Diam. messend), an den Wänden sich überall in verschiedene Hohlräume und Vertiefungen fortsetzend. Die Höhle war leer. Der Darm, wie gewöhnlich. aus dem mittleren Theile des Magens ganz links entspringend: er beschreibt den gewöhnlichen Bogen vor dem Pericardium, geht dann rückwärts längs der rechten Seite der Harnkammer, unter der Nierenspritze und weiter bis an das hintere Ende der Eingeweidemasse:; wird dann frei, steigt als Rectum an und durch die Analröhre hinauf. Die ganze Länge des Darms betrug bis an die letzte etwa 13 mm. Die erste Strecke des Darmes ist zwiebelartig (bis zu einer Breite von 1.3 mm.) erweitert, die übrige Strecke bewahrt eine Breite von etwa 1—1.2 mm.: die Farbe des Darmes war bis an den Anfang der Darmkrümmung gelblich, durch die übrige Strecke gran und mit starken schwarzen Längsstreifen gezeichnet, die von den Längsfalten der Innenseite hervorgebracht wurden. Von stärkeren solchen wurden etwa 10—12 gefunden, die sich durch fast die ganze Länge des Darmes continuirlich fortsetzten; die Zahl der Falten im Pylorustheile des Darmes war grösser. Die Darmhöhle war leer.

Die Speicheldrüsen-Masse zeigte sich, wie gewöhnlich, als abgeplattet länglich-viereckig. mit gelappten Rändern, gelblichweiss; ein Ausführungsgang konnte nicht nachgewiesen werden.

Die Leber wie gewöhnlich bei Phyllidien, die Länge betrug 13 mm.: das Verhältniss zum Magen sowie zur Zwitterdrüse und Niere wie bei der typischen Phyllidia (vel. 1. e. p. 405).

Das Pericardium wie bei anderen Formen, ebenso das Herz: die Kammer (in schlaffem Zustande) von einer Länge von fast 3 mm., die zwei Atrium-Klappen schön halbmondförmig. Die Aorta anterior wie gewöhnlich (vgl. 1. e. p. 410, 476), in der oberen Wand der Urinkammer liegend: die Fortsetzung

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vorwärts wenig pigmentirt. Die Venae hepato-pediaeae, die Venae hepaticae, der Sinus cireumpediaeus, der Sinus eireumdorsalis und die Venulae branchiales schienen wesentlich wie bei der typischen Phyllidia.

Der Bau der Kiemenblätter wie bei jener.

Das Nierensystem konnte fast vollständig wie bei anderen Phyllidien nachgewiesen werden. Die Nierenspritze an gewöhnlicher Stelle, kurz birnförmig., etwa 0.5 mm. lang, von gewöhnlichem Baue. Der Nierenspritzengang fast ganz wie bei der Ph. pustulosa, nur (wenigstens bei dem untersuchten Individuum) längs der Mitte der Harnkammer laufend und, wie es schien, kürzer. Die Harnkammer wie bei der Ph. pustulosa weit, vor der Gegend des Vorderendes der Leber bis 2 mm. breit, in der Nähe der Nierenspritze bis 3.2 mın.; hinten wie gewöhnlich in den Harnleiter übergehend, welcher in die sehr deutliche, runde (Fig. 1 b) Harnöffnung endigt. Die Niere zeigte eine Andeutung einer Einschnürung in der Geeend des Pericardiums, bei weitem aber nicht so ausgeprägt wie bei der Ph. varicosa: die Dicke des Nierenlagers betrüg vorne etwa 0,4, hinten 1,5 mm. Der Bau der gewöhnliche, die Pigmentirung der Niere (so wie der Harnkammer) gering.

Die Zwitterdrüse wie gewöhnlich das Vorderende und die obere Fläche der Leber bekleidend, hebt sich an dem Aussenrande durch ihre mehr gelbliche Farbe von der Leber ab; ihre Dicke betrug auf Durchsehnitten der Leber in der Mitte etwa I mm. Der Bau schien der gewöhnliche: es kamen stark ver- fettete Eizellen und entwickelte Zoospermen vor. Der Zwitterdrüsengang wie gewöhnlich vorne unter der pars cardiaca der Speiseröhre hervortretend,. schräge an die Schleimdrüse übergehend, ihre Ampulle bildend, die (Fig. 13 e) an dem oberen Rande der Schleimdrüse links liegt. Diese Ampulle ist, besonders oben, von stark rothgelber Farbe, birnförmig, von etwa 3 mm. Längen- und 1.5 mm. Quer-Durchmesser; unten schnürt sie sich zusammen (Fig. 15 a) und geht mit emem kurzen, dünnen Halse in den Samen- und den Eileiter über. Die Wände der Ampulle sind ziemlich dünn, das Epithel wie gewöhnlich: der Inhalt fast ganz wie bei anderen untersuchten Phyllidien (vgl. 1. c. p. 423), aus reifem Samen gebildet. An der Theilungsstelle der Ampulle findet sich eine starke schwarze Pigmentirung (Fig. 14, 15), die hier aber hauptsächlich dem Anfange des Eileiters zu gehören scheint (Fig. 15 e). Der Eileiter (Fig. 14) setzt sich rechts als ein abgeplattetes, nur hie und da etwas grau pigmentirtes, wenig geschlängeltes, diek- und weichwandiges Rohr über die Vorderseite des eigelben Theils der Schleimdrüse fort, indem sie denselben (Fig. 14) in eine grössere obere und eine bedeutend kleinere untere Parthie theilt. An oder neben der Wurzel des Schleimdrüsenganges scheint der Eileiter sich in die Schleimdrüse hinein zu öffnen und sich mit dem gemeinsamen Ausführungsgange der Samenblasen zu verbinden. Der Samengang (Fie. 13a, 14 a, 15 b) beginnt unten dicht an dem Unterrande der Schleimdrüse, ist anfangs dünn, durch eime kurze Einschnürung von der erwähnten schwarzen Stelle geschieden, schwillt dann schnell zu 4-Öfacher Dicke an, ist weiss, ziemlich dünnwandig, und setzt sich in kurzen Windungen längs des linken Randes der Schleimdrüse hinauf fort: geht dann (Fig. 14) etwas verdünnt quer über die Vorderseite der Ampulle, schlägt sich mit einer grossen Schlinge über den oberen Rand und den obersten Theil der hinteren Fläche der Schleimdrüse hin; weiter gegen aussen setzt sich der Gang vor der schwarzen Samenblase (Fig. 14) hin fort, bildet unterhalb derselben mehrere Schlingen und geht allmählig mehr verdünnt in den hintersten Theil des Penissacks über (Fig. 14). Der Penissack (Fig. 13 g, 14 g) schien etwas kürzer als bei anderen untersuchten Phyllidien zu sein; er war in lose, schwärzlich pigmentirte Bindesubstanz gehüllt; der M. retractor penis wie gewöhnlich. In der Wand kamen stellenweise Kalkstäbchen in reichlicher Menge vor. Die Innenseite zeigte besonders in der unteren Hälfte starke Längsfalten. Der Penis war weisslich, conisch, sich durch die oberen 34 des Sackes erstreckend. an der Spitze des Organs fand sich eine kleine Ver- diekung. Diese letztere schien. wie bei anderen Phyllidien. hohl zu sein und auch an der Innenseite mit

to)

einem Epithele und einer eigenthümlichen Bewaffnung überzogen zu sein. Diese besteht aus etwa 16 undeutlich geschiedenen Längsreihen (Fig. 17) von Dornen, mit etwa 11--13 in jeder Reihe. Die Dornen (Fig. 17. 18) erreichen eine Höhe bis etwa 0,05 mm.,. sind schwach gelblich, hart: sie bestehen aus einem glatten Grundstücke. das an der Unterseite uneben, an dem Rande wie gekerbt war, und einem Hakentheil,. der sich ziemlich schroff erhob und im Ganzen dem der Penishaken der Phyllid. pustulosa (vel. 1. c. p. 481. Taf. XXIV. Fig. 5) ähnlich war, aber noch unregelmässiger gebildet (noch dazu fehlten. wie es schien. die spatelartigen Dornen (vgl. 1. e. Fig. 6)).

Die grosse. weissliche, hintere (Fig. 13) Samenblase (Fig. 16 a) ist kugelförmig. von etwa 2 mm. erösstem Diameter. An der äusseren und unteren Seite (Fig. 13. 16 b) ist dieselbe mit einer Art von grauem. diekem Kamme versehen (wodurch das ganze Organ eine nicht geringe Aehnlichkeit mit dem Testis und Epididymis des Menschen erhält); dieser Kamm ist der Anfang des Ausführungsganges,. welcher sich nach kurzem Verlauf mit dem der schwarzen Samenblase verbindet. und als ein ziemlich dicker (Fig. 16e) eraugefärbter Gang sich längs des Zwischenraumes zwischen Schleimdrüseneange und Penissack fortsetzt und als Vagina sich in das Vestibulum genitale öffnet. Die vordere (Fig. 13 d. 14 d). kleinere Samen- blase war kohlschwarz (Fig. 16 c). kugelrund, von etwa 1.25 mm. grösstem Diam.: der Ausführungsgang (Fig. 16d) war kaum doppelt so lang als die Blase, vereinigte sich mit dem der hinteren Spermatotheke: aus der Vereinigungsstelle schien ein (Fig. 16 f) dünner Gang zu entspringen, der sich vorwärts bis an die Wurzel des Schleimdrüsenganges (und der Einmündungsstelle des Eileiters) fortzusetzen schien. Die Wände der beiden Samenblasen, besonders die der schwarzen, sind ziemlich dick. die innere Auskleidung ein schönes Plattenepithel. Die weisse Spermatotheke war fast leer, der sparsame Inhalt aus Klumpen von Zellen und Kernen gebildet: die schwarze war mit reifem Samen ganz gefüllt: die Gänge der Blasen dickwändig.

Die oben erwähnten Theile ruhen an den Rändern und an den Flächen der Schleimdrüse. Dieselbe (Fig. 13 b, 14 b) hatte eine Breite von 3,75, eine Höhe von 3,5 und eine Dicke (von vorne nach hinten) von 2,75 mm. Der grösste obere Theil war von stark eigelber Farbe, welche gegen die weissliche der unteren Hälfte stark hervortrat, an derselben zeigte sich eine Masse von feinen Windungen (Fig. 13 b). Der Schleimdrüsengang (Fig. 13 f, 14 f) fast 2 mm. lang, von gewöhnlichem Baue.

2. Phyllidia loricata, Bgh. n. sp.

Color fundamentalis albidus: dorsum solidum, calcareum, quasi testaceum. secundum longitudinem utringue maculis compluribus (5) rotundatis aterrimis et ante unica solitaria ornatum.

Armatura penis fere ut in Ph. varicosa, hamis simplieibus. Hab. Oe. pacifieum (Tahiti, A. Garrett). Taf. X, Fig. 7, 9, 19—21; Taf. XL, Fig. 1—2.

Diese neue Form wurde vom Herrn Andrew Garrett auf Tahiti erhalten. Den wenigen Notizen des Finders zufolge, die mit dem einzigen Individuum an das Museum Godeffroy gelangten. war das lebende Thier »klein. lederartig, länglich-oval, oben stark convex, weiss, mit zwei Längsreihen von kleinen unregelmässigen kohlschwarzen (jet-black) Flecken, fünf auf jeder Seite und einer zwischen den Fühlern: der Mantel an beiden Enden gerundet: die Mitte desselben fein gestreift; der Mantelsaum mit dünnem Rande, raulhı (scabrous), mit kleinen rauhen Papillen.

19)

Das in Alcohol bewahrte Individuum hatte eine Länge von 9.5 mm. bei einer Breite von 5 und einer Höhe bis zu 225 mm. Die Farbe war im Ganzen weisslich. An dem Rücken traten die erhabenen Linien und Rugositäten mehr weisslich hervor: an demselben zeigten sich ferner sehr abstechend die oben erwähnten, tiefschwarzen, scharf begrenzten. rundlich-eckigen Flecken (Fig. 1); sie waren ganz glatt. einen Durchmesser bis etwa 0,8 mm. erreichend: von den fünfpaarigen standen die hintersten neben einander, die übrigen schräge einander gegenüber, der vorderste median vor den Rhinophorien; diese letzten waren. wie auch die Tentakel. von bräunlich grauer Farbe. Der Fuss gelblich weiss, ebenso die Kiemen.

Die Form des Thieres war länglich oval (Fig. 1. 2). ein wenig mehr in dem vorderen, als in dem hinteren Ende gerundet, der Rücken nicht bedeutend gewölbt. Die Tentakel (Fie. 2 a) kurz. ab- geplattet, am Ende gerundet, mit oberflächlicher Furche an dem Aussenrande, an der Wurzel eine flache. rundlich-dreieckige Vertiefung, in der sich die Mundöffnung finden wird. Die Rhinophorscheiden (Fig. 1 a) ganz niedrig: die Rhinophorien von etwa gewöhnlicher Form, tief perfolürt. die Zahl der Blätter etwa 10 betragend. Die Rückenseite des Thieres (Fig. 1) zeigt sich wie mit einem harten Schilde bedeckt. dessen Randtheil ringsum ein wenig aufwärts gebogen ist. besonders vorne. An diesem Schilde treten an der Mittelpartie. innerhalb der schwarzen Flecken. drei erhabene. aus einzelnen sehr feinen Höckerchen gebildete Linien hervor: ausserhalb derselben fanden sich zwei andere, ähnliche. die schwarzen Flecken scheinbar verbindende Linien. meistens aus etwas grösseren Höckerchen zusammengesetzt: hinten gingen die Linien beider Seiten in einander über. An der Randpartie des Schildes endlich zeigten sich zwei eoncentrische, elliptische Linien, aus kleinen Höckerchen gebildet, die in Grösse mit denen der angrenzenden Linien übereinstimmten: diese letzten Linien waren wegen dazwischengeschobener Höckerchen nicht überall deutlich geschieden, so wie solche an der Mittelparthie des Rückens zwischen (der medianen und den zwei lateralen Linien auch vorkamen. Von der medianen Linie ging eine sehr feine Streifung aus. die sich auswärts gegen den Rand hin und gegen hinten fortsetzte. in dem Randtheile schwach gebogen verlaufend: in der vordersten Randpartie kam eine eradiirende Streifung vor. die sich der der übrigen Randparthie (vergl. Fig. 1) unmittelbar anschloss. Diese ganze Streifung trat (nach geschehener Exvisceration) noch deutlicher an der Innenseite des Schildes hervor. Das Schild war vorne durch die Rhinophor-Oeffnungen durchbrochen: hinten zeigte sich, zwischen den beiden hintersten schwarzen Flecken. die sehr feine. schräge eindringende Analgrube (Fig. 1 b). Der Rand des Schildes ist scharf. sehr fein gezähnelt (Fig. 1, 2); die Unterseite desselben (Fig. 2) ganz wie an der oberen Seite gestreift. Das Schild an den Seiten (Fig. 2) bis 1.5 mm. über den Fuss hervorragend. In der niedrigen Seitenfurche. zwischen Schilde und Fuss, die wenig entwickelte Kieme. die sich nach vorne kaum über die einander an beiden Seiten entsprechenden Gegenden der Genitalpapille erstreckte (Fig. 2). Die Kiemenblätter niedrig. vielleicht etwa 50—60 an jeder Seite, kaum in Grösse einigermassen regelmässig alternirend. Dicht hinter der Grenze des vorderen Drittels der ganzen Körperlänge die Genitalpapille (Fig. 2b) mit den gewöhnlichen zwei Oeffnungen, aus der äusseren ragte der Penis (etwa 0.6 mm.) hervor. Der Fuss (Fig. 2) stark, an der Mitte seiner Länge etwa 2.25 mm. breit, gegen vorne und hinten etwas zugespitzt, in den Enden gerundet. und in dem vorderen ausgerandet. mit einem oberflächlichen medianen Binschnitte.

Das Centralnervensystem schien etwas mehr als bei anderen Phyllidien abgeplattet. In der umhüllenden Bindesubstanz stabförmige Spielen (Kalkkörperchen).

Das Auge gross, von etwa 0,12 mm. grösstem Diam.. mit dunkelschwarzem Pigmente und grosser gelblicher Linse; der N. opticus in seiner letzten Strecke schwarz pigmentirt. Die Ohrblase an gewöhnlicher Stelle, von etwa 0,058 mm. Diam.. von (etwa 50—60) Otokonien gewöhnlicher Art und von einem Diam. bis etwa 0.009 mm.. strotzend. Die Rhinophorien in ihrem Stiele und in der Axe der

>

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Keule ausserordentlich stark, in den Blättern derselben weniger kräftig, mit Stäbchen ausgesteuert, die in den Blättern mehr eradiirend, sonst besonders in der Queere zu liegen schienen. In den Tentakeln kam eine Menge von dreifingerigen und stabförmigen, grösseren und kleineren Spielen vor, die meist queere lagen. :

Die Haut war überall an dem Rücken in dem ausserordentlichsten Grade mit Stäbchen ausgesteuert, in der Art, dass dieselbe fast aus solchen allein gebildet war. Der ganze mittlere, wie schräge schraffirte Theil des Rückens zeigte sich von der Innenseite ab bei einer schwachen Vergr. (55 M.) hauptsächlich aus langen. von der Mittellinie ab gegen die Seiten und gegen vorne continuirlich verlaufenden. colossalen Spicnlae gebildet, die sich mit den Spitzen in der Mittellinie mitunter kreuzten; es kamen nur einzelne von dieser Richtung abweichende Spielen vor. An der Aussenseite, von oben betrachtet, zeigte sich ein ganz ähnliches Lager, dessen Elemente aber gegen aussen und hinten sich erstrecken, wie schon oben als von der oberen Seite leicht bemerkbar erwähnt. Die ziemlich regelmässige Durchkreuzung dieser zwei Lager ist durch das Durchschimmern der Elemente an beiden Seiten leicht zu constatiren. Diese Spielen sind immer einfach, spindel- oder stabförmig, eine Länge bis etwa 1,5—2 mm. bei einem Querdurchmesser von meistens 0.08 mm. erreichend. Die breite marginale Partie des Rückens zeigt sich, von oben wie von unten, hauptsächlich aus längeren und kürzeren, kreuzförmigen (Taf. X, Fig. 7), auf und neben einander liegenden Stäbchen gebildet, die senkrecht. seltener etwas schräge gegen den Rückenrand gelagert sind; zwischen diesen, die Lücken zwischen denselben grösstentheils ausfüllend, kommen kleinere Spielen von den verschiedensten Formen vor: die Stäbchen des mittleren Theils des Rückens erstrecken sich immer eine Strecke, mitunter weit in die Randparthie hinaus. In den kleinen Erhabenheiten der ganzen Rückenseite treten in einem etwas reichlicher entwickelten zellulären Stroma eine Menge von kurzen stabförmigen Spielen auf. Die hervorstehenden, aber niedrigen. festen, glattrandigen äussern Rhinophorscheiden waren durch schräge, kurze Spielen abgesteift. Die Seiten und Ränder der äussern Analöffnung zeigten sich auch durch kurze, hauptsächlich senkrechtstehende Spielen erhärtet. Die niedrigen Seiten zeigen vielleicht vorherrschend senkrechte stabförmige Spielen. zum grossen Theil Fortsetzungen aus dem Lager der unteren Seite der Randparthie des Rückens, mit schrägen und längslaufenden stark vermischt. Der Rücken so wie die Seiten sind mit einem sehr dünnen, faserigen und zelligen Ueberzuge versehen (vergl. Taf. X, Fig. 9); die Zellen klein. In dem Fusse kamen zahlreiche stabförmige Spielen, hauptsächlich in querer Richtung liegend, vor. Die Spielen zeigen sich, wie gewöhnlich, fast farbenlos, mitunter fast glashell; sie sind meistens homogen, mitunter, besonders an den Enden, wie geschichtet (Taf. X, Fig. 7 a); sie bieten den gewöhnlichen Bau dar; die erösseren brausen mit Säuren sehr stark auf und hinterlassen mitunter eine deutliche feine Zellencontour. Zwischen den Spielen zeigten sich nach Entfernung der Kalksalze der grösseren derselben nicht geringe Ueberreste von einem unverkalkten Stroma. Besonders stark an den schwarzen Flecken entwickelt kommen feine, runde oder ovale Drüsen-Oeffnungen von etwa 0.007 bis 0.0127 mm. grösstem Diam. vor: an einem Quadrate von etwa 0.25 mm. Durchmesser fanden sich deren etwa 16 (Taf. X, Fig. 24).

Der Schlundkopf schien ') dem der vorigen Art ähnlich. Der dickere Theil der Speiseröhre, etwa 3 mm. lang, mit dreieckiger Höhle: der dünnere Theil sehr lang, mit wenigstens einer Einschnürung in der vorderen Strecke. Die Rectalröhre birnförmig. von gelblicher Farbe.

Die Ampulle des Zwitterdrüsenganges schien bräunlich zu sein. Die beiden Spermatotheken waren weisslich. Der Penis ragte, wie oben erwähnt, aus dem Vestibulum genitale (Fig. 2b) als ein

') Bei der eigenthümlichen Festigkeit des Thieres, dessen äussere Formverhältnisse noch dazu bewahrt werden mussten,

war es mir unmöglich, die auch sehr gehärteten Eingeweide einigermassen unbeschädigt herauszubefördern.

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eylindrischer, starker Kegel hervor (Fig. 19), der, besonders gegen die Spitze, durch Spielen stark abgesteift war (welche die Untersuchung der Spitze sehr erschwerten). An ihrer Aussenseite (ausgestülpt) fand sich e. in (Fig. 19) der äussersten Hälfte, in einer Länge von etwa 0.25 mm. die gewöhnliche Haken-Bewaffnung. Dieselbe war (Fig. 20) aus einfachen. schwach gelblichen, mehr oder weniger gekrümmten Dornen gebildet, die eine Höhe bis zu etwa 0.0127 mm. erreichten und im Ganzen denen der Ph. varicosa (vel. I. c. p. 425. Tab. X VIII, Fig. 9. 10) ziemlich ähnlich aussahen. Sie waren in gewöhnlicher Art geordnet: es kamen etwa 20 oder 22 Querreihen vor, in jeder der unregelmässigen und undeutlich geschiedenen Reihen nur einige wenige Dornen.

PLAKOBRANCHIDAE.

Plakobranchus. van Hass.

Das Geschlecht Plakobranchus wurde von van Hasselt !) aufeestellt und für seine Zeit. der äusseren Form nach, ganz gut charakterisirt. Die Kenntniss derselben blieb dann längere Zeit unerweitert. Die von van Hasselt gelieferten Angaben über die inneren anatomischen Verhältnisse beschränkten sich auf das Circulations- und Generationssystem und waren fast durchgehends unrichtig. Diese merkwürdigen Thiere waren also eigentlich noch fast ganz unbekannt geblieben und ihre natürlichen Verwandtschaften sehr zweifelhaft, bis sie vor kurzer Zeit vom hiesigen Verf. einer genaueren Untersuchung ?) unterworfen wurden.

Es ist nur ein einziges Geschlecht der Familie bekannt, und bis in die neueste Zeit nur eine einzige Art desselben, die von Hasselt aus dem Sundameere beschriebene. Später waren zwei andere aus dem die Sandwich-Inseln umspülenden Meere dazugekommen. und die Einsammlungen von Semper hatten mehrere (4) neue Formen gebracht. Aus meinen Untersuchungen ging hervor, dass die Arten in den Formen- Verhältnissen sehr bedeutend mit einander übereinstimmen und dass sie in Farbe ziemlich zu variren scheinen. Die in Alcohol bewahrten Individuen sind daher, um so mehr weil sie die Farben in Spiritus fast ganz einbüssen, ziemlich schwer dem Aeusseren nach zu bestimmen. Auch an den Zahnplatten wird es schwer halten, die Species zu präcisiren, und es ist daher ein glücklicher Umstand, dass sich in der Form des Penisstachels, so wie in der Lage und Configuration der Oeffnung desselben ein guter Charakter hat finden lassen: der Werth desselben scheint an der unten zu beschreibenden neuen Art sich auch zu bestätigen.)

Von dem Geschlechte sind bisher die folgenden. alle aus dem indischen und australischen Meere stammenden, Arten bekannt:

1. Pl. ocellatus, van Hass. (Bsh.) M. indieum et pacificum.

2. » argus, Bsh. M. pacificum.

3. > janthobaptus, Gould. M. pacificum. 4. » gracilis, Pease. M. pacificum.

5. » variegatus, Pease. M. pacificum.

6. » camiguinus, Beh. M. philippinense.

') Allg. Konst- en Letter-Bode voor het jaar 1824. 1 Deel. No. 3, p. 34—35.

2) Semper, Reisen im Archipel der Philippinen. 11,2. R. Bereh, malacol. Untersuchungen (3 H. Plakobranchidae), p. 145—174, Tab. XVII—XX.

°) Während die Bedeutung der äusseren Genitalien als speceifische Kennzeichen bei den Mollusken

bisher kaum bekannt war, scheint dieselbe im Gebiete der Artieulaten, und zwar besonders der Landformen derselben, schon lange anerkannt.

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7. Pl. punctulatus, Bgh. M. philippinense et pacificum. 8. > laetus, Bgh. M. philippinense.

). > priapinus. Beh. M. philippinense.

10. » chlorophacus, Beh. M. pacificum.

3. Pl. chlorophacus, Beh. n. sp.

Color fundamentalis capitis, dorsi anterioris. prominentiae pericardiaco-renalis et lateris externi alarum dorsalium flavescens, ubique annulis dense confertis, pro parte brunneis. pro parte prasinis et violaceis. pro parte flavido-pupillatis. Tentacula marginibus et apice sieut extremitas posterior corporis violacea. Dorsum siecut pagina superior (interna) alarum dorsalium prasina. Podarium albidum, maculis prasinis nigro-pupillatis obsitum.

Hamus penis loneissimus. fortiter arcuatus. apice produeto, apertura eymbiformi. pone apicem sita.

Hab. Mare pacifieum (Huaheine). Taf. IX, Fig. 5—6: Taf. X, Fig. 22—25: Taf. XI, Fig. 3—6.

Aus den Gesellschafts-Inseln sind bisher schon mehrere Arten bekannt der Pl. variegatus und der Pl. gracilis von denen die jetzige sich aber schon in Farbenverhältnissen ziemlich stark unterscheidet.

Diese Form wurde von Andrew Garrett am Riffe in Huaheine gefunden: nur ein einziges Individuum ist von Garrett im Mus. Godeftfroy deponirt. Dasselbe war ziemlich zusammengezogen und erhärtet,. sonst ganz gut conservirt: es wurde mit möglichster Schonung der äusseren Form exviscerirt.

Dem den Originalfiguren Garrett's mitgegebenen Maassstabe zufolge hat das lebende Thier (Tatel IX. Fig. 5. 6) eine Länge von etwa 33 bei einer Breite von 10 mm. gehabt; die Länge der Tentakel hat etwa 4 mm. betragen. Die Farbe war den Figuren und Notizen Garrett's zufolge »oben hellgelblich (ereamy-yellow). unten weiss, die Ränder und das Ende der Tentakel. so wie das Hinterende des Körpers »purpurn oder violet-farbig.« Die Aussenseite der Rückenflügel und die obere Seite des Kopfes mit zahlreichen ganz kleinen, bräunlichen Pünktchen (profusely dotted with lilac) dicht bedeckt und mit zahlveichen grasgrünen und violetten, ungleich grossen » Ringen« geziert, die oft mit chromgelben Pupillen versehen waren; gegen den Rand des Körpess kamen diese Ringe besonders stark ausgeprägt vor. Die untere Seite (an dem untersuchten Individuum auch das Vorderstück des Fusses) mit »zahlreichen elliptischen

grasgrünen Flecken mit schwarzer Mitte.« Die obere Seite des Rückens (und der Rückenflügel) grasgrün mit dunkler gefärbten » Linien.« Bei dem in Alcohol bewahrten Individuum betrug die Länge

10.5 mm. bei einer Breite, mit emporgeschlagenen Rückenflügeln, von 5.5 und einer Höhe von 5 mm.:; die Dicke war hinter dem Pericardialhöcker etwa I mm. Die Farbe war gelblich-weiss an der oberen Seite des Kopfes und der Rückenflügel, überall mit einer Unzahl von sehr feinen bräunlichen Pünktchen: an den erwähnten Theilen kamen noch dazu. besonders an dem Vorderkopfe und gegen den Fuss hinab, eine Masse von bräunlichen Ringen (Augenflecken) vor. deren Mitte noch an einigen wenigen Stellen brennend rothgelb war. Der Pericardialhöcker, die obere Seite des Rückens und die innere Seite der Riückenflügel hell gelblich-weiss: der Vorderrand des Kopfes. die Ränder der Tentakel (besonders der vordere) und das Hinterende des eigentlichen Körpers schwarz: die Fusssohle überall (mit Ausnahme der vorderen Hälfte des Vorderstückes) mit unregelmässig-rundlichen oder -ovalen. tiefschwarzen Flecken mit hell röthlich-erauer areola bedeckt.

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Das Thier ist von gewöhnlicher Form, kaum so länglich als die Pl. argus (vgl. 1. c. Taf. IX, Fig. 6—9). Der Kopf vielleicht etwas grösser als bei der eben erwähnten Art. Das Genick wie gewöhnlich durch eine Furche vom Vorderrücken geschieden: unmittelbar hinter jener Furche schimmern neben der Mittellinie bei dem lebenden (Fig. 5) wie bei dem todten Thiere die schwarzen Augen hindurch. Die Tentakel ganz wie bei dem Pl. argus; hinter dem Grunde des rechten die zwei feinen Genitalöffnungen. Der Aussenmund wie gewöhnlich eine sehr kleine, mediane, senkrechte Spalte. Der Körper kräftiger als gewöhnlich. Der Vorderrücken wie gewöhnlich fast viereckig, hinten an den Pericardialhöcker stossend und von demselben scharf geschieden. Bei emporgeschlagenen Rückenflügeln kommt durch den gewöhnlichen vorderen und hinteren Ausschnitt (Fig. 5) vorne ein Stück des Pericardialhöckers, hinten der hinterste faltenlose Theil des Rückens zum Erscheinen. Der (etwa 1.75 mm. lange) fast herzförmige, ziemlich gewölbte und hervorspringende Pericardialhöcker zeigt in seiner vorderen Hälfte das Herz durchschimmern. Neben dem vordersten Theile des Höckers findet sich rechts der Anus als eine sehr feine. wenig deutliche Papille. Eine Nierenpore konnte nicht gesehen werden. Von der ganzen hinteren Civeumferenz des Pericardialhöckers, so wie von den Seitentheilen des Vorderrückens seitwärts von jenem, und aussen von dem Vorderrande der Rückenflügel gehen die gewöhnlichen aderartigen Falten ans, die gegen das Hinterende des Rückens verlaufen. Von diesen Falten wurden vorne im Ganzen etwa 3 gezählt, sie erreichten eine Höhe von etwa 0,5 mm.: an der Innenseite der Rückenflügel laufen dieselben mit dem freien Rückenrande ziemlich parallel, an den Seitentheilen des Rückens war der Verlauf im Ganzen mehr schräge, an dem Mittentheile mehr gerade gegen hinten; sonst verhielten sich die Falten wie bei dem Pl. argus (vel. 1. c. p. 154—155). Der Fuss wie gewöhnlich (Fig. 6) ohne deutliche Grenze in die Seitentheile des Rückens übergehend: im Vorderrande eine sehr undeutliche Randfurche; die Fussecken (wie meist) am lebenden Thiere sehr ausgeprägt: die Querfurche bei dem lebenden Thiere beiläufige an dem Uebergange zwischen dem ersten und zweiten Zehntel liegend. bei dem in Alcohol bewahrten Individuum etwa an der hinteren Grenze des ersten Fünftels.

Die Lage der Eingeweide war wie bei anderen Plakobranchen (vel. 1. c. p. 155). Eine Eingeweidehöhle fehlte, wie gewöhnlich, und die Organe sind durch lockeres Bindegewebe und durch die überall verbreiteten Verzweigungen des Lebersystems und der appendiculären Genitaldrüsen an einander geheftet.

Das Centralnervensystem ist, wie gewöhnlich, in Gemeinschaft mit allen den aus demselben entspringenden Nervenstämmen, den Speicheldrüsengängen und der Art. bulbi in eine lose Bindesubstanz gehüllt. die von Leberverzweigungen ganz um- und durchsponnen ist. Diese lose Masse erstreckt sich oben bis an die Augen, die in derselben eingelagert sind; hinten wird sie von der Speiseröhre durchbohrt und stösst bis hart an den Magen, unten an den Schlundkopf und an die das Vorderende desselben deckenden Drüsenmassen. Erst nach der schwierigen Auspräparation der Ganglienmassen (Fig. 3) aus dieser Bindesubstanz können dieselben in Beziehung auf Formverhältnisse bestimmt werden. Wie bei anderen untersuchten Plakobranchen (vgl. 1. c. p. 156. Taf. XVIL Fig. 5—9, Taf. XIX. Fig. 4) liegen die Cerebrovisceralganglien (Fig. 3£.) oben, unter denselben ein wenig mehr nach hinten (Fig. 3g) die Pedalganglien: an der Stelle. wo das Pedalganglion an das cerebroviscerale stösst, findet sich das accessorische Ganglion (Fig. 3): die innere Hälfte der Hinterseite der einander berührenden Pedalganglien ist von dem unpaaren (Fig. 3 h) Ganglion gedeckt, das oben an die accessorischen Ganglien stösst. Die cerebrovisceralen Ganglien wie bei anderen Arten gebildet, die Pedalganglien wie gewöhnlich kleiner, die accessorischen fast kugelrund, das Gangl. azygum etwas plattgedrückt. Die kleinen Buccalganglien (Fig. 3d) kugelrund, dicht an einander stossend.

Die Augen (Fig. 3e. 4) dieht neben einander stehend, von etwa 0.125 mm. Diam.; das Pigment

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schwarz, die Linse gelblich. Der Otolith gelblich, von etwa 0.0127 mm. Diam. Die Haut zeigte den gewöhnlichen Bau (vgl. 1. ce. p. 157—158).

Der Aussenmund ist sehr eng, bildet eine kleine aber tiefe Spalte in dem Vorderrande des Kopfes. Auch bei dieser Art setzte sich das schwarze Pigment des Vorderrandes unten in die Mundröhre fort, in deren vorderen Hälfte es zu jeder Seite einen schwarzen Strich hervorbrinet. Das Mundrohr ist fast von der Länge des Schlundkopfes, etwa 0,8 mm. lang, etwas zusammengedrückt. hinten durch die kleine, runde Lippenscheibe (Fig. 3a.) mit kleiner Mundöffnung geschlossen; sein Vorderende ist auch von einem ziemlich dicken Drüsenlager umgeben.

Der Schlundkopf (Fig. 22, 3 b) ist klein, etwa "ss der ganzen Länge des lebenden Thieres ausmachend. 0,9 mm. lang, bei einer Höhe von etwa 0.75 und einer Breite bis 0.65 mm. Die Form ist die gewöhnliche, nur ziemlich kurz: die Querreifen (Fig. 22 b) der oberen Seite stark. etwa 10—12, der grosse Sack mit abgestorbenen Zahnplatten an der Unterseite durchschimmernd (Fig. 5): der (kropfähnliche) Ansatz unten (Fig. 3 c) am Hinterende dick, ziemlich kurz, solid, halbmondförmig plattgedrückt ( Rijer227e). Die Wände des Schlundkopfes wie gewöhnlich kräftig, besonders die obere. Die Mundhöhle ohne Pigment, fast ganz von der Zungenmuskelmasse ausgefüllt (Fig. 22). Der vorderste Theil derselben springt wie gewöhnlich mit einem kurzen scharfen Keile als Zunge (Fig. 5 d) gegen den Innenmund hervor; dieselbe zeigt wie gewöhnlich eine ganz entblösste (Fig. 5 b) Zahnplatte, so wie den Basaltheil der oben und den Haken der unten (Fig. 5 ce) anstossenden Zahnplatte. Median, ziemlich tief, in der Zungenmuskelmasse findet sich die Raspelscheide mit einer unentwickelten und sieben entwickelten Zahnplatten. An oder vielmehr in der Unterseite der Zungenmuskelmasse liegt die untere Reihe von sieben Zahnplatten, die sich hinten in den grossen, fast kugelförmigen Sack (Fig. 22 d) mit abgestorbenen Zahnplatten fortsetzt; die Zahl derselben betrug kaum mehr als 60—70. Die (Fig. 5 b) Zahnplatten sind von sehr schwach-gelblicher Farbe, stark und kräftig, fast ganz wie bei dem Pl. argus (vgl. 1. c. p. 159, Taf. XVII, Fig. 23—29) gebildet, nur vielleicht etwas schmächtiger; Dentikel kamen an allen noch nicht abgestorbenen Zahnplatten 11 (—12) vor, und vor denselben noch 1—2 Andeutungen von Dentikel; an den kleineren Zahnplatten ist die Zahl der Dentikel geringer. Die Länge der dritten oberen Zahnplatte betrug etwa 0,13, die der Zungenspitze (Fig. 5 b) 0,12 mm.:; die kleinsten gemessenen Zahnplatten massen etwa 0.0127 mm. Die vordere Hälfte des Schlundkopfes ist von dieken Drüsenmassen eingehüllt (vel. 1. ce. Taf. XIX. Fig. 14), die wieder aus einer oberen und einer unteren Hälfte bestehen, von denen jede abermals aus zwei neben einander liegenden Hälften zusammengesetzt ist.

Die Speicheldrüsen und ihre Ausführungsgänge scheinen sich wie bei dem Pl. argus zu verhalten wol 12 Ce TaESXTEGHEID ET ce):

Die Speiseröhre (Fig. 3 i) ist von gewöhnlicher Länge, ziemlich dünn, etwa Ye Mal so lang als der Schlundkopf, steigt erst empor, dann fast horizontal rückwärts, dann wieder abwärts um in den Magen über zu gehen. Der Magen (Fig. 3 k) ist ziemlich kugelig, von etwa 0,5 mm. grössten Diam.; an dem unteren Ende des Magens, der Oardia fast gegenüber liegt die Pylorus-Oeffnung, in die der ziemlich kurze Gallengang (Fig 3 1) einmündet; die Wände des Magens ziemlich diek und glatt, die Höhle leer. Der Verlauf des Darmes und das genauere Verhalten des Lebersystems konnte (an dem einzigen Individuum) nicht bestimmt werden; die Leberverzweigung in den Rückenfalten- war wie bei anderen Plakobranchen.

Der Bau des Pericardialhöckers schien ganz wie bei dem Pl. argus, also auch in Beziehung auf das Herz und die Niere. ;

Das Verhältniss des Generationssystems konnte an dem einzigen Individuum, welches noch dazu geschont werden musste, nicht bestimmt werden. Der Penis war kurz cylindrisch, oben etwas dicker,

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etwas zusammengedrückt (Fig. 23 a). An der Spitze trägt er den gewöhnlichen, fast wasserhellen, sehr schwach gelblichen, zusammengedrückt eylindrischen, hornartigen Haken, der sehr lang und ziemlich stark gebogen war (Fig. 23 b); die Länge betrug, dem Bogen nach 1.4 mm., der Durchmesser hinter der Spitze 0.037, an dem Grunde 0.058 mm. Die Form der kleinen, bräunlichen Basalplatte (Fig. 23) Konnte nicht genauer bestimmt werden; die Spitze war etwas ausgezogen, ein wenig gebogen, hinter derselben lag an der Aussenseite die zierliche, weite, eiförmige Oefinung (Fig. 24, 25).

ELYSIADAE.

Die Elysien kommen in allgemeinen Formverhältnissen den Plakobranchiden sehr nahe, sind aber noch mehr abgeplattet, im Ganzen, mitunter bis zur Verwechslung, den Planarien ähnlich. ") Der Kopf mehr zusammengedrückt; die Augen weit von einander gerückt. Der Körper ist sehr platt, mit noch stärkerer flügelartiger Entwickelung des Rückens; der eigentliche Rücken ist an jeder Seite von dem Flügel durch eine erhabene Linie oder Schnur geschieden, die auswärts in die Flügel Zweige abgiebt; sonst ist der Rücken mit sammt seinen Flügeln glatt. Hinter dem Genicke findet sich der Pericardialhöcker; die Analöffnung meistens rechts neben diesem, seltener (Thuridilla) mehr sesen hinten median liegend. Die Genitalöffnungen und der Fuss wie bei den Plakobranchen.

Der Schlundkopf wie bei den Plakobranchen, aber fast immer (bei Thuridilla nicht ) ohne kropfartigem Ansatze. Die Zahnplatten dolchförmig, mit einer tiefen Furche des oberen Randes: der untere Rand fein gesägt oder glatt. Der Magen wie bei den Plakobranchiden. Die Leberverzweigungen breiten sich besonders subeutan aus. Das Geschlechtssystem ist etwa wie bei den Plakobranchiden, der Penis ist aber unbe waffnet.

Die hübschen. lebhaften, planarienartigen Elysien scheinen in allen Meergesenden, den nördlichen wie den tropischen, vorzukommen. Eine kleine Anzahl von Arten ist beschrieben, leider zum Theile ziemlich unkenntlich.

Die bisher bekannten Arten scheinen jetzt ?) in vier Gruppen zu zerfallen:

1. Gen. Elysia, (Risso) autt. 1. E. viridis (Mtg.). M. atlant., mediterr. E. timida, Risso. » marmorata, Cantr. elegans (Quatref.). » fusca. Phil.

2. » minuta, Sars. M. atlant. septentr. (norvag.). 3. » neapolitana, d’Ch. M. mediterr.

4. » grandiflora, Kelaart. M. indie,

5. » punetata, Kelaart. M. indie.

6. » coerulea, Kelaart. M. indie.

7. » lobata, Gould. M. pacificum (Honolulu).

8. » australis, ©. & G. M. pacificum.

9. » Oerstedii, Mörch. M. antill.

10. » sp., Schramm. 3) M. antillarum.

!) Solches gilt besonders von den Tridachien, die Formen des Peasia- (Gray) Genus so ähnlich aussehen. 2) Vergl. meine Malacalog. Unters. 1. e. p. 175—203. Tab. NXI-XXIV. ®) Journ. de eonchyl. 2 S. II. 1857. p. 140.

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11. E. Codgeensis. Angas. M. pacificum. 12. » chlorotica, Ag. Oe. atlant.

13. » faustula. Bgh. M. philippin. 14. ? catula. Ag. Oec. atlant.

15. erandis, Beh. Oec. pacifieus.

16. albomarginata, Trinchese. ') M. medit.

17, viridissima. Trinchese. M. medit.

IS. » marginata (Pease).*) Oc. pacif. (Huaheine). 19. rufescens (Pease). Oec. pacif. (Tahiti).

20. » nigropunctata (Pease). Oc. pacif. (Tahiti).

2. Gen. Tridachia. Desh. Pterogasteron. Pease. Hydropsyche. Kelaart.

1. Tr. erispata (Oerst). M. antill., caraib. 2.?» Schrammi, Desh. M. antill. 3. » ornata (Pease). M. pacif. 4. bella (Pease). M. pacif. 3. Gen. Thuridilla. Beh.

1. Th. splendida (Grube). M. adriat. 4. Gen. Elysiella. Beh. 1. El. pusilla,. Beh. Oc. pacif. (ins. Palaos).

4. Elysia nigropunctata (Pease).

Pterogasteron nigropunctatus, Pease. 1. c. p. 304. pl. 22. Fig. 2. Color olivaceo-virescens, maculis pallidioribus sparsis et ubique punetis nigerrimis ornatus. Dentes linguales margine inferiore laevigato.

Hab. Mare pacificum (Tahiti, Garrett). Taf. IX. Big. 7, Tal XEaRie: 712.

Im Museum Godeffroy fand sich ein einziges, wahrscheinlich auf diese Art bezügliches Exemplar nebst einer nach dem lebenden Thiere von Garrett ausgeführten Abbildung mit dazu gehörenden Notizen. Garrett scheint mehrere Individuen abgebildet zu haben: einige dieser seiner Abbildungen scheinen von Pease (l. e. Fig. 2 a—d) benutzt, denn es kann nicht bezweifelt werden, dass die von Pease als Pterogasteron nigropunctatus aufgeführte ?) Art, die hier untersuchte ist. Das vorliegende Individuum war ganz gut

eonservirt. wurde vorsichtig exviscerirtt.

') Bull. mal. Ital. III. p. 31.

2?) Pease, deser. of nudibr. moll. inhabiting Polynesia. Amer. Journ. of conchology. VI. 4. 1870. p. 299—505 (304—305), pl. 19—22.

‘) »Mantle lobes rounded behind; tentacles stout, upper lip bilobed, locomotive disk small. Color olive green, clouded witlı darker, paler beneath, and finely reticulately veined with darker green. The whole surface with small irregular whitish spots and punetured with jet black, the latter smal beneath, larger and crowded along the margins of the mantle lobes, and

on the tentaeles. The inner surface differs but slightly, being only much paler centrally and unclouded.s Pease.

17

Den Notizen Garrett’s zufolge hat das lebende Thier eine Länge von 1V2” gehabt. Die Farbe ist der Figur (Taf. IX, Fig. 7) und den Notizen Garrett's nach grün-olivenfärbig (olivaceous-green colour) gewesen. gegen unten heller; mit zahlreichen länglichen, bleichen (pale spots) Flecken und noch häufigeren. besonders an der Aussenseite der Rückenflügel und an dem Tentakelende vorkommenden (v&l. Pease, 1. e. Fie. 2 cd) zahlreichen. tief schwarzen (dotted with deep black). rundlichen. kleinen Tüpfelchen. Das in Alcohol bewahrte Individuum hatte eine Länge von 12 mm. bei einer Breite. bei ausgeschlagenen Mantelflügeln. von ca. 11 mm. und bei aufgeschlagenen von etwa 4 mm. und bei einer Dicke des eigentlichen Körpers von fast 1 mm. Die Farbe war an der oberen wie an der untern Seite hell röthlichgelb, überall mit einer Menge von kleinen (von einem Diam. bis etwa 0.5 mm.) und kleinsten tiefschwarzen Fleckchen. besonders stark an dem Kopfe mit den Tentakeln und gegen die Ränder der Rückenflügel entwickelt. An dem Kopfe (vel. Pease, 1. c. Fig. 2 ed). an der Aussenseite der Rückenflügel. so wie an der Fusssohle schienen kleine weissliche Pünkte (vgl. Pease, 1. c. Fig. 2 b) hindurch, die n.itunter die Oberfläche ganz feinnopperig machten.

Der Kopf wie bei anderen Elysien. die Stirme (Fig. 7) hoch: die Tentakel bis 2 mm. hoch. ausgepräst ohrenförmig, mit tiefer Furche (vgl. Pease. 1. ec. £.2d). Die feinen schwarzen Augen auswärts am Grunde der Tentakel hindurchschimmernd. Neben dem Grunde des Hinterrandes des rechten Tentakels die Oeffnung des Penissackes als ein feiner schräger Schlitz: hinter derselben die kleinere Oeffnung des Schleimdrüsenganges. Der Körper von gewöhnlicher stark niedergedrückter Form, das Hinterende sehr verdünnt. abgestutzt. Die Rückenflügel sehr (bis 5 mm.) breit, bei dem lebenden Thiere » wie dreilappig (trilobed) «.*) bei dem todten etwas wellenförmig gebogen. vorne schon sehr hoch, von der Mitte ab gegen das Hinterende stark abfallend. Der Pericardialhöcker viel kleiner als der Kopf, stark hervortretend. queer- getheilt (wie Solches auch bei El. faustula (vel. 1. c. p. 157. Taf. XVII. Fig. 3) wahrgenommen ist). Neben der rechten Seite des Vorderendes desselben findet sich die feine Analöffnung: eine Nierenpore konnte nicht gesehen werden. Von den Seiten des Pericardialhöckers gehen jederseits zwei kürzere Schnüre nach aussen, und weiter rückwärts von jeder Seite eine lange geeren hinten. die in gewöhnlicher Weise fast bis an das Hinterende etwa längs der Grenze zwischen Rücken und Rückenflügel verläuft, gegen den Rückenrand mehrere Aeste absendend. Das vordere Stück des Fusses ist kmz, kaum 's der ganzen Fusslänge messend, schmal, ohne Fussecken; der übrige Theil des Fusses ziemlich schmal, undeutlich von den Rückenflügeln geschieden (Vgl. auch Pease, 1. c. Fig. 2 b).

Das Centralnervensystem (Fig. 7. S) wie gewöhnlich bei den Elysiaden: das Dasein einer (bei El. viridis schon von Allmann angegebenen) Commissur zwischen den cerebralen Ganglien und dem Gangl. azygum, die ich bei anderen Elysien nicht gesehen habe. war hier deutlich: die accessorischen Ganglien etwa von gewöhnlicher Grösse. Die Buccalganglien (Fig. 9 d) fast ohne Commissur mit einander verbunden.

Die Augen (Fig. 7 d, Sd) von etwa 0.12 mm. grösstem Diam., das Pigment schwarz. Der Otolith von etwa 0.0127 mm. Diam., gelblich.

Das Mundrohr etwa 0.5 mm. lang: vorne von dem gewöhnlichen weissen Drüsenlager umgeben; hinten, an dem Vorderende des -Schlundkopfes, jederseits eine länglich-nierenförmige, röthlich-braune Drüsenmasse, beide oben und unten zusammenstossend. Der Schlundkopf (Fig. 9) etwa 1 mm. lang, bei einer Höhe und Breite von etwa 0,8 mm., weiss; die obere Hälfte gewölbt. mit etwa 20 Reifen; die untere schräge gegen den unteren Rand abfallend, der Raspelsack und die Raspelscheide kaum deutlich an dem Unterrande hervortretend. Die Zunge und die Zungenmuskelmasse, so wie die Art, in welcher die Zahnplatten angebracht sind (Taf. XT, Fig. 9), sind wie bei anderen Elysien, nur war die

!) Auch nicht an der Figur von Pease deutlich.

PD

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Raspelscheide stark nach unten gebogen (Fig. 9 e). In der oberen Zahnplattenreihe kamen 7 entwickelte, eine halbentwickelte und eine unentwickelte Zahnplatte vor, an der Zunge eine und in der unteren Reihe 6: in dem ziemlich schmalen Sacke kamen 0 von den vorigen gelösten Platten vor. von denen 4 der Jüngsten noch an einander geheftet waren. Die Länge der ältesten Zahnplatte betrug etwa 0.016, bei einer Breite von 0.0036 mm.: die Länge der Zahnplatte der Zunge war 0.12, die der jüngsten 0.15 mm. Die Zahnplatten (Fig. 10) sind kräftig. in dem Grundtheile hellgelb. in dem Haken viel heller, an der Spitze desselben fast farblos. An den kleinsten Zahnplatten war der Hakentheil relativ kürzer, und wuchs nur ällmählig an den folgenden Zahnplatten in Länge. Die Basalparthie der Zahnplatten ist subquadratisch mit etwas ausgehöhlter Grundfläche. in der oberen Seite die gewöhnliche, sich in den Rücken des Hakens fortsetzende Furche. Der Hakentheil ist wie ein zweischneidiger Dolch: in ‚dem vorderen Theile des Rückens die gewöhnliche Furche, der untere Rand (bei einer Vergr. von 750 M.) elatt'). die Seitenkanten nicht stark hervortretend (Fig. 10).

Die Speicheldrüsen wie gewöhnlich sich bis an den Magen erstreckend.

Die Speiseröhre (Fig. de. I1 a) etwas länger als der Schlundkopf. Der Magen kaum grösser als die Hälfte des Schlundkopfes, oval-kugelförmig (Fig. 11 b). Dicht neben der Cardia mündet der kurze gemeinschaftliche Gallengang (Fig. 11 ec) ein. der wohl wie gewöhnlich aus der Mitte des Quer- Gallenganges (Fig. 11 d) herauskommt. Aus dem letzten entspringt der Darm. der in seiner ersten Strecke ziemlich weit ist (Fig. 11 ee). Die Verdauungshöhle war immer leer.

Die untersuchten Stücke des Lebersystems waren wie bei anderen untersuchten Elysien.

Das Herz und die Niere schienen sich wie sonst bei den verwandten Formen zu verhalten.

Die Zwitterdrüsen, die sich unter der Loupe, wie gewöhnlich, als weisse, dicht neben einander liegende Körner präsentiren, erstrecken sich weit in die Flügel hinaus; sie sind in dem vorderen Theile des Thieres im Ganzen stärker. Sie sind kugelförmig, einen Diam. bis 0.28 mm. erreichend, waren nur mit Samen erfüllt, ohne deutliche oogene oder spermatogene Zellen. Die Schleimdrüse etwa 1.5 mm. lang, von gewöhnlicher Form. Die Samenblase von etwa 0.5 mm. Diam., fast kugelförmig, leer; der Ausführungsgang etwa so lang wie die Blase. Die. Verbreitung und die Structur der vielgelappten Drüse (Fig. 12) schien ganz wie bei den andern Elysien®). A

PHYLLOBRANCHID Cyerce, Beh.

Das Geschlecht Öyerce wurde vom Verfasser vor einigen ‚Jahren, ?) um mehrere neue von Semper entdeckte, mit den Phyllobranchen verwandte Formen aufzunehmen, gebildet. Im den allgemeinen Formverhältnissen sind die Cyercen den Phyllobranchen ziemlich ähnlich, bilden aber durch verschiedene innere und äussere Abweichungen #) einen Uebergang zu den Plakobranchen.

') Auch bei der El. faustula (vel. 1. e. p. 185, Tab. XXI, Fig. 15—17) ist der Unterrand des Hakens glatt.

?) Eine genauere Bestimmung des Genitalsystems war bei der Untersuchung eines einzigen Individuums, das noch dazu geschont werden musste. unmöglich.

°) Vgl. Semper, Reisen im Archipel der Philippinen. II, 2. 1871. (R. Bereh, Phyllobranchiden) p. 98.

*) Die Cyercen stimmen mit den Plakobranchiden besonders in der Quertheilung des Fusses überein, ferner ın der Lage der Analöffnung und in der Bewaffnung des Penis; die abgestorbenen Zahnplatten finden sich bei diesen auch in

einem Haufen zusammeneeballt

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Die Analpapille liegt auf dem Rücken (statt an der Seite). Der Fuss ist (etwa an der hinteren Grenze des ersten Viertels oder Drittels) in die Quere getheilt. Der Penis ist mit einem Stachel bewaffnet. Die Zahnplatten sind langgestreckt und bilden an der Unterseite des Schlundkopfes keine Spirale, sondern allmählig einen unregelmässigen Haufen. Der Kropf ist kurz, die Leberfollikel der Papillen sind hyalin.

Man kennt von dieser Gruppe bisher nur zwei, die untenstehenden Arten, beide aus dem stillen Meere, die

1. Cyerce elegans (Semper). 2. » nigra (Semper).

Die erste dieser Arten, Oyerce elegans, ist vom Verfasser (l. c. p. 99—113) genauer anatomisch behandelt. Von der anderen, Cyerce nigra. hat nur ein einziges, durch die Einwirkung des Weingeistes stark erhärtetes Individuum vorgelegen, dessen Eingeweide während ihrer Erweichung in wässerigem Flnidum durch einen Unfall verloren gingen. Ueber den inneren Bau dieser letzten Art liegen daher tast nur ganz vereinzelte. von Semper an Ort und Stelle gemachte Notizen (1. e. p. 117—118) vor, und es ist noch dazu zweifelhaft. ob dieselben wirklich dieser Art angehören. Das Thier. welches von Semper etwas genauer untersucht wurde, und das von der Ostseite der Insel Babelthaub stammte, wieh nämlich von der typischen Cyerce nigra ab, und zeigte an der Unterseite der Papillen statt » gelber und schwarzer Streifen nur einige gelbe Flecken auf schwarzem Grunde.« Als ich im Sommer 1572 das so reiche Museum Godeffroy besuchte. fand ich daselbst ein mit der Cyerce nigra verwandtes oder identisches Thier, das eben wie das von Semper erwähnte von der typischen Cyerce nigra abwich. Es wurde mir vom Besitzer des Museums gestattet das (fast noch mit allen seinen Papillen versehene) schön conservirte, nur stark erhärtete Individuum zu öffnen, mit möglichster Schonung der äusseren Form. Es ist im Augenblicke, wo eigentlich keine anatomische Untersuchung der CÜyerce nigra vorliegt. unmöglich zu bestimmen, ob das unten untersuchte Thier nur eine Varietät von jener oder eine neue Art bildet. Im Aeusseren weichen die beiden Thiere kaum bedeutend im Anderen als in der Färbung der Unterseite der Papillen ab: vorläufig wenigstens wird dasselbe hier nur als Varietät aufgeführt.

5. Cyerce nigra, (Semper) Bgh. var. ocellata. B.

Animal colore nigro, capite et dorso lineis et maculis flavide-rubescentibus notatum: papillae linea marginali flavide-rubescenti, facie superiore papulis solidis flavide-rubescentibus sat paueis, facie inferiore papulis similibus numerosis.

Hab. Mare pacificum (Ins. Samoa).

Taf. IX, Eis 3 9 Taf. XT, Fig. 13—26; Taf. XI, Fig. 2, 3.

Diese von Dr. Gräffe bei Upolu, einer der Samoa- oder Schifter-Inseln. gefundene Thierform kommt daselbst »nicht selten vor«; sie lebt, Gräffe zufolge »in kleinen mit Algen bewachsenen Ver- tiefungen, die sich auf weit in’s Meer sich erstreckenden Corallrifften finden: ihre Bewegungen sind höchst elegant: sie ist ungemein fragil.ce Den von Gräffe dem lebenden Thiere nach gezeichneten Figuren (Fig. 8, 9) zufolge hat das Thier wenigstens eine Länge von 4, und eine Breite von 2 cm. erreicht; die Papillen haben bis etwa 1 em. gemessen, die Tentakel bis 5 mm. Die Farbe ist etwa wie bei der typischen Cyerce nigra gewesen: die Grundfarbe schwarz, an dem Rücken kommen (Fig. 8) mehrere starke gelbe Längsstreifen vor, der Vorderrand des Kopfes gelb oder rothgelb, der

20)

Rand der Papillen gelb oder rothgelb, so wie die Papel der oberen und unteren Seite. Bei dem in Alcohol bewahrten Individuum mass die Länge zwischen den Spitzen der vorderen und hinteren Papillen etwa 2.7 cm.; die Breite zwischen den seitlichen Papillenspitzen betrug beiläufig 14 mm.. die Höhe vom Fuss an den Rücken (mit ihrer Papillenbedeckung) 11 mm. Die Länge der Fusssohle war 17.5 mm. (von denen ein Siebtel. etwa 2.5 mm., auf das vordere Stück kam); die Breite betrug etwa an ihrer Mitte 5 mm. Die Farbe ist im Ganzen der der typischen Öyerce nigra ziemlich ähnlich; die des Rückens ist schwarz: zu jeder Seite desselben kommt eine Reihe von rundlichen oder eckigen voströthlichgelben Fleckchen vor. die hier und da zusammenschmelzen und an dem Hinterrücken jederseits ein gezacktes Band bilden; an der Mitte des Rückens fanden sich ähnliche unregelmässig vertheilte Flecken vor. und kleinere noch ausserhalb der früher erwähnten Reihen. Der Rand der Analpapille gelblich. Die Rhinophorien. die Tentakel und die Stirne schienen wie bei der typischen Form gezeichnet. und ebenso der flügelartige Seitenfortsatz des Koptes. Der Rand und die obere Seite der Papillen war fast ganz wie bei jener gefärbt. «die roströthlichgelbe Borte aber breiter: an der oberen Seite (Fig. 2) kamen die gewöhnlichen vroströtlilichen Papelen vor. aber in geringerer Menge. hauptsächlich an dem unteren Theile und längs des Randes: an der unteren Seite (Fig. 3) zeigten sich immer (statt der Quer- bänder der typischen ©. nigra (vel. 1. ec. Taf. XVI. Fie. 7)) eine Menge von Papeln (erhaben-runde Flecken). die wie an der oberen Seite der Papillen jener geordnet. in etwa drei undentlich geschiedenen, concentrischen Reihen gestellt waren: die Zahl der Papelen variirte an den grösseren Papillen im Ganzen zwischen 15 und 25 (33). hierzu kamen mehr gegen unten längs der Ränder der Unterseite oder an dem Rande mehrere Papeln vor. Die Seiten des Körpers sind schwarz, mit 2—3 Reihen von kleinen. runden, röthlichen Flecken. Der Fussrand rinesum röthlich-gelb. mit einer feinen schwarzen Linie eingefasst, die sich an den beiden Lippen des Vorderrandes zeigte.

Der Kopf war wie bei der typischen €. nigra: die Rhinophorien vielleicht etwas kleiner, weniger eingerollt: die Tentakel wie sonst. ebenso die Stirne. der Aussenmund und der flügelartige bis an die Fussecke sich erstreckende Seitenfortsatz des Kopfes. Der Rücken auch wie bei jener: die papillen- besetzte Strecke ebenfalls ziemlich schmal: die Analpapille wie gewöhnlich innerhalb der vorderen Papillen hinter dem rechten Rhinophore stehend. kleiner als bei jener. Die Papillen scheinen ebenso (vel. 1. c. p. 115, Taf. XVI. Fig. 4) hauptsächlich in drei Längereihen geordnet. verhielten sich überhaupt im Allgemeinen wie bei jener. Die grössten erreichten eine Länge bis zu 10.5 bei einer Breite bis 5.5 und einer Dicke bis 0.75 mm. Die kleineren stimmten in Formverhältnissen so ziemlich mit den Papillen jener, waren mehr dreieckig: alle die grösseren (und die grössten) (Fig. 2.3) wichen aber von jenen ab, waren mehr länglich, selbst von ovalem oder eiförmigem Umrisse. Der Stiel fast ganz wie bei den Papillen der €. nigra. an den grösseren auch mit fügelartiger Entwicklung an der Oberseite. An der Unterseite der kleineren

Papillen war die Zahl der Papelen ebenso eross. wie an der der grossen. Die Seiten des Körpers wie gewöhnlich niedrig, die Genitalöffnungen wie gewöhnlich. Der Fuss von gewöhnlicher Form: die

sehr kurzen Fussecken weit rückwärts liegend. Die Eingeweide schimmerten. wegen des dunklen Piements der Bedeckungen. nirgends hindurch.

Die Lage der Eingeweide war wie bei der Oyerce elegans.

Das Centralnervensystem (Fig. 13) zeigte die cerebrovisceralen Ganglien oberhalb der pedalen liegend, jene sowie diese bildeten eine kräftige Masse. in der die entsprechenden beiderseitigen Knoten ohne Commissur verbunden waren (vel. 1. ec. Taf. VI. Fig. 1): die cerebroviscerale Ganglienmasse ragte vome über die untere (Fig. 13 b) hervor. wie die untere hinten über die cerebroviscerale hervorragte:

21

zwischen beiden Massen verlief die Speiseröhre. Im jedem der (Fig 13 a) cerebrovisceralen Ganglien traten die zwei Abtheilungen derselben deutlich geschieden hervor. Die Form des Gl. azygum konnte bei dem einen Individuum nicht bestimmt werden. Die bucealen Ganglien waren durch eine Commissur verbunden, die kürzer als der Durchmesser der Ganelien war: in dem Ganglion kam eine Menge von kleinen Nervenzellen vor.

Die Augen schienen denen der ©. elegans ähnlich. Die Ohrblasen konnten nicht gefunden werden. Der Bau der Papillen war im Ganzen wie bei der typischen CO. nigra (vel. 1. ce. p. 117). Die Epithelialzellen, die schwarzen und die rothen., wie bei jener: ebenso die kurzen haubenförmigen und die langen gestreckten oder gekrümmten Drüsen (Fig. 21 b. 22), welche letztere aber, wo die rothe Farbe auftritt. fast ganz fehlen. Die rothen Papelen der oberen Seite (Fig. 21 a), sowie der breite rothe Randsaum, zeigten die bei jener erwähnten röthlich gelben, kugelförmigen, drüsenähnlichen Körper: dieselben waren mit kleinen zellenähnlichen Körpern gefüllt. welche in den Papelen viel deutlicher als in dem Saum hervortreten. Die Papelen der Unterseite zeigen nur einzelne von den erwälnten kugelförmigen. dagegen eine Menge von etwas kleineren. runden, klaren Drüsenzellen. mit einzelnen von den langen vermischt. Im Innern der Papillen tritt die starke Verzweigung der Leberstämme deutlich hervor, mit ihren klaren, fast kugelförmigen oder länglichen, ausserordentlich dünnwandigen Säckchen.

Die kurze Mundröhre und das Vorderende des Schlundkopfes ist von der gewöhnlichen Mund- drüsenmasse (Fig. 14 a. 15 a) umgeben, von weislicher Farbe. Der Schlundkopf (Fig. 14 b. 15 b) stimmte in Form mit dem der Cyerce elegans. nur war die bei dieser an der Rückenseite vor der Mitte liegende Einsenkung weniger ausgeprägt: die Unterseite war vorne schmal. Hinten zeigte sich deutlich der grosse Sack (Fig. 15) mit den abgestorbenen Zahnplatten: die Zahl (Fig. 14. 15. 16.d) der Reifen (der Oberseite) betrug 12 oder 13; der Höcker oben an der Speisenröhrenwurzel (Fig. 15) klein, das Hinterende des Schlundkopfes unmittelbar (Fig. 14 ec, 15 ©) an dem Kropfe befestigt. Die Länge des Schlundkopfes betrug etwa 0,86, bei einer Höhe und einer Breite bis 0.75 mm. Die Mundhöhle wie gewöhnlich (Fig. 16 e). Die Zunge (Fig. 16) wie gewöhnlich, ganz kurz und dreieckig mit 2(—3) Zahnplatten (von der obersten ragt nur der Grundtheil aus der Raspelscheide hervor, vgl. übrigens 1. c. p. 104). Die Raspelscheide (Fig. 16 b) wie bei der andern Art. sich weit rückwärts erstreckend: in derselben kamen 7 entwickelte und eine unentwickelte Zahnplatten vor. In der an der Unterseite des Schlundkopfes liegenden Scheide (Fig. 16) lagen, auch an einander in einer Linie befestigt. 6 oder 7 Zahnplatten: in dem hinteren kugelförmigen Ende der Scheide (Fig. 16 ce) eine viel grössere Anzahl, wie es schien SO—100, alle ohne Ordnung und meistens von der Cuticula gelöst. (Taf. X, Fig. 26) so dass sie beim Eröfitnen des Sackes herausfallen. Die Zahnplatten (Fie. 17—20) stimmen in allgemeinen Formverhältnissen mit denen der Cyerce elegans, sind sehr langgestreckt; der Basaltheil kürzer als der Haken, etwas plattgedrückt. vorne an der Unterseite mit dem gewöhnlichen hervorspringenden, der Quere nach getheilten Knorren: der Rücken des Hakens fällt von der Gegend der Mitte gegen vorne und gegen hinten etwas ab, wie schon in der Skizze von (1. c. Taf. X VI, Fie. 23) Semper gut angedeutet. Die tiefe Kluft im Rücken des Körpers und des anstossenden Theiles des Hakens zeigt in der Tiefe zu jeder Seite eine Reihe von feinen Auskerbungen, den Dentikeln der anstossenden vorderen Zahnmplatte entsprechend (Fig. 17). Die Zähnchen des Hakens wie gewöhnlich, an den erösseren Zahnplatten im Ganzen etwa 17—20, von denen die hintersten ganz klein waren: bei den kleineren war die Zahl der Dentikel geringer, und an den kleinsten konnten (bei einer Vergr. bis 750 Mal) keine Dentikel gesehen werden (Fig. 26). Die Länge der vorderen oberen Zahnplatten betrug etwa 0.22 mm.. bei einer grössten Höhe von 0.037 mm. ; die Länge der kleinsten gemessenen Zahnplatten betrug 0.025 mm. Die Zahnplatten waren äusserst schwach gelblich. fast farblos.

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Die Speicheldrüsen waren wie bei der ©. elegans, nur etwas voluminöser. An dem Ende der Ausführungsgänge kam neben dem buccalen Ganglion eine kleine Ampulle vor (vel. 1. ec. Taf. XIV. Fig. 5 b).

Der Kropf etwa wie bei der O. elegans und wie bei dieser unmittelbar an dem untersten Theil des Hinterendes des Schlundkopfes befestigt (Fig. 14 ec, 15 ec). Die Länge des Organs betrug etwa 1,12 mm., bei einer Breite von 1 und einer Höhe von 0.6 mm. Die Structurverhältnisse waren wie bei den Phyllobranchen.

Die Speiseröhre (Fig. 15 d) war etwas länger als der Schlundkopf. Die Form des Magens konnte nicht bestimmt werden, ebenso wenig die Beschaffenheit des ganzen Lebersystems. Der Darm schien sich wie bei der C. elegans zu verhalten.

Die Zwitterdrüse schien der der Öyerce elegans ähnlich. Die Ovarialfollikel der einzelnen Drüschen waren stark entwickelt. Der Bau der vielgelappten Drüse konnte nicht eruirt werden.

Die Schleimdrüse war von gerundeter, dreieckiger Form: die Länge 4,5, die Breite 3.5 und die Höhe 3.25 mm. betragend, die Farbe gelblichweiss.') Die Samenblase (Fig. 26 a) kugelförmie, von etwa 1.5 mm. Diam.. gelblichweiss, ziemlich dünnwandig, mit zierlichem Plattenepithele ausgekleidet. mit amorpher und zellulöser Masse gefüllt: der Gang (Fig. 26 b) etwa 1Ve Mal so lang als die Blase, unten dicker, sich in den Schleimdrüsengang (Fig. 26 e) öffnend. Der Samengang in seiner ersten Strecke dünn. weisslich. 4—5 mm. lang, dann plötzlich zu der fünffachen Dicke anschwellend. mehr gelblich, etwa 5 mm. lang, in den Grund des Penissackes eintretend (Fig. 24c). Der Penissack, aussen tief schwarz pigmentirt, mit Massen von kleinen Drüsenzellen, diekwandig, 2,5 mm. lang. conisch (Fig. 23). mit runder Oeffnung an der Spitze. Der Penis (Fig. 24 b) ziemlich kurz, eylindrisch-conisch, von dem ziemlich kräftigen (Fig. 24) Samengange durchzogen. der sich durch den Penisstachel öffnet. Dieser Stachel (Fig. 24 a, 25) ist stark, von bräunlichgelber Farbe, dunkler_in dem Grunde, schwach gebogen, fast cylindrisch, von einer Länge von etwa 0,4 mm., an der Spitze 0.029, oberhalb des zwiebelförmigen Grundes 0,037, an der Grundfläche des letzten etwa 0,12 mm. breit; an der Spitze (Fig. 25), die nicht abgebrochen schien, fand sich die weite, runde Oeffnung; die Höhle des Stachels schien mit kleinen zellulösen Elementen (Fig. 25) gefüllt, die durch Druck aus der Spitze hervorquollen. ?)

AEOLIDIADAE. Fiona, Hanc. & Emblet. Hymenaeolis. A. Costa. Annuar. del Mus. Zool. di Napoli. III. 1866. p. 64,80. IV. 1867. p. 28.

Die Fionen sind durch die Untersuchungen von Hancock ?) und von mir*®) in Beziehung auf ihre anatomischen Verhältnissen wohl ganz gut gekannt. Nur eine geringe Anzahl von Arten ist bisher

') Das blinde Ende der Follikel der Schleimdrüse fand Semper »etwas verdickt; mit grossen, stark mit Biweisskörperehen ausgefüllten Zellen und mit einem deutlichen Lumen; mehr vorwärts zeigten die Wände kleinere und mehr durchsichtige Drüsenzellen« (vel. 1. ce. p. 118).

?) Den Figuren Semper’s zufolge (l. c. p. 118. Fig. 26—28) ist der Penisstachel »gerade, ziemlich lang, spitz zulaufend, mit einer spaltenartigen, ziemlich weiten Oefinung unter der Spitze; der Stachel ist braun, hornig, gegen Alkalien völlig resistent; das hintere Ende des Stachels liess sich wegen des schwarzen Pigmentes in der Scheide (Fig. 26) nicht beobachten.« Die Spitze wird wohl sehr leicht abbrechen und in solchem Falle würde der Stachel freilich ein Aussehen wie oben beschrieben annehmen.

®») Alder and Hancock, Monogr. br. nudibr. Moll. part VII. 1855. p. 52, 53. fam. 8. pl. 38 a.

‘) R. Bergh. Vidsk. Meddel. fra naturh. Foren. i Kjöbenhavn for 1857. p. 273—887. Tab. II—II.

- contrib. to a monogr. of the Gen. Fiona, Hanc. with 2 pl. Copenhagen, 1859.

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angegeben !), und von denselben ist bisher nur eine einzige, die typische Art (F. atlantica) genauer untersucht. Es ist später von mir eine noch nicht publieirte Untersuchung einer aus dem stillen Meere stammenden Fiona vorgenommen worden, die wahrscheinlich der Fiona pinnata (Eschsch) gehört. Aus jener gehen aber keine specifisch verwerthbare Charactere hervor, und es musste dahingestellt bleiben. ob diese im

stillen Oceane einheimische Form einzelner äusserer Abweichungen (grössere Länge des Schwanzes) ohngeachtet nicht mit der im atlantischen vorkommenden identisch sei. Diese Annahme wird durch

die untenstehende Untersuchung vielleicht noch bestätigt, die auch einer Form des stillen Meeres betrifft. die noch näher der F. atlantica zu stehen scheint. Es würde also hier wieder ein eireumaequatorial- pelagischer Mollusk vorliegen.

6. Fiona pinnata (Eschsch.?). Aeolidia lepadivora, Graeffe, Catal. Mus. Godetfroy. ? F. atlantica, Beh.

Hab. Oe. pacificum. ANNE RTOE Re 2R Bi

Diese Form wurde von Dr. Graeffe im Februar 1862 »im australischen Meere etwa 100 miles westlich von der Küste Vandiemensland entfernt auf einem mit Lepaden bedeckten Stücke Holz in grösserer Anzahl gefunden.« Fernere Notizen fehlten. es fand sich nur eine dem lebenden Thiere nach von Graeffe hingeworfene kleine colorirte Skizze desselben. Im Mus. Godeffroy fand ich im Juli 1872 nur ein einziges Thier.

Der erwähnten Skizze zufolge ist das lebende Thier im Nacken, an den Rhinophorien und Tentakeln röthlich gewesen. Die Seiten-Leberstämme stark hindurchschimmernd, wie die Papillen bräunlich. Die Länge des Thieres hat etwa 25 mm. betragen. Das in Alcohol bewahrte Individuum maass in Länge etwa 10 mm. bei einer Höhe bis 3 und einer Breite von 34mm. Die Farbe des Kopfes und des Fusses gelblich, die Seiten hellgrünlichgelb, der Rücken dunkler grünlichgelb, besonders an den Seitentheilen.

Der Kopf wie bei anderen Fionen: die Rhinophorien und Tentakel stark zusammengezogen (4,5 mm. lang bei dem lebenden Thiere, bei dem todten etwa 1,5 mm.), einander ganz ähnlich. Die Augen schimmerten nicht hindurch. Der Aussenmund wie gewöhnlich. Der Rücken wie gewöhnlich, der nackte Theil in der Mitte nur wenig breiter als die mit Papillen besetzten. An gewöhnlicher Stelle rechts. etwa an der Mitte der Länge, die hervorstehende Analpapille und neben derselben einwärts die feine Nierenpore. Die Papillen in gewöhnlicher Art angebracht, die meisten in Quincunx geordnet; die äussersten sehr klein, kaum 0,12 bis 0,16 mm. messend, die grössten gegen 2 mm. (bei dem lebenden Thiere bis 3 mm lang): die grösseren Papillen mehr abgeplattet als bei der F. atlantica, die Membran breiter. Die Seiten wie gewöhnlich

') 1. F. nobilis, H. & E. Oe. atlant.

2. » atlantica, Beh. Oe. atlant. Ae. Sargassi, Phil. Mus. Giessen. Doris faseieulata. Gm. (nee ©. F. Müller). ? Limax marina, Forsk. ? Hymenaeolis elegantissima. A. Costa. I. e. p. 29. Tav. I. Fig. 1-3. 3. » pinnata, Eschsch. Oe. paeif. sept. 4. » longicauda, Q. & G. Oe. pacif: sept. 5. » ? alba, van Hass. Oc. indie,

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ziemlich hoch: vorne an der rechten Seite die etwa 0,75 mm. hervorragende, abgestutzt-conische, etwas gegen unten gerichtete (männliche) Genitalpapille und hinter derselben die weibliche Oeffnung des Schleimdrüsen- Ganges. Der Fuss wie gewöhnlich. das Vorderende gerundet. der Schwanz auch bei dem lebenden Thiere nur etwa 3—4 mm. lang.

Durchschimmern der Eingeweide und Lageverhältnisse der Organe wie sonst.

Das Centralnervensystem wie bei anderen Fionen. die gastro-vesophagalen Ganglien kaum "4 der Grösse der buccalen betragend. Das Auge mit seinem dunkel-braunschwarzen Pigment wie gewöhnlich.

Die Mundröhre etwa 1 mm. lang, von dem gewöhnlichen. gelblichen Drüsenlager umgeben. Der Schlundkopf 2.5 mm. lang, bei einer Breite von 2 und einer Höhe von 1.2 mm.. von gewöhnlicher Form. Die Mandibel vorne stark hell kastanienbraun. sonst wie gewöhnlich: der Kaufortsatz ziemlich regelmässig gezähnelt. die Zahl der (entwickelten) Zähnchen 33 —35 betragend. Die Zunge von gewöhnlicher Form: unten kamen an derselben 14, an der Spitze zwei. und oben 22 entwickelte und 3 unentwickelte Zalnplatten vor: die Gesammtzahl derselben betrug somit 41. Die Farbe der Zahnplatten (Fig. 4. 5) war horngelb; die Breite der jüngsten (entwickelten) belief sich auf etwa 0.2 mm.. die der vordersten des Zungenrückens auf 0,16, die der ältesten auf kaum 0.11 mm; die Länge der Zahmplatte der Zungenspitze betrug 0.18. ihre Höhe kaum 0.06 mm.: an den meisten Zahnplatten des Zungenrückens kamen jederseits 8 Dentikel vor, von denen der der (in Form ziemlich wandelbaren) Spitze nächststehende vie] kleiner war: an denen der Unterseite der Zunge fanden sich jederseits nur 6 Dentikel. von denen der innerste auch kleiner war.

Die Speicheldrüsen schienen von gewöhnlicher Länge zu sein. Die Speiseröhre und der Magen wie sonst, ebenso der Darm. In der Verdauungshöhle kam. wie bei anderen von mir untersuchten Fionen, nur wunbestimmbare thierische Masse vor. Die seitlichen Lebergänge hatten eine Dicke (Diam.) von 0,5—0.75 mm.. waren von schwarz-bräunlicher Farbe: der Inhalt wie in dem Magen.

Die Zwitterdrüse wie bei anderen Fionen, aber kleiner, und die Ovarialfollikel in viel geringerer Anzahl an den Testiceularlappen vorhanden, in jenen Eier, in diesen Zoospermen. Die Ampulle des Zwitterdrüsenganges wie bei der F. atlantica: die Samenblase ebenso. eiförmig, mit reichem Samen gefüllt, der Ausführungsgang um ein Weniges kürzer als die Blase. Der Penis lang (wie bei der »F. pinnata«).

Gerberilla, Beh. N. gen.

Forma corporis sat elegans. vix compressa,. elongata. Rhinophoria perfoliata. tentacula elongata. Papillae dorsales pedamentis ut plurimum humilibus impositae. non caducae. Podarium sat latum. margine antico sulco transverso et angulis tentaculatim producto.

Margo masticatorins mandibulae laevis. Radula dentibus uniseriatis; dentes depressi, acie pectiniformi irreeulari. dentieulis longissimis et pro parte iterum dentieulatis. Penis inermis.

Die wesentlichen Merkmale dieses neuen Geschlechts sind neben den perfoliirten Rhinophorien dielangen Tentakel. die Gegenwart von niedrigen Fussgestellen, die die langen, fest anhängenden Papillen tragen, und das Dasein von ausgezogenen Ecken an dem Vorderrande des breiten Fusses. Der Kaurand des Kiefers ist glatt. Die Zunge hat nur eine Reihe von Zahnplatten: diese sind ungewöhnlich gross und stark, niedergedrückt, denen der typischen Aeolidien ziemlich ähnlich, mit langen und starken, zum Theile wieder gezähnten Dentikeln. Der Penis ist unbewaffnet.

Unseren jetzigen Kenntnissen zufolge scheinen die Cerberillen ihren Platz in der Nachbarschaft der Flabellinen finden zu müssen, wie dieselben jetzt bekannt sind. ') Sie unterscheiden sich aber

') Vgl. R. Bergh, malacolog. Uuters. 1. c. I, 2. 187 p. 16—30.

wesentlich durch eine andere Form des Vorderrandes des Fusses,. durch die grössere Breite dieses letzten, durch den glatten (nicht dentieulirten) Kaurand und durch eine ganz andere Beschaffenheit der Zahnplatten, ferner durch die Lage des Magenblindsackes an der oberen Seite der Zwitterdrüse.

Von dem @Geschlechte ist bisher nur eine, die untenstehende, neue Art, aus dem stillen Meere

bekannt.

r.

7. Cerb. longieirrha, Bgh. n. sp. Mar XII R12616.

Von dieser Form lag nur ein einziges Individuum vor, am Riffe unter todten Madreporen von Dr. Gräffe bei Upolu (Samoa-Inseln) gefunden; seine Nahrung besteht Gräffe zufolge aus Sertularien:; die Bewegungen des Thieres waren lebhaft. Das etwas zusammengezogene. sonst gut und mit fast allen seinen Papillen in situ conservirte Individuum hatte eine Länge von etwa 18, bei einer Körperhöhe vorne von fast 4 und einer Breite von etwa 4.5 mm.: der Fuss vorne etwa 5. an der Mitte noch fast 4,5 mm. breit. Die schlatten Papillen erreichten eine Länge bis S, selten bis 15 mm.; die Tentakel 5.5 bis 6.5. die zusammeneezogenen Rhinophorien 1 mm. lang. Die Farbe des Kopfes und des Körpers im Ganzen gelblichweiss (elänzend blau im Leben). die Papillen ebenso, nur mehr weisslich. besonders an der Spitze (grünlich schillernd im Leben): an diesen letzten kam etwa an der Mitte oder oberhalb derselben ein an den grossen meistens 0.4—0.,5 mm. hoher dunkelchocoladenbrauner (im Leben rosenrother) Ring vor. an den grössten Papillen fand sieh derselbe mehr gegen die Spitze hinaus gerückt: an vielen fehlte der Ring: die Spitze der Rhinophorien, das Genick und theilweise das erste Papillenkissen von derselben braunen (im Leben rosenrother) Farbe.

Die Form des Thieres scheint im Ganzen schlank. aber kräftig gewesen zu sein. Der Kopf von mittelmässiger Grösse, vorne abgeplattet, breit, mit gelösten Rändern, die nur an dem Uebergange in den oberen Theil des Grundes der Tentakeln weniger hervortreten. Durch mehr als die untere Hälfte erstreckt sich der Aussenmund als eine mediane, unten etwas ausgeschweifte Spalte: die über dem Fussrande liegende Kinnparthie flach und dünn '). Die Tentakeln. von den Seitentheilen des Kopfes ausgehend, langgestreckt. allmählig zugespitzt, ganz am Grunde etwas eingeschnürt. In dem Nacken, etwa auf einer Querlinie mit dem ersten Paare der Papillenkissen standen die Rhinophorien dicht an einander: der Stiel derselben war niedrig. eylindrisch: die Keule ziemlich kurz. spulenkeulenförmig. mit abgeplattet- gerundeter Spitze, die Perfoliation schien nicht tief. die Zahl der Blätter etwa 14—15 betragend. Die Augen schimmerten nicht hindurch. Der Körper ziemlich langgestreckt. mit breitem Rücken, der von den zum Theile sehr langen, sehr fest anhängenden Papillen in ihrer grössten Strecke gedeckt war. Der Rücken ziemlich breit, die Mitte in der vorderen Hälfte (bis etwa das siebente Papillenreihenpaar ) nackt. in der letzten, wegen der in der Mittellinie fast an einander stossenden Papillenreihen, bedeckt. Das vorderste Papillenkissen !) mit den Rhinophorien auf einer Querlinie stehend, stark (0,8 mm.) wallartig hervortretend, gegen innen fast senkrecht. gegen aussen schräg abfallend,. und im Rande ein wenig flügelförmig hervortretend; an demselben kamen, dicht hinter eimander. zwei Reihen von kleinen farblosen Papillen vor, im Ganzen etwa 10. Die kleinsten erreichten eine Länge von etwa 0,35 mm. (mit dem Nesselsack sich durch wenigstens die halbe Länge erstreckend), die grössten von etwa 1,3 mm. Unmittelbar hinter diesem Kissen fand sich ein ‚anderes, etwas niedrigeres, in dem äusseren Ende mehr

') Vel. die Figur an der ersten, der Fortsetzung dieser Mittheilungen gehörenden Tafel.

26

gelöstes, mit einer Reihe von 8—9 Papillen, die eine Höhe bis 2,5 mm. erreichten; die innersten drei zeigten das braune Gürtel. Dicht hinter ‚jenem fand sich das dritte, noch weniger hervortretend mit einer Reihe von 11 Papillen. die eine Länge bis 3.25 mm. erreichten. Dicht hinter diesem trat die vierte Papillenreihe auf nur sehr wenig erhabenem Boden hervor. in derselben 10—11 Papillen, von denen die 4— 5 innersten gegürtelt, die innerste 4. 5—5b mm. lang. Die fünfte Papillenreihe wie die vorige, mit 12—13 Papillen. von denen die 4 inneren gegürtelt, die innerste 6 mm. lang. Die sechste Reihe mit 12-14 Papillen, von denen die 6 äussersten sehr klein. die innerste 10 mm. lang. In der siebenten Reihe 11—16, in der achten 11—13, in der neunten 10, in der zehnten und elften 9—10. in der zwölften 10. in der dreizehnten 9—10. in der vierzehnten 9—11. in der funfzehnten 6—8, in der sechszehnten 4-5: die siebzehnte bis zwanzigste enthielten nur 3 (2). Papillen. von denen die innerste nur eine Länge bis 1.5 mm. erreichte. Diese letzten Reihen enthielten nur farbenlose Papillen. und in den mehr vorne liegenden Reihen kamen nur 1—3 gegürtelte Papillen vor. Die meisten papillen- tragenden Kissen sind niedrig. in dem äusseren Ende durch die einander folgenden Reihen allmählig weniger hervortretend. Die Papillen in einem fast geraden oder leicht gebogenen Bogen neben einander gestellt, die äussersten (am meisten 4) sind sehr klein. die folgenden bedeutend grösser, und dann nimmt (die Grösse derselben einwärts rasch zu. Am Grunde sind die Papillen, besonders die grösseren, zusammen- gedrückt (oft setzt sich eine Falte von dem Grunde derselben über das Kissen hinab fort); in der übrigen Strecke sind sie weniger zusammengedrückt, mehr eylindrisch, oben zugespitzt: die längsten Papillen kamen in der 9—12 Reihe vor. Der braune Gürtel trat oft kissenartig hervor. besonders (Fie. 7 aa) in den Fällen, wo derselbe mehr oder weniger halbseitig hervortrat, indem ein Stück des Ringes fehlte An den Hinterrand des äussersten Theiles des fünften Papillenkissens stützt sich die kurze (klaffende) Anal- Papille mit sternförmiger Oeffnung durch die niedrigen. hervorspringenden Rectalfalten gebildet. Die Nierenpore konnte nicht gesehen werden. Die Seiten im Ganzen nicht sehr niedrig, etwas einwärts gegen den Fuss abfallend; hinten wurden sie sehr niedrig und verschwanden beim Zusammenfliessen des Fusses und des Rückens an der Wurzel des Schwanzes. Unter dem rechtsseitigen zweiten und dritten Papillenkissen fand sich die abgeplattete Genitalpapille mit neben einander stehenden senkrechten Oeffnungen. Der Fuss kräftig, breit. allmälig gegen Hinten zugespitzt, und in einen ziemlich kurzen (etwa 2 mm.) langen Schwanz hinter dem Rücken verlängert. Das Vorderende dick. durch eine Querfurche in eine obere und untere Lippe getheilt, von denen die obere in der Mittellinie mit dem Kinne verwachsen, die untere noch durch eine Querfurche getheilt ist: die Fussecke ist in einen etwa 1.5 mm. langen Fühler ausgezogen (vel. wie oben).

Die Eingeweide schimmerten nur sehr undeutlich durch die Körperwände hindurch, besonders (durch die Papillenwand hier und da der Leberstamm; an dem Rücken hinten die Zwitterdrüse. an den Seiten vorn die Schleimdrüse. Die Eingeweidehöhle erstreckt sich nur bis etwa in die Gegend der 12—13. Papillenreihe.

Das Gentralnervensystem (Fig. 10) etwa wie bei der Cratena Ingubris !). Die cerebro-visceralen (Ganglien von eiförmigem Umrisse mit ausgekerbtem Aussenrande, ziemlich abgeplattet (Fig. 10 aa). Die pedalen (Fig. 10 bb) fast birnförmig. abgeplattet. etwa Vs kleiner als die vorigen: die verbindende Commissur (Fig. 10 e) nur wenig länger als das Ganglion, breit. „Die Ganglia olfactoria (Fig. 10 dd) kurzgestielt. länglich. etwa Ys der Länge der cerebro-visceralen Ganglien betragend. Die Ganglia buccalia etwas kleiner als die vorigen. rundlich. abgeplattet: die verbindende Commissur kürzer als der Durchmesser

') R. Bergh, malacolog. Unters. ]. e. IL p. 11; Tab. IV. Fie 8.

DT

des Ganglions. Die Ganelia gastro-oesophagalia in Grösse etwa "a der vorigen betragend. mit einer grossen (von 0,08 mm. Diam.) und mehreren kleinen Nervenzellen.

Das Auge (Fig. 10e) kurzgestielt, kugelförmig. gross. von etwa 0.2 mm. Diam.. mit grosser velber Linse, schwarzem Pigment. Die Ohrblase (Fig. 10) an der hintern Grenze des cerebralen Ganglions. in der Auskerbung des cerebrovisceralen Ganglions liegend: etwas niedergedrückt. von etwa 0.08 mm. Diam.. von Otokonien strotzend, die einen Diam. bis etwa 0.016 mm. erreichten.

Die Mundröhre eirca I mm. lang, von einem ziemlich dieken. weissgelben Drüsenlager umgeben. Der Schlundkopf ziemlich gross, etwa 3 mm. lang. bei einer Breite von 22 und einer Höhe von fast 2mm.: er war also ziemlich kurz, hoch und breit. die Raspelscheide mur wenig hinter den Kiefern hervorragend. Die obere Fläche allmählig gegen hinten schrägend. etwa an der Mitte mündet die Speiseröhre ein: die Seiten etwas gewölbt, gegen unten abfallend. vorn gegen den oberen Rand hin mit einer Einsenkung: die untere Seite schmal, gewölbt: der Hinterrand des Kiefers oben weit von dem des anderen abstehend, unten demselben ziemlich stark genähert. Die Mandibel (Fig. 11—13). der Form des Schlundkopfes gemäss, ziemlich kurz und hoch. ziemlich abgeplattet, stark horngelb; nach Weenahme der dieselben an der Unterseite des Schlundkoptes bedeckenden Muskel. zeigt sich aber zwischen den umgeschlagenen Vorderrändern der Kiefer (vgl. wie oben eine später zu kommende Figur) eine tiefe Kluft. Der Schlosstheil ziemlich stark, an der Innenseite (Fig. 12a) mit einem eerundeten Kamme (erista comnectiva); vor demselben springt der Kiefer mit einem dicken. gegen aussen umgeschlagenen Flügel (einigermassen wie bei der Spurilla neapolitana (d’Ch.)) ) hervor. Dieser untere Abschnitt ist an der Aussenseite fast rechtwinkelig hervortretend in der Art. dass sich oberhalb desselben (Fig. 11a) eine schräge verlaufende Einsenkung bildet. Der Kaufortsatz (Fig. 11b. 12») ohngefähr an die Mitte des Unterrandes der Mandibel reichend. Der Kaurand (Fig. 13) glatt. Die Nebenmundhöhle ziemlich weit. Die Zunge (Fig. 14, 15) sehr stark, kurz. an dem (oberen) Rande abgeplattet, mit einer seichten Furche (Fig. 15) für die Zahnplatten. An dem vorderen und oberen Rande der Zunge kamen 7 (Fig. 14), unter dem Raspeldache 2, in der Scheide 4 entwickelte und 2 unentwickelte Zahnplatten vor: die Gesammtzahl der Zahnplatten war somit nur 15. Die Zahnplatten (Fig. 16) waren von horngelber Farbe, von ungewöhnlicher Grösse; die Breite der vordersten (der ältesten bewahrten) betrug 0.31. die der sechsten 0,43, die der dreizehnten 0,45 mm. Sie waren von ganz eigenthümlicher und bisher bei keiner Aeolidiade gesehener Form, im Ganzen mit der der typischen Aeolidien und besonders der Aeolidiellen übereinstimmend °). Sie bildeten seichte Bogen. deren Grundfläche geringe, von dem vorderen Rande ausgehende Längsfalten zeigte, während der hintere Rand in gewöhnlicher Weise verdickt war: die hintere Fläche niedrig, und der Rücken somit wenig steigend. Der Schneiderand in der Mittenlinie leicht ausgeschnitten und daselbst mit zwei Zähnchen: zu jeder Seite kommen constant 7 Dentikel vor: der innerste war der stärkste, zu jeder Seite mit 2 starken Zähnchen: die zwei folgenden zeigten jederseits auch 1—2 Zähnchen, die folgende jederseits ein; die drei äussersten. gegen aussen in Länge allmählig zunehmend, waren von anderer Form, pfriemenförmig. zwischen denselben kamen noch einzelne kleine Dentikel vor; an der Unterseite zeigte der äusserste, längste Dentikel neben dem freien gerundeten Rande (2—)3 feine spitze Dentikel (Fig. 16). Die Zahnplatten variirten sehr wenie von einander, mitunter war ein sonst einem Dentikel gehörendes Zähnchen von jenem hinunter gerückt und in dem Zwischenraume zwischen den Dentikeln gestellt; die Dentikel der vordersten Zahnplatten stark beschädigt. In der

') Vgl. meine Anatom. Bidr. til Kundsk. om Aeolidierne. 1864. ]. e. p. 207. Tab. V. Fig. 4—10. 2) Vgl. meine Anat. Bidr. l. ec. Tab. 1, Fig. 7.

Phidiana Iynceus og Ismaila monstrosa. Naturh. Foren. vdsk. Meddel. 1866. p- 99.

98

Raspelpulpe kamen die gewöhnlichen grösseren und kleineren Zellen und Zellengruppen vor, zu jeder Seite der Mittellinie eine quergestellte, längliche (0.06 mm. Diam.), gelbliche mit mehreren Kernen.

Die Speicheldrüsen wurden nicht deutlich gesehen. schienen sich über den Magen hin zu erstrecken.

Die Speiseröhre ziemlich kurz. Der Magen klein: hinten verlängerte sich derselbe in den. über die obere Fläche der Schleim- und der Zwitterdrüse und weiter gegen hinten hinstreichenden. ziemlich engen Magenblindsack. dessen vorderster und hinterer Theil ziemlich starke Längsfalten zeiete. Der Darm ging von dem rechten Theil des Magens neben dem Pylorus ab, erstreckte sich in einem Bogen über die rechte Seite der Schleimdrüse an den Anus hin. die Länge desselben betrug etwa 4 mm.: in dem vordersten Theile kamen Längsfalten, in dem mittleren mehr schräge und eireulair laufende Falten vor. In dem Magen fand sich unbestimmbare thierische Masse und in derselben eine weissliche. grössere Polythalamie (eine Polystomella?) von etwa 0.37 mm. Diam.: der übrige Theil des Verdauungscanals war leer. Die Beschaffenheit des Lebersystems konnte an dem einen Individuum nicht genau bestimmt werden: in den Magen schien jederseits ein und in den Blindsack mehrere Gallengänge einzumünden. Die Leberlappen der Papillen sind. der Form derselben gemäss. langgestreckt. mit ziemlich ebener Oberfläche, mehr oder weniger geschlängelt durch die Papille hinaufsteigend (Fig. 6. 7). Die Lappen sind in gewöhnlicher Weise oben durch einen kurzen Strang mit dem grossen Nesselsacke verbunden (Fig. 6, 7). der sich besonders bei den kleineren Papillen durch seine Grösse bemerkbar machte: die Länge desselben betrug bei den kleineren fast die Hälfte der Papillenlänge. bei den grössten etwa VYıa—Vıs derselben: die Form war gestreckt-birnförmig. die Wände mit ziemlich starker Muskulatur. Die Nessel-Elemente stabförmig, ziemlich gestreckt und dünn. die Länge meistens 0.0537—0.05, seltener bis 0.06 mm. betragend, häufig dagegen kamen kleinere vor (Fig. 8. 9). Oft bildeten sie innerhalb des Sackes grössere Ballen (Fig. 6): die aus der runden Oeftnung (des Sackes hervorragenden Elemente zeigten oft den Nesselfaden heraus- eeschnellt (Fig. 8).

Das Herz war wie gewöhnlich.!)

Die Zwitterdrüse gross. etwa 5 mm. lang, bei einer Höhe von 2,5 und vorne von einer Breite von 3.75 mm., etwas niedergedrückt-konisch, aus zwei symmetrischen Hälften gebildet, die wieder aus hinter einander stehenden grossen Lappen zusammengesetzt sind. Der Bau der Lappen war der gewöhnliche: in den Lappen kamen entwickelte Zoospermen und erosse oogene Zellen vor.

Die vordere Genitalmasse, hauptsächlich von der Schleimdrüse gebildet, hatte eine Länge von 4.5, bei einer Höhe und Breite von 3 mm. Die an der Drüse rnhenden oder von derselben umschlossenen Ansführungsgänge des Genitalapparats waren hauptsächlich von brauner Farbe. eine genauere Bestimmung war aber an dem einen Individuum mit stark erhärteten Eingeweiden nicht möglich. Der Penis kräftig. (etwa 4 mm) lang, konisch. unbewafinet. bis an die Spitze von dem Samenleiter durchzogen (MARS AR):

') Wahrscheinlich wegen starkes Hervortretens der Schleimdrüse war die Kammer vollständig gegen hinten umgeschlagen.

»

ou

I.

Phyllidia rosans, Bgh. n. sp.

der Analöffnung.

29

Erklärung zu Tafel IX.

Von der Rückenseite. a Gegend der Rhinophorien.

Vorderende derselben. von der Unterseite, mit Tentakeln und Aussenmund.

Rhinophorscheide und Rhinophor.

Analröhre.

Plakobranchus chlorophacus, Beh. n. sp. Von der Rückenseite, 2/1.

Derselbe, von der Unterseite.

Elysia nigropunctata. Pease.

Von der Seite.

Cyerce nigra, ©. Semper. var. ocellata. Natürl. Grösse und von der Rückenseite.

Dieselbe, von der Seite mit seitwärts gedrehtem Kopfe.

Anmerk. Fig. 1 bis 7 nach Originalzeichnungen von A. Garrett.

Sund 9

»

>

>

»

Dr. Ed. Graeffe.

b Gegend

Fig.

Fig.

13.

30

Erklärung zu TafelX. Phyllidia rosans, Bgh.

Analröhre, mit a der längs der rechten Seite herablaufenden Furche. b Nierenpore.

Auge. a Nervus optieus (unter 350facher Vergrösserung, mit der Camera lucida gezeichnet). Kalkstäbchen der Bänder des Rückens (Vergrösserung wie bei Fig. 2).

Stück eines Rhinophorblattes mit Kalkstäbehen. (Vergr. wie oben).

Cntane, oberflächlich gelegene Kalkstäbchen (von einem senkrechten Durchschnitt. Vergr. wie

Fig. 2). Kalkstäbchen des Mantelrandes (unter 100facher Vergrösserung, mit Cam. luc. gezeichnet). ; ( 350facher > a Querdurchschnitt eines Kalk- stäbchens).

Cutane Kalkstäbchen (unter 350facher Vergrösserung. mit Cam. luc. gezeichnet).

Muskulatur der seitlichen Körperwandung. a Grössere Bindegewebszellen (350fache Vergr.).

Mundröhre (a) und Schlundkopf (von oben). bb Mm. retractores bulbi. e Dünner Theil der Speiseröhre.

Mundröhre (a) und Schlundkopf. längs der Unterseite gespalten. Hinten- (b) unteres Ende des intrabulbösen Theils der Speiseröhre. ce Wulst der oberen Wand der Mundhöhle.

Die Speiseröhre. a Ende des intrabulbösen Theiles, b übriger Theil desselben. ce die dünne Strecke der Speiseröhre, d Vorderende der grossen Eingeweidemasse. e Cardia-Theil der Speiseröhre.

Vordere Genitaldrüsen-Masse, von der Hinterseite. a Samenleiter.” b Schleimdrüse,. weisslicher Theil derselben. e Ampulle des Zwitterdrüsenganges (dessen dünnes Ende oben an der Ampulle sichtbar ist). d Schwarze Samenblase, hinter und unter derselben die weisse. e Samenblasengang. f Schleimdrüsengang. g Penissack.

Dieselbe (Fig. 13) von der vorderen Seite. Bezeichnung wie oben. Quer über die eiergelbe Parthie der Schleimdrüse verläuft der Eileiter.

a Ende der Ampulle des Zwitterdrüsenganges. b Samenleiter. e Eileiter (Vergr. 100fach, mit Cam. luc. gezeichnet).

a Weisse Samenblase. b Anfang des Ausführungesganges derselben. c Schwarze Samenblase. d Ausführungsgang der schwarzen Samenblase.. e Fortsetzung des Anfanges des Ausführungsganges der weissen Samenblase. f Solche des Ausführungskanals der schwarzen Samenblase.

Stück des Penisendes (stark gequetscht. Vergr. 350fach, mit Cam. luc. gezeichnet).

Einzelne Penishaken (Vergr. 750fach, mit Cam. luc. gezeichnet).

Phyllidia loricata, Bglı. Penis mit Hakenbewafinung und Kalkstäbchen Tmit Cam. luc. gezeichnet). Penisende mit Hakenbewafinung (Vergr. 750fach, mit Cam. luc. gez.). Oefinungen der Hautdrüsen (Vergr. 350fach, mit Cam. luc. gez.).

Plakobranchus chlorophacus, Bgh.

Der Länge nach senkrecht durchschnittener Schlundkopf (Vergr. 60fach, mit Cam. lue. gez.). a Lippenscheibe. b Rücken des Schlundkopfes mit den Muskelreifen. e Kropfartiger Ansatz des Schlundkopfes: oberhalb d der Sack mit den abgestorbenen Zahnplatten* die Zungenmuskelmasse mit der Raspelscheide und Mundhöhle.

a Penisende. b Penishaken (Vergr. 350fach. mit Cam. luc. gez.).

Ende des Penishakens (Vergr. 750fach. mit Cam. luc. gez.).

3 > in anderer Lage (Vergr. 750fach, mit Cam. luc. gez.).

Cyerce nigra (Semper), Var. Eine der kleinsten Zahnplatten, schräge, von der Unterseite (Vergr. 750fach, mit Cam. lue. gez.).

Fig.

Fig.

[I

Erklärung zu Tafel XI.

Phyllidia loricata, Bgh. n. sp.

Das Thier, von oben. a Gegend der Rhinophorien, b des Anus. Dasselbe, von unten, a Gegend der Tentakel, b der (enitalpapille mit ausgestülptem Penis Zwischen Fig. 1 u. 2 Maasstab der nat. Grösse.

Plakobranchus chlorophacus, Bgh. n. sp.

Verdauungs- und Centralnervensystem, a Lippenscheibe, b Schlundkopf (mit seinen Reifen), e Kropf, d Commissura buccalis mit Ggl. buccale (vor jener die Speiseröhre), e Auge, f cerebro-viseer. Gangl., g pedales Gangl., h Gangl. azygum., i hinterer Theil der Speiseröhre, k Magen. I gemeinschaftlicher Gallengang, m Quergallengang.

Augen, a N. opticus (m. Cam. luc. gezeichnet).

Zunge, mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 750). a Vorderende der Zungenmuskelmasse, b vordere Zahnplatte, e erstere untere Zahnplatte, d Zungenmuskulatur.

Zalnplatte von der Unterseite, mit Cam. luc. gezeichnet (Verer. 750).

Elysia nigropunctata (Pease).

Das Oentralnervensystem, von der oberen Seite mit Cam. lue. gezeichnet (Verer. 100 )), aa cerebro- visceralen, bb pedalen Ganglien. e Gangl. azygum, oberhalb desselben die accessorischen (ranglien. d Auge.

Dasselbe von unten, wie oben. Bezeichnungen wie oben.

Schlundkopf (etwas comprimirt), von der Seite, mit Cam. luc. gezeichnet, a Lippenscheibe, b (regend des Raspelsackes, e Gegend der Raspelscheide. d linkes Ganelion buccale mit Commissur, e Speiseröhre.

Zalhmplatten, mit Cam. luc. gezeichnet.

a Speiseröhre (vgl. Fig. 9 e), b Magen, ce gemeinschaftlicher Gallengang, d Quergallengang, ee Darm.

Querschnitt eines Lappens der vielgelappten Drüse, mit Cam. lue. gezeichnet (Verer. 750).

a Gangl. cerebro viscer. und b pedalia; von oben: mit Cam. luc. gezeichnet.

Schlundkopf und Kropf, von oben. a Munddrüsenmasse, h Schlundkopf, an der Wurzel desselben median die Oeffnung der Speiseröhre, e Kropf.

Schlundkopf und Kropf von der Seite, a, b und e wie oben. d Speiseröhre.

Linke Hälfte der Schlundkopfwand entfernt: a Lippenscheibe, b Raspelscheide, e Sack mit abgestorbenen Zahnplatten, d Reifen der Oberseite des Schlundkopfes, e Mundhöhle (oberhalb der schrägen Zungenmuskelmasse); mit Cam. luc. gezeichnet (Verer. 100).

Zahnplatte, von der oberen Seite.

Eben solche, schräge von der unteren Seite.

Etwas klemere Zahnplatte, von der Seite.

Noch kleinere Zahnplatte, von der Seite.

Fig. 17—20 mit Cam. luc. gezeichnet (Verer. 750).

a Papel der Rückenseite einer Papille, b Drüsenöffnungen der Umgegend. Mit Cam. Inc. gezeichnet (Verer. 100).

Drüsen von der Gegend des schwarzen Epitheliums. Mit Cam. luc. gezeichnet (Verer. 350).

Penissack.

Penis mit a Stachel, b Peniskörper, ce Samenleiter. Mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100).

Ende des Penisstachels. Mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 750).

a Samenblase mit b ihrem Ausführungsgange, c Schleimdrüsengang.

Cerberilla longieirrha, Bgh. n. sp. Penis, mit Cam. lue. gezeichnet (Verer. 55).

I Fig.

> 8

16.

32

Erklärung zu Tafel XL.

Elysia nigropunctata (Pease..

Das Zahnplattensystem. mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). a Raspelscheide. b Zahnplatte der Zungenspitze, e Sack mit abgestorbenen Zahnplatten. d Vorderende der Zungenmuskelmasse (Raspeldach).

Cyerce nigra, var ocellata. Grössere Papille von der oberen Seite. Dieselbe von der unteren Seite. aa Stielparthie.

Fiona pinnata (Eschsch.). (Ace. lepadivora, Gr.). Zahnplatten von dem Zungenrücken.

Aelteste Zahnplatten. 3eide mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 350).

Cerberilla longieirrha, Bgh.

Kleinere Papille, mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 100). a Oefinung des Nesselsackes. Mittelgrosse Papille. aa Halbseitig entwickelter brauner Gürtel, mit Cam. luc. gezeichnet (Verer. 55). Oeffnung der Papillenspitze mit Nesselelementen, mit Cam. luc. gezeichnet (Verer. 350). Nesselelemente, mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 750).

Öentralnervensystem. von oben. mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 55). aa Cerebro-visc. Ganglien. bb pedale Ganglien: e Commiss. pediaea: dd Ganglia olfactoria mit N. olfactorius: ee Augen: hinter denselben die Ohrblasen.

Mandibel, von der Aussenseite.

Dieselbe von der Innenseite. In Fie. 11 u. 12 a Schlossparthie, b Kaufortsatz: beide mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 55).

Stück des Kaurandes,. mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 350).

Zunge, von der Seite. a Hinterende des Schlundkopfes (der Zungenmuskelmasse). b Vorderrand der Zunge, e Raspeldach, d Raspelscheide.

Zunge, von vorne, a oberer Rand.

Zahnplatte, mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 350).

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Separat-Abdruck

aus dem

Journal des Museum Godeffroy Heft VI.

Neue Nacktschnecken der Südsee,

malacaleeaısehe Untersuchungen von

Dr. R. Bergh

(Kopenhagen). IDE

AEOLIDIADAE. Phestilla, Beh.

Forma corporis sat depressa. Caput antice limbatum, limbus lateribus quasi alatus, alae podario affıxae: tentacula breviora, rhinophoria simplicia. Papillae (dorsales) singula serie pedamentis compressis, obliquis impositae (sine enidocystis). Podariun antice rotundatum.

Margo masticatorius mandibulae postice dentieulis minutis (rotundatis, irregulariter serrulatis). Radula uniseriata.

Das obenerwähnte Geschlecht wird sich vielleicht als mit den Calmen !) und Flabellinen verwandt zeigen; wenigstens könnte das Dasein von Fussgestellen zum Anbringen von Papillen auf solche Verwandt- schaft hindeuten.

Die Form des Thieres ist im Ganzen etwas niedergedrückt. Der Kopf zeigt sich in seinem Vorderrande wie mit einem Gebräme versehen. das sich seitwärts flügelartig ausbreitet: die Flügel sind mit ihrem Unterrande mit dem Fusse verwachsen. Die Rhinophorien sind den Tentakeln ähnlich. Die Papillen des Rückens sind auf Fussgestellen angebracht, die schräge auf den Seitentheilen des Rückens stehen; die Papillen sind an den Fussgestellen in einer einzelnen Reihe gestellt. Der Fuss ist vorne gerundet. Der Kaurand der Mandibel ist hinten mit sehr kleinen, gebogenen, in dem Rande gezackten Erhabenheiten besetzt. Die Raspel trägt eine einzelne Reihe von Zahnplatten (die bei der einzigen bisher bekannten Art mit in Grösse alternirenden Dentikeln bewaffnet waren). Der Magenblindsack liegt wie bei den mehr typischen Aeolidien an der oberen Seite der Zwitterdrüse.

Von dem Geschlechte ist bisher nur eine einzige. die untenstehende Art aus dem philippinischen Meere bekannt. Ph. melanobrachia, Beh. n. sp.

Taf. II. Fig. 1—14.

Von dieser Art fanden sich zwei etwa gleich grosse Individuen vor, die Semper im philippinischen Meere gefischt hatte. Beide waren mittelmässig conservirt, etwas erhärtet, im Tode sehr verdreht: die Papillen aber zum grössten Theil an ihrem Platze. Beide wurden der Untersuchung geopfert, zeigten sich

') Das Geschlecht Calma wurde von Alder und Hancock (Monogr. br. nudibr. moll. part VII. 1855. app. p. XXI) nach einer schon früher von ihnen (l. e. part VI. 1854. Fam. 3. pl. 22. f. 1-4) beschriebenen Ae. glaucoides aufgestellt und folgender Weise charakterisirt: Body depressed, rather broad; tentacles small, simple, linear; branchiae linear-fusiform, elustered on eylindrical footstalks; foot broad, anterior angles acute. Tongue very small and narrow, bearing a single spine.«e (pl. 47 supplementary f. 15 (ganz unbrauchbar) »upwards of 50 rowse«).

aber inwendig so stark erhärtet, dass diese nur ziemlich unvollständig ausfiel. Keine Notizen liegen von Semper über die Thiere vor.

Die Länge der Individuen betrug 20—22Mm., die Körperhöhe (etwa in der Mitte der Länge) 5—5,5, die Breite über dem Rücken (mit dem Papillenkissen) bis etwa 7 Mm.; die Fussbreite maass bis 45 Mm. Die Farbe ist ziemlich einfarbig schmutzig röthlichbraungrau, an dem Kopfe und hier und da an dem Rücken wie weiss gepudert: die Rhinophorien und die Tentakel sind heller, die Ränder der Blätter jener weiss, so auch der Rand der Kopfflügel und des Fusses. Die Papillen sind schwarzgrau oder schwarz mit mattgrünlichem Metallglanze, mit röthlich weisser Spitze.

Die Form ist im Ganzen kräftig, etwas niedergedrückt. Der Kopf ist ziemlich gross, ziemlich breit. etwas applanirt Das Vorderende (Fig. 1) ist gerundet, etwas applanirt, in der Mitte den runden Aussenmund tragend: oben und an den Seiten mit einem Gebräme versehen. das oben schmäler, an den Seiten (Fig. 1b) flügelartig ausgebreitet ist. der Rand des Gebrämes ist gelöst: unten ist der Kopfrand in seiner ganzen Länge verdickt, gelblich und mit dem Fussrande verwachsen. Von dem gelösten Hinterrande des (zebrämes erheben sich etwas seitwärts die Tentakel (Fig. 1 a): dieselben sind so lang oder kaum kürzer als die Rhinophorien, etwas abgeplattet, oben ein wenig zugespitzt. Rückwärts an dem Kopfe finden sich oben, fast neben einander gestellt, die nicht hohen (etwa 1,75—2 Mm. messenden). wie es schien ziemlich stark contrahirten Rhinophorien:; dieselben sind conisch, mit ziemlich deutlicher Vorder- und Hinterkante, mit mehr verwischten Seitenkanten, geringelt: die Ringe oft scharfkantig (die Zahl derselben etwa 20 betragend); die Spitze der Rhinophorien ist gerundet. Der Rücken (Fig. 2) ist allmählig gerundet, in dem mittleren Drittel (vorne in noch grösserer, hinten in geringerer Breite) nackt. an den Seitentheilen (14) hervorragende Papillen-Kissen tragend, die sich dem Fusse sehr nähern: die etwa 2 hinteren stossen von beiden Seiten in der Mittellinie fast zusammen. ‚Jene Kissen (Fig. 2) nehmen von dem ersten bis dem fünften (oder sechsten) in Grösse allmählig zu, von diesem letzten ab werden sie rückwärts nach und nach kleiner. Die Kissen stehen alle sehr schräge gegen hinten und unten gerichtet (Fig. 2b): sie treten an dem Rücken als Wälle hervor, die entweder senkrecht hinaufragen oder wie vorwärts geschlagen sind (Fig. 2): in dem inneren Ende sind sie niedriest. auswärts allmählig sich mehr erhebend, die grösseren (mittleren) sind in dem äusseren Ende ohrenförmig gelöst: die grösste Höhe der Kissen betrug etwa 1.3 Mm. Das erste, dicht hinter dem Tentakel stehende Kissen trägt 4—-5, das nächste 6- 8 Papillen: an dem dritten, das sich von der Gegend der Rhinophorien ab auswärts erstreckt. kommen 10—11, an dem vierten 11-13, an dem (Fig. 2) fünften und sechsten 12—14: an dem siebenten. an das sich die Analpapille (Fig. 2 b) lehnt, finden sich 10—11. an dem achten etwa 9 10. an dem neunten etwa 7—8, an dem zehnten 6—7, an dem elften 4—5, an dem zwölften und dreizehnten etwa 5. an dem vierzehnten 2..und hinter demselben stand noch eine einzelne kleine Papille. Die Papillen (Fig. 2-5) sind langgestreckt, nur wenig zusammen- gedrückt, mitunter auch mit Andeutung einer Längenkante, fast von rundem Durchschnitt. ganz unten etwas dünner, in dem oberen Theile geren die abgerundete Spitze hin etwas verschmälert; sie wachsen an den Papillenkissen von der äussersten ab. die sehr klein (Fig. 2, 3) ist, schnell in die Höhe, bis zu einer Länge von etwa 10-12 Mm. (bei einem Querdiam. von etwa 1.5 Mm.): mitunter nehmen die innersten 1—3 Papillen wieder in Grösse ein wenig ab. Die Papillen an der Mitte der Körperlänge sind überhaupt die grössten und nehmen gegen das Hinter- und Vorderende im Ganzen in Grösse etwas ab: die längste Papille ') des vorletzten Papillenkissens hatte eine Länge von 3, die einzelne letzte Papille von etwa 0.75 Mm. Einzelne der grössten Papillen waren (Fig. 5) gegabelt. An die Vorderseite des inneren

') Zwischen den grössten Papillen der Mitte des Körpers eingeschlungen kam ein kleiner Chaetopod vor.

Endes des siebenten Papillenkissens lehnt sich die niedrige (wie sternförmige) Analpapille (Fig 2 b): das an die Analpapille hinaufsteigende Rectum hebt mitunter die Vorderseite dieses Kissens und des anstossenden interpulvinaren Zwischenraumes hervor. An der Wurzel der Analpapille scheint oben die

feine Nierenöffnung zu liegen. Die Seiten des Körpers (Fig. 2) sind ganz niedrig, von den Enden der Papillen fast versteckt; vorne findet sich (an der rechten Seite) etwa unter dem Ende des dritten Papillenkissens die hervorragende Genitalpapille mit doppelter Oeffnunge. Der Fuss (Fig. 2 a) ist

nicht stark, an der Mitte etwa 5 Mm. breit: vorne nur wenig schmäler, fast gerade, in den Ecken gerundet, in der ganzen Strecke mit den Kopfflügeln verwachsen (Fig. 1): gegen hinten ist der Fuss allmählig verschmälert, hinten ganz abgeplattet und ziemlich spitzig, etwa 1 Mm. hinter der letzten Papille verlängert; an den Seiten steht der Fuss etwa 0,75—1 Mm. frei hervor.

Durch die Rückenseite schimmerten die unterliegenden Eingeweide nur sehr undeutlich hin- durch, die Augen konnten nicht hier entdeekt werden; durch die Fusssohle schimmerten hinten viele der gelblichen Läppchen der Zwitterdrüse.

Das Centralnervensystem war etwa wie bei verwandten Formen. Die cerebro-visceralen Ganglien waren etwas abgeplattet, von gerundet-dreieckigem Umrisse. an dem äusseren hinteren Rande (in der Gegend des Auges) etwas ausgekerbt: die pedalen ei- oder birnförmig: die Ganglia olfactoria fast sessil. wenig ausgeprägt. Die Ganglia buccalia stehen schräge gegen einander, nicht sehr divereirend. durch eine kurze (gegen hinten winkelige) Commissur verbunden: sie sind von ovalem oder eiförmigem Umrisse. der grösste Diam. etwa 0,25 Mm. betragend; in denselben kam eine besonders (bis 0.08 Mm.) grosse Zelle vor. Das gastro-oesophagale Ganglion ist sehr kurzgestielt, nicht die halbe Grösse der vorigen erreichend: in demselben kamen 2 besonders grosse Zellen vor.

Das Auge ist kurzgestielt, der Diam. etwa 0,074 Mm. betragend. die Linse gelblich, das Pigment schwarz. Hinter dem Auge fand sich die Ohrblase mit einem runden Otolithen von gelblicher Farbe

und einem Diam. von etwa 0.0127 Mm.

Der Schlundkopf (Fig. 6) ist nicht klein, von einer Länge von 3.2—3.4 Mm. Der M. transversus sup. ist schmal, und die oberen vorderen Kieferränder nähern sich einander stark: hinten liegt zwischen denselben, an der Oberseite des Schlundkopfes, die Pharynx-Oeffnung (Fig. 6 b). und hinter derselben in einer Quereinsenkung die Buccalganglien; die Raspelscheide springt an dem hinteren Theile der oberen Seite und an dem Hinterende des Schlundkopfes (Fig. 6, 9 d) hervor, unten an diesem letzten stossen die Kiefer mit ihrem Hinterende fast zusammen. Die Lippenscheibe (Fig. 6 a) ist gross, fast rund. Die Mandibel, die (Fig. 6) sich an dem Schlundkopfe (an den Kiefermuskelmassen ruhend) mit hell-mahagony- brauner Farbe präsentiren, zeigen, von demselben gelöst (Fig. 7) fast nur vorne diese Farbe; sonst sind sie wie grünlich-grau, aber im Ganzen wie mit starker Politur der ganzen Anssenseite. Die Schlossparthie (Fig. 7a, 8a, 9a) mit wenig vorspringender Orista; der Kaufortsatz kurz, gebogen (Fig. 7 b, 8b): der Kaurand trägt eine meist einzelne Reihe von feinen, gerundeten oder hinten äusserst fein, aber unregelmässig gezähnelten Zacken (Fig. 8 b), der Längendurchmesser dieser Zacken beträgt meist 0,009—-0.013 Mm. Die Nebenmundhöhle (Fig. 9 b) ist klein, der Eingang eine enge Spalte hinter der Schlossparthie bildend. Die Zunge (Fig. 9) ist schmal, langgestreckt, den unteren Theil der Mundhöhle einnehmend: an der Oberseite kamen bei dem einen Individuum 6. bei dem anderen 11: an der Zungenspitze 2 und an der Unterseite 9 oder 6 Zahnmplatten. vor; in der Raspelscheide (Fig. 9 d) fanden sich noch 10—11 entwickelte und 2 unentwickelte Zahnplatten. Die Zahnplatten (Fig. 10—12) sind von gelblicher Farbe, von sehr eigenthümlicher Form, im Ganzen etwas niedergedrückt; die Spitze der Zahnplatte trägt jederseits

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4—6 starke Zähnchen; ausserhalb derselben läuft der Schneiderand in am meisten 5 langen, gerade hervor- ragenden Dornen aus, die mitunter sehr irregulär sind, und zwischen denen sich 2—4 kürzere Zähnchen finden, die mehr gegen unten gerichtet sind; ausserhalb des äussersten Dornes stehen noch mehrere ähnliche Zähnchen. _ Die Breite der Zahnplatten der Raspelscheide betrug 0,16—0,2 Mm. In der Raspelpulpe kamen die gewöhnlichen grossen Zellen vor. In der Mundhöhle und besonders den Nebenmundhöhlen fand sich unbestimmbare thierische Masse.

Die Speicheldrüsen wurden nicht mit Sicherheit erkannt. ')

Die Speiseröhre (Fig. 6b) ist ganz kurz, sich in den ziemlich kurzen ovalen Magen (Fig. 6 ec) öffnend, der sich bis an die Gegend des sechsten Papillenkissens erstreckt: in die Seiten desselben treten 3—4 Gallengänge herein, die sich gewöhnlich gabeln und von den Papillen der 6 ersten Gruppen gespeist werden. In seinem Hinterende geht der Magen in den Magenblindsack hinüber, der, schon vorne ziemlich eng, sich gegen hinten allmählig verschmälert. während er sich längs der oberen Seite der Zwitter- drüse erstreckt, jederseits Gallengänge von den respeetiven Papillengruppen aufnehmend, und hinten eine kurze Strecke hinter den hintersten Papillen endet. Dicht vor dem Eingange in den Magenblindsack liegt die Pylorusöffnung; der ziemlich weite Darm steigt, theilweise von den Lappen der Zwitterdrüse gedeckt, fast gerade an den Fuss hinunter, biegt dann wieder aufwärts und endigt in den Anus. Während die Verdauungshöhle bei dem einem Individuum ganz leer war, war der Darm bei dem anderen von einer schwärzlichen, breiigen Masse ausgefüllt, die sich als näher unbestimmbare thierische Substanz erwies, die mit einer Unzahl von verschiedenartigen Nesselelementen eingesprengt war; bei diesem letzten Individuum war die Innenwand des Darmes ziemlich glatt, bei dem anderen zeigte sie ziemlich starke und viele Längsfalten.

Die Leberlappen füllen die Papillen vollständig aus und sind mit der Wand derselben verwachsen. Sie reichen oben bis in die bleiche Spitze der Papillen hinein, mitunter auch sich mit einer dünnen Fortsetzung durch die Axe jener bis an die Papillenspitze fortsetzend, die dann auswendig einen schwarzen Punkt zeigt, der eine Oeffnung simulirt. Die Wände der Leberlappen sind schwammig, gegen oben im Ganzen dicker, übrigens von ziemlich verschiedener Dicke, indem die Höhle etwas irregulär ist, häufige unregelmässige beutelförmige Erweiterungen zeigend. An Querdurchschnitten der Papillen zeigte sich die Höhle derselben weit, mitunter auch wie durch Scheidewände getheilt, und in der Lebersubstanz fanden sich noch dazu sehr unregelmässige Lücken, wodurch das ganze schwammige Aussehen derselben hervorgebracht wird. Die Substanz ist schwarzgrau. ?) Aller angewandten Mühe ohngeachtet glückte es nicht, einen Nesselsack nachzuweisen, der wahrscheinlich fehlt.

Das Herz lag vor der Gegend des Anus, zwischen dem hintersten Theile des sechsten Papillen- kissenpaares. Die Aorta ant. verlief in gewöhnlicher Weise an der Oberfläche der Schleimdrüse.

Die Zwitterdrüse bildet eine kegelförmige Masse, deren Hinterende bis an etwa das 10—11te Paar der Papillenkissen reicht, während das etwas. ausgehöhlte Vorderende beiläufig in der Gegend des sechsten endet, rechts doch mitunter einen kurzen Fortsatz längs der Körperwand schickend. Die Drüse bestand aus einer Unzahl von kleinen, bis etwa 0.5 Mm. langen, schwach gelblichen, eiförmigen Follikeln,

') Längs der Seitentheile des Rückens zog sich wie eine flache, bräunliche Drüsenmasse hin, die an der Rückenwand befestigt war; in der Gegend vor dem Herzen stiessen die beiden Drüsen an der Mitte des Rückens zusammen; vielleicht sind diese die Gland. salivales.

?) An mehreren Papillen fanden sich an der Spitze der Leberlappen kleine, wie um einen Mittelpunkt zusammengedrängte

krystallähnliche Bildungen, deren Natur nicht genauer bestimmt werden konnte,

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die kleinere Haufen bildeten, welche dicht an und unter einander gedrängt lagen. So weit Solches sich bei dem Conservationszustande der Individuen bestimmen liess, hatten diese Follikel jede ihren besonderen Ausführungsgang und waren nicht an einer (männlichen) Centralparthie angebracht. In den Follikeln kamen zahlreiche Eier und oogene Zellen vor, und übrigens waren dieselben besonders im ganzen Innern mit kleinen glänzenden Kernen überfüllt. Die Schleimdrüse mit den an derselben ruhenden und mit derselben verbundenen Organen hatte eine Länge von etwa 5—5.5, eine Breite von 3,5—4 und eine Höhe von 1,75—2,6 Mm. Die eigentliche Schleimdrüse bildet den linken Theil der ganzen Masse und ist von gelblichweisser Farbe; der rechte wird (besonders von oben her) aus mehreren chocoladegrauen Windungen gebildet, welche die gelbliche, opake Eiweissdrüse zum Theil verdecken. Zwischen den beiden Hälften der Masse lag ein gelblichweisses Organ, das schon bei geringer Vergrösserung (4—5 M.) eine sehr deutliche und schöne Zellenstructur zeigte. Dieses Organ war bei dem einen Individuum prallgefüllt, gross, von einem grössten Diam. von etwa 2,6 Mm., fast kugelrund; bei dem anderen im Ganzen kaum halb so gross, viel länger, aus zwei durch ein dünnes, fadenförmiges Zwischenstück ver- bundenen Hälften gebildet. Das Organ zeigte sich innerhalb einer dünnen Membran mit polygonalen, etwas abgeplatteten. schachtelförmigen Körpern (Fig. 13) packgefüllt, deren Diam. gewöhnlich zwischen 0.1 und 0.14 Mm. schwankte. Dieselben waren mit schwachgelblichen, meist ovalen, glänzenden kleinen Körperchen gefüllt, d.ren längster Diam. kaum 0.0055 überstieg (Fig. 13), und die mit denen in den Zwitterdrüsen- Follikeln identisch zu sein schienen. Das ganze Organ ist wahrscheinlich die Ampulle des Zwitter- drüsenganges gewesen. An dem vorderen Ende der rechten Hälfte der erwähnten Masse fand sich die kugelrunde, röthlichgraue oder -braune Samenblase, deren Diam. etwa 1 Mm. betrug, und die mit Zoospermen mit wohl entwickeltem Kopfe prall gefüllt war. Der Penis hatte eine Länge von etwa 1.5 Mm.., war gestreckt-birnförmig, mit einem hier und da unterbrochenen oder continuirlichen Lager von 0.05—0.06 Mm. hohen Cylinderzellen mit grossem Kerne (Fig. 14) bedeckt.

BORNELLIDAE.

Bornella, Gray.

Das Geschlecht Bornella wurde von Gray !) nach einigen von H. u. A. Adams von der Expedition des Samarang zurückgebrachten Thieren oder eigentlich wohl nach den von diesen Verfassern gegebenen Abbildungen des Thieres aufgestellt. Das Geschlecht wurde fast gleichzeitig von Adams und Reeve etwas genauer erwähnt ?), in Gray’s Guide (1857. p. 220) nicht kenntlicher beschrieben, und erst durch Hancock °) ist diese merkwürdige Form etwas genauer bekannt geworden.

Diese Thiere, die gewöhnlich in die Nachbarschaft der Dendronotiden gestellt werden, mit denen sie wenig (eher mit den Scyllaeiden) verwandt scheinen, unterscheiden sich von jenen im Aeussern schon auffallend durch die Anwesenheit von federförmigen Kiemen an den Papillen.

Die Stirne ist (statt mit Tentakeln) jederseits mit eigenthümlich gestellten, meist wie eradiirenden, langgestreckten oder fast kugelförmigen Fortsätzen versehen. Die Keule der Rhinophorien

') Gray, Figures of moll. animals. IV. 1850. p. 107.

2) The Zoology of the Voy. of H. M. S. Samarang. Moll. (1850). p. 66.

») Alder and Hancock, notice of a collection of nudibr. moll. made in India by W. Elliot. Trans. zool. soc. V. 1866. p. 139—141. pl. XXXII. fig. 8, 9.

Hancock, on the structure and homologies of the renal organ in the nudibr. moll. Trans. Linn. soc. XXIV. 1864. p: 517—518. pl. 57 (fig. 1-6).

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ist stark perfoliirt; ihre Scheide oben fingerförmig getheilt; der Stiel ist seiner ganzen Höhe nach hinten mit einer besonderen, oben das Rhinophor überragenden, den an dem Rücken vorkommenden Papillen ähnlichen Fortsatze verschmolzen. Von dem Rückenrande erheben sich jederseits mehrere Paare von Papillen, deren Stiel sich an den meisten oben in mehrere (4—2) Zipfel theilt, während unten an demselben 1—3 stark entwickelte wirkliche Kiemen befestigt sind. Der Anus ist latero-dorsal, vor der zweiten Papille liegend. Der Fuss ist schmal, vorne gerundet.

Der Schlundkopf ist nicht gross, zum guten Theile von einem ausser Andenken mächtigen Muskel- lager an der Aussenseite der Kiefer gebildet. Diese dicke Muskelplatte erinnert an die ähnliche der Pleurophyllidiaden (und Phylliroiden). Die dicke Lippenscheibe ist vorne mit einer Platte, aus feinen Schuppen gebildet. belegt. Die Mandibel sind sehr kräftig, ohne Kaufortsatz. Die Zunge ist hoch, ganz frei in der Mundhöhle (einigermassen wie bei den Phylliroiden ')) hervorspringend; sie trägt eine mittelmässige Zahl von Zahnmreihen, deren jede eine (glattrandige oder gezähnelte) Mittelzahnplatte und an jeder Seite derselben eine wenig bedeutende Anzahl von Seitenzahnplatten enthält. Der Magen zeigt zwei Abtheilungen. von denen die hintere mit Reihen von starken Dornen besetzt ist; der Darm ist kurz. Der Penis ist sehr stark. ausstülpbar, in einer Strecke mit Dornen besetzt; die Dornen- bewaffnung ist bei den drei genauer untersuchten Arten in der Weise verschieden, dass die Arten dieser Gruppe sich vielleicht im Ganzen durch jene unterscheidbar zeigen werden, wie es schon bei den Plakobranchiden ?) der Fall zu sein scheint.

Die Bornellen scheinen nur den tropicalen Meergegenden, besonders dem Indischen und dem Stillen Meere anzugehören. Es sind bisher nur einige wenige Arten, meistens sehr ungenügend beschrieben oder erwähnt. *®)

1. B. dieitata, Ad. & Reeve. M. indic.

2. » Adamsiü, Gray. M. indieum.

3. calcarata, Mörch. M. antill.

4. » Hancockana, Kelaart. M. ind.

5. sp., Semper. M. philipp.

6. » arborescens. Pease. M. pacificum.

Born. arborescens, Pease, Bgh. B. arborescens, Pease. Americ. Journ. of conchol. VI. 1871. p. 302. pl. 20. f.3 a, b, c. ®)

Color animalis supra pallide flavescens, Aurantiace retienlatus; papillae zona aurantiaca ornatae. Animal forma B. digitatae sat affine, sed papillis anterioribus ut plurimum bipartitis.

') Vgl. meine »Malacol Unters.« (Semper, Reisen. II, II) Heft V. 1873. Taf. XXIX. Fig. 1d.

?) Vgl. dieses Journal, Heft 2. 1873. p. 75—79.

°) Eine Monographie der Bornellen, von 4 Tafeln (Tab, NXXVI—XXXIX) begleitet, wird im 7ten Hefte meiner »Malacolog. Untersuchungen« erscheinen.

‘) »Body smooth, subpellueid, elongate, rounded above, somewhat compressed, tapering posteriorly into a bifid tip. Branchial processes 6 on each side of the back, opposite, eylindrieal, tapering to a point, the first trifid, the succeeding four bifid, and the last simple; from the inner axillae of each process arise small, pinnate branchiae. The head furnished anteriorly with two stellated processes, the rays being 10 or 12 in number, unequal in size. Mouth just in front of the locomotive disk, and between the stellated processes.

Tentacles compressed, lanceolate, pinnate, retraetile into large eylindrical tapering sheaths, which terminate in four unequal tapering branches. Foot or locomotive disk narrow and grooved. At the base of the tentacular sheaths are immersed

Dentes (linguales) mediani fere ut in B. digitata. Penis apice annulo hamulorum armatus; hamuli simplices vel bifurcati. (Glandula hermaphrodisiaca paucilobulata.)

Hab. Oc. pacifieum (Tahiti, ins. Samoa).

Taf. I. Fig. 3, 4; t. II. Fig. 30-33; t. IV. Fig. 1-28.

Die von Pease angegebene Form ist nicht derart beschrieben, dass sie sich ohne Untersuchung seiner Originalexemplare mit Sicherheit wird verificiren lassen. Verschiedene Umstände sprechen aber dafür, dass die von mir untersuchten Thiere zu seiner Art gehören. ‚Jedenfalls wird die unten beschriebene Form wohl in der Zukunft den Namen von Pease behaupten.

Die Art steht im Ganzen der Born. digitata (Ad.) ') in Formverhältnissen nahe, scheint sich aber durch die Zwei- (nicht Drei-)Theilung der ersten Papillen schon zu unterscheiden. Der Hakenkranz des Penis zeigt ferner nur einfache oder zweigetheilte, nie dreigetheilte Haken, und die Zwitterdrüse zählt nur einige wenige Lappen.

Im Museum Godeffroy fand ich (‚Juli 1873) eine kleine Reihe von Bornellen, die (5) von den Samoa- (Graeffe) und (1) von den Fidschi-Inseln herstammten. Dieselben stimmten in Formverhältnissen wesentlich ganz mit einander überein (s. unten); vier Individuen, darunter auch das von den Fidschi-Inseln herrührende, wurden der anatomischen Untersuchung geopfert.

Die Länge des lebenden Thieres betrug, Graeffe zufolge, über 4+Cm. Die Farbe (Taf. I. Fig. 3, 4) zeigte sich, ziemlich in Uebereinstimmung mit den Angaben von Pease, blauweiss, oben und an den Seiten überall stark roth gesprenkelt, die Zweige der Rücken- und die Stirnfortsätze trugen etwa an der Mitte alle einen rothen Ring.

Bei den in Alcohol bewahrten Individuen belief die Länge sich auf 17—21 Mm. bei einer Höhe des eigentlichen Körpers bis auf 4,25—4,5 und einer Körperbreite vorne von 2,5—3, an der Mitte der Körperlänge von 1.75—2,5 Mm.; die Höhe der Papillen betrug bei den grössten Individuen bis 3,5 Mm. Die Breite der Fusssohle bis etwa 2 Mm. Die Farbe war durchgehend weisslich oder gelblich weiss.

Im Genicke schimmerten von den Eingeweiden die schwarzen Augen meistens hindurch, an der rechten Seite mitunter die (weissen Windungen der) Schleimdrüse, durch die Zipfel der Papillen dann und wann die Leberlappen (Taf. IV. Fig. 3).

In den allgemeinen Form verhältnissen stimmte diese Art sehr mit der Born. digitata ?). Der Kopf von gewöhnlicher Form; zu beiden Seiten des immer ziemlich zusammengezogenen Aussenmundes (Fig. 2) die eigenthümlichen Stirnfortsätze (Tentakel) (Fig. 1a, 2) als kurze (bis etwa 1 Mm. lange) Cylinder mit abgestumpftem Ende, das 8—16 Papillen trug; diese waren, selbst wenn ganz schlaf, kaum länger als der Stiel der Tentakel, meistens aber mehr oder weniger zusammengezogen, gerunzelt und mit einer Einsenkung an der Spitze versehen, die Zahl der Papillen war meistens an beiden Seiten etwas verschieden. ?) Weiter rückwärts (Fig. 1) im Genicke standen die Rhinophorien, etwas schräge gestellt, wie gewöhnlich aus (Fig. 1 d) einem starken Stiele (mit dem wie eine Papille verschmolzen ist),

two black specks, which, possibly, may be eyes. Color pale cream yellow, finely reticulated with orange and tlıe upper portion of all the processes zoned with orange red. Foot colorless.

Length, one and a half inch. Hab. Tahiti.« Pease.

') Vgl. meine oben eitirte Monographie.

2) Vgl. meine »Malacol. Unters.« Heft 7.

3) Von den sechs untersuchten Individuen zeigte das eine 8-10, das andere 9—11, ein drittes 12—13, zwei 13—15 und

eines 12—16 Papillen.

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der Scheide und der Keule (Fig. 1 e) bestehend: der Stiel ist etwas zusammengedrückt, der Papillar-Theil in einen langen Zipfel (Fig. 1 f) ausgezogen ") (die Höhe des Rhinophors bis an diese Spitze betrug bis fast 5 Mm.); die Scheide (Fig. 1 e) dreifingerig, die Finger ein wenig kürzer als der Stiel, meistens kaum halb so lang als der Papillarzipfel, der vordere Finger gewöhnlich der kürzeste: die Keule meistens kaum viel kürzer als die Finger der Scheide, die Form die gewöhnliche. die Zahl der Blätter schien etwa gegen 30 zu sein. Hinten am Grunde der Rhinophorien oder hinter denselben schienen meistens die schwarzen Augen hindurch.

Der Körper schlank, etwas zusammengedrückt, oben breiter als unten, gegen hinten allmählig zugespitzt. Der Rücken nicht schmal, gerundet, sich zu jeder Seite in 6—7 Papillen erhebend, von denen das erste oder mitunter zweite Paar die grösste Höhe erreicht: die Grösse der Papillen nahm dann gewöhnlich allmählig gegen hinten ab. Das erste Papillen-Paar (Taf. IV. Fig. 3) zeigte bei zwei Individuen 5 Zipfel: bei einem Individuum fanden sich an der rechten Papille 3, an der linken 2: bei zwei 2—2 und bei einem 2—-1 Zipfel. An dem oberen Ende des Stieles kamen 2 oder 3 .federförmige Kiemen vor (Fig. 3a). An den Papillen des zweiten Paares fanden sich bei einem Individuum an der einen Seite 3. an der anderen 2 Zipfel; bei den anderen immer nur 2. Die Zahl der Kiemen war meistens 2, mitunter kam eine in 2 oder 5 grosse Lappen getheilte Kieme vor. Die Papillen des dritten Paares zeigten bei dem einen Individuum an der einen Seite zwei wieder tief gegabelte Zipfel, an der anderen nur 2 einfache: bei allen den anderen nur zwei Zipfel. Es kamen hier meistens zwei, mitunter auch eine tief getheilte Kieme vor, oder selbst eine einzige. Die Papillen des vierten Paares zeigten immer zwei Zipfel. Der Stiel trug eine tief getheilte oder einfache Kieme. Die Papillen des fünften Paares liefen immer in zwei Zipfel aus, und trugen nur eine einfache Kieme. Der vordere Zipfel aller dieser Papillen war gewöhnlich etwas länger als der hintere. Das sechste Papillenpaar war immer (Fig. 4) einfach, ungetheilt. trug keine Kieme. Bei zwei der untersuchten Individuen kam noch ein siebentes (Fig. 4) Papillenpaar vor, dem vorigen ganz ähnlich, nur von unbedeutend geringerer Grösse. Bei allen Individuen aber fand sich hinter dem Papillenpaare median an dem kurzen Schwanze (Fig. 4a) eine unpaare Papille, mitunter nur wenig kleiner als die Papillen des nächststehenden Paares: bei einem Individuum fanden sich zwei unpaare Papillen, die hinterste ein wenig kleiner als die andere. In dem Zwischenraume zwischen der ersten und zweiten Papille, meistens der letzten etwas näher gerückt, in der Nähe des rechten Rückenrandes, fand sich die meist wenig hervorstehende Anal-Oeffnung, und an der Innenseite derselben die meistens etwas dreieckige Nierenpore.

Die Seiten (Fig. 1, 4) waren ziemlich hoch. etwas gewölbt. gegen hinten allmählig niedriger. An der rechten fand sich etwa mitten in der. dem Zwischenraume zwischen dem Rhinophorium und der ersten Papille entsprechenden Gegend die immer ziemlich zusammengezogene Genitalpapille mit ihren zwei Oeffnungen.

Der Fuss ziemlich schmal. vorne gerundet (Fig. 1 e, 2a), gegen hinten allmählig zugespitzt (Fig. 4); der Fussrand nur wenig von der Körperseite hervortretend. *)

Die Eingeweidehöhle erstreckt sich bis an die unpaare mediane Papille an der Schwanzwurzel. Die Lage der Eingeweide war wie bei anderen Bornellen.

Das Centralnervensystem wie bei anderen Bornellen. Die cerebro-visceralen Ganglien (Fig.5a) von gerundet-triangulärer Form, grösser als die ovalen, fast paukenförmigen pedalen (Fig. 5b); keine deutliche (Grenze zwischen dem cerebralen und dem visceralen Knoten: die Commissura pediaea kurz. Der Riechknoten

') Bei dem einen Individuum war die Spitze des Zipfels des rechten Rhinophors kurzgabelig. 2) Pease giebt (l. c. p. 302. pl. 20. f. 3a) den Schwanz als bifid an.

)

(Fig. 5e) sehr gross, kugelförmig. Der Nerv. tentacularis zeigt sich an dem Grunde des Tentakels in 3—4 Aeste aufgelöst. Die buccalen Ganglien (Fig. 5e) Kleiner als die Riechknoten, fast unmittelbar mit einander verbunden; mit denselben sind durch einen kurzen Nerven die gastro-oesophagalen (Fig. 5 f) verbunden.

Das Auge (Fig. 5d) von etwa 0,16—0,2 Mm. Diam., mit ‚grosser gelblicher Linse, mit schwarzem Pigment; der N. opticus nur bei dem einen Individuum schwarz pigmentirt. Die Ohrblase (die bei den anderen von mir untersuchten Bornellen nicht gefunden werden Konnte) präsentirte sich immer schon unter der Loupe als ein kalkweisser Punkt an dem hinteren Theile des cerebralen Ganglions: der Durchmesser derselben betrug etwa 0,1 Mm. In der (Fig. 5a, 32) Blase kamen in ziemlich reichlicher Menge (im Ganzen etwa 30 bis 40) gelbliche, rundliche und mehr scheibenförmige (Fig. 33) Otokonien vor, von einem Diam. bis etwa 0,018 Mm.. meistens mit Kerne und von eradiirender Streifung.

Die Mundröhre kurz und ziemlich weit. Die Innenseite mit starken Längsfalten. Sie ist von einem Drüsenlager umgeben, das besonders gegen aussen, gegen die Tentakel-Gegend hin, stärker ist.

Der Schlundkopf wie bei anderen Bornellen von mittelmässiger Grösse: die Länge bis etwa 2,5 Mm. betragend bei einer Breite und Höhe von etwa 2 Mm. Die Form ist also im Ganzen kurz und hoch, besonders hinten hoch; die obere Fläche ziemlich stark gegen vorne abfallend: die hintere ausser- ordentlich schräge abfallend. Die Mm. retractores bulbi wie gewöhnlich. Die Lippenscheibe und das die Kiefer deckende dicke Muskellager von dem bei den anderen Bornellen gewöhnlichen Baue. Die Lippen- Platte wie gewöhnlich, schwach gelblich, aus schräge gegen den vorderen Rand laufenden Schuppenreihen gebildet. Die Schuppen (Taf. II. Fig. 30) sehr klein, von einem Querdurchmesser bis etwa 0.007 Mm., einander sehr ungleich dachziegelförmig deckend. Die Mandibel (Fig. 6—8, 51) etwas weniger abgeplattet als bei anderen von mir untersuchten Bornellen: dick in der Substanz; horngelb, nur in der Schlossparthie von dunklerer, fast kastanienbrauner Farbe; jede einer Perna-Schale ziemlich ähnlich (Fig. 8): der Kaurand glatt, kein Kaufortsatz. Die Nebenmundhöhle ziemlich klein. Die Mundhöhle ist klein. hoch. Die Zunge bis etwa 0.5 Mm. lang bei einer Höhe von etwa 0,7 Mm.: von dem Boden der Mundhöhle emporragend. An dem Vorderrande derselben kamen 7 oder 9. an dem oberen 9 oder 6 Zahmplatten- reihen vor: weiter gegen hinten unter dem Raspeldache und in der Raspelscheide fanden sich noch 1519-26 entwickelte, eine halb- und zwei unentwickelte Reihen: die Gesammtzahl der Zahnplatten- reihen betrug somit 33—38—45. Die Farbe der medianen Zahnplatten war stark und glänzend horngelb, die der Seitenzahnplatten viel heller. Die Breite der vordersten medianen Zahnplatte betrug bei einem Individuum etwa 0.058, während die hinten an dem Zungenrücken 0.06 und die jüngsten etwa 0,07 Mm. maassen: die Höhe dieser Zahnplatten betrug bis 0.05 Mm. Die Höhe (Länge des Hakens) der ersten Seitenzahnplatte belief sich bis auf 0.0127, die der folgenden (derselben Reihe) auf 0.016—0,02—0.02) 0.034—0,04—0.048 Mm. Die vordersten Zahnplattenreihen waren wie gewöhnlich sehr unvollständig. ') Die Zahl der Seitenzahnplatten stieg bis S--11, betrug meistens 9. Die medianen Zahnpatten (Fig. 9-12) waren ziemlich breit (Fig. 11—12): die Grundfläche (Fig. 11) vorne enger, die Seitenränder ausgeschweift; die Spitze der Zahnplatten kurz und kräftig, jeder Seite derselben 3—10 kurze Dentikel. Die erste Seitenzahnplatte (Fig. 12, 14. 15) mit sehr wenig entwickeltem Haken: die Länge desselben nahm an den (Fig. 14) folgenden gegen aussen allmählig zu: ?) die Grundfläche dieser Zahnplatten langgestreckt-viereckig (Fig. 13); der Haken fast gerade, fast pfriemenförmig, glattrandig.

ı) Bei dem einen Individuum war die Progression: 1—-1—2, 5—1—4, 7—1—8, 7—1—10, 8—1—13; bei einem anderen: 01-0, 01-0, 0—1—-1, 3—1—5, 4-15, 5-1—6, 6—1—7, 8—1--8, 8—1-—-8; bei einem dritten: 0-10, 4-15, 5-16, 7—1-8 ete.

2) Bei dem einen Individuum war der Haken an den drei innersten Seitenplatten von derselben Lünge.

w

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Die Speicheldrüsen bildeten eine grössere, abgeplattete Masse an der oberen Seite der Speise- röhre und des Magens, sowie an dem Vorderende und der Unterseite der Schleimdrüse; sie zeigte kaum eine Andeutung einer Zusammensetzung aus zwei Hälften. Die Ausführungsgänge ziemlich lang.

Die Speiseröhre (Fig. 16a) ziemlich kurz (bis etwa 2 Mm. lang), an der Mitte mitunter etwas erweitert, ohne Grenze in den ersten Magen übergehend: an der Innenseite einige Längsfalten. Der erste Magen (Fig. 16 b) ist kurz (meistens etwa 0,75 Mm. lang), nicht viel weiter als die Speiseröhre, wie die Speiseröhre von weisslicher Farbe; durch die obere Wand mündet jederseits (Fig. 16 cc) der aus der ersten Papille herabsteigende kräftige bräunliche Leberstamm:; durch die untere Wand öffnet sich dicht neben dem Pylorus mit einem weiten Loche der Hauptgallengang: die Innenseite dieses Magens zeigt einige Längsfalten, in die der Speiseröhre übergehend. Der zweite Magen (Fig. 16 d) etwa doppelt so lang wie der erste, fast eylindrisch, wie abgesteift, von grauer oder bräunlichgrauer Farbe, mit durch- schimmernden Längsfalten. Die Oeffnung in den ersten Magen weit, durch gegen das Centrum der Oeffnung convergirende Dornen gesperrt, welche die vordersten Elemente der Dornenreihen sind, die sich in einigermassen regelmässigen Abständen fast parallel von der vorderen an die hintere Magenöffnung hinziehen. Von solchen Dornenreihen kamen 14, seltener 15 vor: sie bestehen aus niedrigen, wellenförmigen (Fig. 17) Leisten, deren Cuticula verdickt die meistens je 18—20 Dornen, seltener deren nur 12-—13 (wie durch alle Reihen des einen Individuums), bildet; an dem oberen Ende des Magens kommen hie und da kürzere Reihen (Fig. 17), zwischen den längeren eingeschoben, vor. Die Dornen (Fig. 17—19) nehmen durch die Reihen von dem vorderen Ende ab rasch zu, an dem hinteren Ende werden sie wieder allmählig kleiner; ihre grösste Höhe stieg bis etwa 0,65 Mm. Sie sind gegen hinten (gegen den Darm) gerichtet, wenig gebogen. lang- gestreckt-kegelförmig, von schmutzigbräunlicher oder bräunlichgelber Farbe, sonst in allen Beziehungen denen anderer Bornellen ähnlich; mit starken Säuren (Salpetersäure) brausten sie nur wenig, wurden aber viel heller und mehr gelblich. Der Darm (Fig. 16efgh) ziemlich kurz, bis etwa 5.5 Mm. lang‘; die erste gegen hinten gehende Strecke weiter; die letzte gegen oben über die Zwitterdrüse aufsteigende enger. In der ersten Strecke des Darmes zeigt sich längs des einen Randes eine starke, pennate Falte (Fig. 16 f), die sich nur bis in die Kniebeugung des Darmes fortsetzt, noch dazu mehrere feinere Längs- falten; in der letzten Darmstrecke mehrere, sich bis in den Anus hinauf fortsetzende Längsfalten. In der Verdauungshöhle, besonders in dem Darm, kamen theils unbestimmbare thierische Massen. theils Köpfe von Quallenpolypen und Stücke ihrer Stiele vor, Alles mit Diatomeen (worunter kleine Haufen von auf einander gelagerten sehr schönen fünfeckigen. platten Formen) und Nesseleysten vermischt. Bei dem einen Individuum fanden sich (vom Individuum selbst wahrscheinlich herrührend) eine grössere Mittelzahn- platte und zwei von derselben gelöste Seitenplatten. In dem Darme auch einzelne abgerissene Magendornen.

Die Leber ist gross, zeigt eine peripherische Parthie, aus Lappen gebildet, die in den ersten vier Papillen-Paaren eingeschlossen sind, und eine langgestreckte Hauptmasse. Von den peripherischen Lappen sind die dem ersten Rückenpapillen-Paare gehörenden sehr stark (Fig. 21), an der Wurzel fast unmittelbar an einander stossend; sie öffnen sich unmittelbar in den ersten Magen (Fig. 16 ce). Die anderen stehen (Fig. 20, ı, 2, 5) als Zweige von dem grossen Leberstamme (Fig. 20) empor, der von der Gegend der Cardia des zweiten Magens sich bis an das letzte Papillenpaar hinzieht. Derselbe war bei einem mittel- grossen und grossen Individuum etwa 12,5 und 14.5 Mm. lang bei einer Breite bis etwa 1.3 und 2 Mm. Die hintere etwa Hälfte der Leber ist conisch, mehr diekwandie: die vordere mehr abgeplattet, sich an den an ihrer (rechten und) oberen Seite ruhenden ersten Magen (Fig. 20 b) und an die Zwitterdrüse (Fig. 20 c) schmiegend, von denen sie Eindrücke bewahrt: das vordere Ende geht mit einem weiten, meistens sehr kurzen Gallengange (Fig. 20 a) in den Pylorustheil des ersten Magens über. Die Leber ist von gelblichweisser oder weisslichgelber Farbe; die Oberfläche (Fig. 20) überall und durch ihre ganze

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Länge feinknotig; die peripherischen Lappen zeigen einen ganz ähnlichen Bau. Vor dem Anfange etwa des zweiten Drittels der ganzen Länge der Leber erhebt sich (Fig. 20, ı) jederseits ein starker, oft etwas einwärts gekrümmter Arm, der mit dem anderen die Zwitterdrüse etwas einschnürt, und in die zweite Rückenpapille hinaufsteigt. Der das dritte Rückenpapillenpaar versorgende Ast (Fig. 20, 2) ist ein wenig schwächer als der vorige; der letzte Ast aber viel weniger stark (Fig. 20, 3). Die Höhle der Leber erstreckt sich im Ganzen ziemlich weit, ununterbrochen durch ihre ganze Länge, sich in die Höhle der peripherischen Leberlappen unmittelbar fortsetzend. Die papillaren Leberlappen scheinen sich etwa wie bei anderen Bornellen zu verhalten; in der Gegend der Theilung der Papillen verzweigen sich die Leber- lappen (Fig. 21) und steigen mitunter selbst (Fig. 3) ziemlich hoch in jene hinauf.

Das Herz wie gewöhnlich; bei dem einen Individuum kam an der einen Seite eine Ectasie, wie sie öfter bei Nudibranchien gesehen wird, vor.

Die Nierenspritze etwa 0,3 Mm. lang, kurz birnförmig: der Bau der gewöhnliche. Die Urin- kammer und die Nierenkolben wie bei anderen untersuchten Bornellen.

Die Zwitterdrüse (Fig. 22) bestand aus mehreren gesonderten, fast kugeligen Lappen (Fig. 23), durch gegenseitigen Druck mitunter etwas formverändert: durch diese Isolirtheit und eine geringere Anzahl von Lappen unterschied sich diese Art von den anderen bisher untersuchten. Die Länge der ganzen, rechts und oben an der Leber (Fig. 20 c) ruhenden Zwitterdrüse betrug etwa 6.5 bei einer Breite bis 1.75 Mm. Die Zahl der Lappen war gering. bei dem einen Individuum nur 4. bei dem anderen 6—8 betragend; vorn und hinten fanden sich dann 1—2 unpaare. in der Mitte 1—3 paare: die Lappen erreichten einen Durchmesser von etwa 0,75—1.6 Mm.; sie waren (Fig. 23) wegen der gelblichen Körner (Ovarialfollikeln) der Oberfläche von gelblichweisser Farbe: die schwärzliche Farbe der Bekleidung der Testicularparthie schien aber mehr oder weniger deutlich zwischen den Körnerhaufen hindurch. Jeder Lappen war (wie es sich auf Durchschnitten zeigte) aus mehreren, meistens 5—7. Läppchen gebildet, die den gewöhnlichen Bau zeigten; in den Testicularparthien Zoospermen gewöhnlicher Art. Der Zwitter- drüsengang entspringt im Innern der Lappen mit mehreren Zweigen; der aus jedem Lappen ausgehende Gang (Fig. 23 a) vereinigt sich mit dem des nächstliegenden Lappens, und so bildet sich der an der Unterseite der Zwitterdrüse hinstreichende Gang, der (Fig. 22a) an die Schleimdrüse hinübertritt und dort als die ziemlich kurze und kleine Ampulle schwillt: die Fortsetzung derselben bildet in gewöhnlicher Art den Samen- und den Eileiter. Der Samenleiter ist (bis 23 Mm.) lang: die erste, viel längere Strecke ist von gelblicher Farbe, die letzte (Fig. 24 a) weisslich. in den Penis übergehend. Der (an allen den untersuchten Individuen) eingestülpte Penis ist stark. sackförmig. immer hornartig oder im (rechten) Winkel (Fig. 24) gebogen; ausgestreckt betrug die Länge desselben 4—4,5 Mm. Die Wand des Organs war ziemlich stark; an dem oberen Ende der Höhle fand sich, wie bei anderen Bornellen. eine ovale, schon unter der Loupe (Fig. 24 b) wegen ihrer braunen Farbe auffallende Einfassung der spaltenförmigen Oeffnung des Samenleiters, deren innerer Diam. etwa 0.1—0.12 Mm. betrug; von derselben zogen sich (wie bei den anderen untersuchten Arten) zwei Wülste längs der einen Seite des Penis hinab; während die obere (bräunliche) Einfassung aber mit Haken (Fig. 28) bewaffnet war, waren die hinunter- steigenden Wülste (wie bei der B. digitata) nackt. Die (Penis)-Haken zeigten sich, fast wie bei der eben erwähnten Art, als eine doppelte Reihe (Fig. 25—27) an der Wulst bildend: die Elemente der inneren Reihe waren etwas grösser als die der äusseren; es kamen in jeder Reihe etwa 18-25 Haken vor. Die Haken waren von bräunlich- oder röthlichbraun-gelblicher Farbe: von einer Höhe bis etwa 0,05—0,06, selten bis etwa 0,08 Mm.: die der äusseren Reihe (Fig. 25—27) waren einfach, klauenförmig, die der inneren (Fig. 25, 26) meistens wie mit einem entwickelten Genicke und mitunter gespaltener Spitze. Der ausgestülpte Penis muss eine doppelte Längswulst und an der Spitze den kleinen Hakenkranz zeigen. Die vordere

12 Genitalmasse hatte eine Länge von etwa 3.75—4,5 Mm. bei einer Höhe von 1,5—2.5 und einer Dicke bis 2 Mm.: etwa die vordere Hälfte wurde von dem Penis gebildet. Die Schleimdrüse hatte eine Länge bis 2, eine Höhe bis 1.6 Mm.; an der oberen Seite traten vorne und hinten bräunliche Windungen hervor. Die mit dem Schleimdrüsengange in Verbindung stehende weissliche bis etwa 0,75 Mm. lange Samenblase war von gestreckter Birnform, mit Samen gefüllt: der Ausführungsgang etwa so lang wie die Blase.

Casella H. & A. Adams.

Das Geschlecht Casella wurde von H. & A. Adams (the Genera of recent Moll. TI. 1858. p. 57. pl. 63. f. 5) für eine neue Form von Doriden aufgestellt. Als Charaktere desselben wurden aufgeführt » die retractilen Tentakel, die Entwickelung des Mantelrandes als ein undulirter, gelappter, aufrecht stehender Kamm, die Gegenwart von 6 rings um den Anus gestellten Kiemenblättern und der lineäre Fuss.« Nur eine Art des Geschlechts, Cas. Gouldii (H. & A. Adams) von dem Meere um Neu-Holland, war bekannt.

Das Geschlecht nimmt in Beziehung auf die Formverhältnisse gewissermassen unter den Doriden eine ähnliche Stellung wie die Lomanoten unter den » Dendronotiden« ein.

Die Charaktere des (Geschlechtes werden, der Untersuchung der untenstehenden Art von dem philippinischen Meere zufolge, etwa so lauten müssen:

Corpus compressum, elongatum margine pallii limbato, undulato. Podarium angustius.

Apertura oralis indumento (buccali) armata. Lingua sat lata, brevior, seriebus dentium numerosis; series dentium rhachide angustissima nuda. pleuris multidentatis. Dentes minuti: mediani nulli, laterales sat numerosi.

Diese generische Form hat wie die Triopiden retractile (perfolürte) Rhinophorien und im (Gegensatz zu den Verhältnissen bei diesen, aber in Uebereinstimmung mit den Ceratosomiden, rectractile Kiemen. Der Rand des Rückens tritt als ein breites, wellenförmiges Gebräm auf. Der Fuss ist schmal. Eine stark entwickelte Lippenraspel bekleidet die Mundöffnung. Die Zunge ist ziemlich breit und kurz, mit zahlreichen Reihen von Zahnplatten; die Reihen zeigten jederseits zahlreiche Seiten- zahnplatten, keine medianen. Die Zahnplatten sind sehr klein.

Nur zwei oder eine denn möglicherweise fallen beide zusammen Arten aus dem indischen und stillen Meere sind bisher bekannt. die: 1. Cas. Gouldü, H. & A. Adams]. c. 2. atromarginata. (Quoy & Gaim.) ©.

Cas. atromarginata (Cuv.). Doris atromarginata,. Cuv. Ann. du Mus. IV. 1804. p. 473. pl. 2. f. 6. : Cuv. Quoy & Gaim. Voy. de l’Astrolabe. II. 1834. p. 251. pl. 16. f. 6, 7.

Casella philippinensis, Bgh. olim in schedulis. Malacolog. Unters. 6 H. 1874. Taf. XNXXTII. Fig. 1.

2.02 Gouldii, H. & Adams 1. ce. Color supra et lateribus cofteo-flavescens vel isabellinus; margine limbi pallialis angusto aterrimus

vel obscure violaceus, linea alba utrinque limitato: tentaculis sulfureus: nucha et vaginis rhinophoriorum ater, petiolo rhinophoriorum flavescens, clavo ater; scapo branchiarum flavescente-griseus, pinnis obscure violaceus.

Hab. Mare philippinense et pacificum. Taf. II. Fig. 15—29; t. IH. Fig. 21—32.

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Es kann kaum bezweifelt werden, dass die von Cuvier (von Peron (Timor) herrührende) erwähnte und gezeichnete, später etwas genauer von Quoy und Gaimard (aus der Gegend der Freundschafts-Inseln und von Neu-Guinea) beschriebene Doris atromarginata mit den unten untersuchten Thieren zusammenfalle; der Name von Cuyier ist dann zu retabliren. Möglicher Weise ist die Cas. Gouldii der Gebrüder Adams auch nur dieselbe Art.

Von der Art hat mir eine Reihe von Individuen nach und nach vorgelegen. Erst vier von Semper am 31. October 1859 bei Zamboanga (1) und etwas später im selbigen Jahre (3) bei Aibukit und Burias gefischte Individuen. Im Wiener Museum habe ich (1868) vier von »Kauf« herrührende Exemplare gesehen. Im Berliner Museum habe ich (1871) acht gefunden, die im September 1862 von Martens bei Batjan gefangen waren; eines dieser Individuen, sowie die zu demselben gehörenden Notizen Martens’ wurden mir freundlichst zur Verfügung gestellt. Im Mus. Godeffroy fand sich ein von A. Garrett bei Tahiti eingesammeltes und zwei von A. Dietrich bei Bowen, Port Denison (N.-O,-Australien), gefischte Individuen. Im Brit. Mus. habe ich endlich (1873) ein Individuum von dem » Florida isl. in der Salomon-Gruppe« (mit ganz ungewöhnlich schön bewahrten Farben) und ein aus » New-South-Wales« herrührendes gesehen. Alle diese Individuen waren im Ganzen einander sehr ähnlich.

Fünf, von Semper,. von Martens und vom Mus. Godeffroy herrührende Individuen wurden der anatomischen Untersuchung geopfert.

Der Zeichnung Semper’s zufolge (die in der folgenden VI. Lieferung meiner > Malacologischen Untersuchungen« erscheinen wird) erreicht das lebende Thier die bedeutende Länge bis etwa 7.5 Cm. bei einer Höhe von ohngefähr 11—12 Mm. Es war oben und an den Seiten von hell-caffeebraungelber oder isabellengelber (v. Martens) Farbe; '!) der Rand des Mantelgebrämes schwarz oder dunkelviolet (v. Martens) mit einer weissen Linie an jeder Seite der schwarzen; die Tentakel gelb: im Nacken und an den Rhinophorscheiden war die Farbe schwarzgrau; die Keule der Rlinophorien schwarz, der Stiel gelb; an den Kiemenblättern war der Stiel gelblich grau, die Strahlen dunkelviolet. Bei zwei kleineren der in Alcohol bewahrten Individuen war die Länge 3—3,5 Cm. bei einer Höhe (vor der Mitte der Körperlänge) von bis 10—11 Mm. *) und einer Breite (an dem Ende des ersten Drittels des Rückens) von bis an 12—13 Mm.. an dieser letzten Stelle war die Breite des Rückens innerhalb des Gebrämes 6 Mm., mehr vorne wurde er schmäler, wieder breiter, wiederum viel schmäler und vorderst wieder breit. Der Kopf war 5 Mm. breit; die Seiten erreichten eine Höhe von bis 7 Mm.; der Schwanz (hinter dem Mantel- Gebräm) war von einer Länge von 5—-5,5 Mm. Der Fuss war an diesen untersuchten Exemplaren der Länge nach stark zusammengefaltet, und die Ränder desselben gegen einander gefaltet und gebeugt; nachdem er der Mittenlinie nach gespalten und ausgebreitet war, schien die Breite der Sohle bis an 6—7 Mm. betragen zu haben. Bei einem anderen viel grösseren Individuum betrugen dieselben Maasse 7.5 Cm., 15 und 18 Mm.; die Breite des Rückens innerhalb des Gebrämes 9.5 Mm.: die Höhe der Seiten 9 Mm., die Länge des Schwanzes 4-5 Mm., die Breite der Fusssohle bis 11 Mm. Die Farbe dieser Individuen war an den Seiten gelblichweiss, mehr gelblich oder graulich; oben, neben und an dem Gebräme, wurde sie bräunlichgrau; der Rand des Gebrämes war sammetschwarz, jederseits mit einer abstechenden, weissen oder bläulichweissen lineären Einfassung; dieses Weiss stand ziemlich scharf gegen die dunkele,

!) Die Bodenfarbe des Rückengebrämes ist Quoy und Gaimard zufolge »jaune serin;« die Randlinie »d’un beau noir veloute, accompagnee en dedans par une autre ligne d’un blane bleuätre.«e Der Rücken sonst «jaunätre parsem& de petits tubercules de la m&me couleur.« Diese letzten waren an den von mir untersuchten Individuen nicht zu finden. Die Rhinophorien werden »noirs, liseres de jaune« angegeben; die Kiemenblätter »jaunes et noires.«

2) Dieses Maass konnte bei diesen kleinen Individuen erst genommen werden, nachdem die Fusssohle gespalten war,

und das Messen somit ermöglicht.

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bräunlichgraue oder hell gelblichbraune Farbe des Rückens und des anstossenden Theiles des Gebrämes; der Mitte des Rückens entlang war die Farbe am Dunkelsten, sowie an den Rhinophorscheiden, deren Rand schwarz war, inwendig weiss gekantet. Der Stiel der Rhinophorien war kalkweiss oder gelb: die Keule schwarz oder bräunlichgrau. öftestens mit weisslichem Vorder- und Hinterrande, sowie die Ränder der Blätter dann auch weiss waren. Der Rand der Kiemenhügel war schmutziggelblichweiss; der Schwanz wie die Seiten gefärbt, aber mehr graulich. Der Kopf sowie der Fuss waren wie die Seiten, aber weniger hell gefärbt. Die Kiemen waren grau oder fast schwärzlich, der Stiel der Kiemenblätter oft weisslich.

Der Kopf ist ziemlich klein, hatte bei dem erwähnten grossen Individuum bei vorgestreckter Schnauze eine Länge von etwa 5 Mm. Der stark gegen Unten gerichtete Aussenmund lag, meist sehr zusammengezogen, oberhalb des Fussrandes. Die den Manuscript-Angaben der Herren Semper und v. Martens zufolge sehr kurzen Tentakel waren nur bei dem grösseren Individuum sichtbar, etwas abgeplattet,. von etwa 1.5 Mm. Länge. Die (bei den in Spiritus bewahrten Exemplaren 4—9 Mm. von dem Vorderende des Mantelgebrämes und) seitwärts liegenden Rhinophorscheiden zeigten sich als niedrige, nur eirca 1 bis 15 Mm. hohe, etwas zusammengedrückte, oben abgeschnittene Cylinder, deren Rand am meisten 2—3 leichte Auskerbungen darbot. Die (bei den kleineren Individuen) stark zurück- und zusammengezogenen Rhinophorien haben der Zeichnung Semper's zufolge bei dem lebenden Thiere eine ziemlich bedeutende Grösse und Länge (etwa 10--12 Mm.) gehabt und sind schlank gewesen; so waren sie auch bei dem grösseren der untersuchten Individuen, etwa 6 Mm. lang. schlaf, bei den kleineren dagegen waren sie (zusammengezogen) kurz (2 Mm. lang) und diek (im Durchschnitt 1.25 Mm.), kurzgestielt (Taf. III. Fig. 21). Die Keule (Fig. 21) war bei diesen letzten schief zusammengedrückt, fast subquadratisch mit schief applanirter Endfläche: an den Seiten derselben fanden sich 25—35 schwach geschlängelte Blätter. die hie und da etwas weniger deutlich hervortraten. Bei dem grösseren Individuum war die Keule (wie im Leben) langgestreckt-eonisch. mit ziemlich scharfem Vorderrande, Kleiner Endpapille und 35—37 schräge stehenden breiten Blättern (Taf. II. Fig. 15).

Der Körper ist kräftig, besonders gegen unten und hinten etwas zusammengedrückt, ziemlich schlank. Der Rücken ist im Ganzen breit, nur hinten, in dem noch ziemlich hohen schwanzartigen Drittel (hinter den Kiemen) schmäler. Der Rücken ist von dem eigenthümlichen Gebräme eingefasst: seine Breite war an verschiedenen Stellen sehr wechselnd, ging von 2 bis zu 6, bei dem grösseren Individuum selbst bis zu 9,5 Mm. Das Gebräm war im Ganzen ziemlich breit. bei den kleinen Individuen bis an 3, bei dem grösseren bis 5 Mm. von dem Rücken und den Seiten hervorstehend, nur über der Stirne und an der Schwanzwurzel niedriger. Es war continwrlich, vorne wie hinten, mehrere grosse, unregelmässige Buchten bildend. die theils gegen oben, theils gesen unten geschlagen waren. Bei einem der kleineren Individuen fand sich das folgende monströse Verhältniss. ") Das Mantelgebräm war eine Strecke hinter der Kieme von beiden Seiten quer über dem Rücken zusammengeschmolzen; von dieser Stelle ab geht eine (2—3 Mm. dicke) Hautfalte als eine unmittelbare Fortsetzung des Gebrämes hervor, die sich eirca 2 Mm. gegen die Schwanzwurzel hin fortsetzte, dann sich in zwei Blätter theilte, die sich (eirca 6 Mm.) längs des Rückens erstreckten, hinten sich (an der sonst gewöhnlichen Stelle) bogenförmig vereinigten und somit einen kleinen abgeschlossenen Raum an dem Hinterrücken umschrieben. Dieses secundäre Gebräm war in gewöhnlicher Weise gefaltet, stand übrigens meistens fast senkrecht von dem schmalen Rücken empor, vorne in einer Höhe von 2, hinten von 1 Mm. Der schwarze Rand des Gebrämes ging von jeder Seite an dem Fortsatze über, der somit zwei schwarze Kanten zeigte, die sich aber bei der Theilung jenes wieder

') Es ist dieses ein dem etwas ähnliches Verhältniss, das von mir (Malacolog. Unters. Heft IV. p. 194) bei der Tridachia crispata beschrieben. ist.

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schieden. ') Die Kiemen-Prominenz fand sich bei dem lebenden Thiere ziemlich hinten, bei dem todten immer noch mehr hinten, etwas hinter der Mitte der ganzen Körperlänge. Bei zurückgezogener Kieme bildete sie (bei den kleineren Individuen) eine eirca 2 Mm. hohe, von vorne gegen hinten zusammengedrückte, fast ebenbreite, an der Basis in Breite 4 Mm. haltende, oben abgestutzte Hervor- ragung. Die Öeffnung an der Spitze war dann quergezogen, bildete eine circa 2,5 Mm. breite, enge Spalte. Der Kiemensack war bei diesen Individuen stark zurückgezogen und zeigte sich (nach vorgenommener sonstiger Exvisceration) als eine circa 4 Mm. von der Innenseite des Rückens hervorragende, unregelmässig- halbkugelförmige Prominenz. Bei dem grösseren untersuchten Individuum war die Kieme etwas heraus- gestreckt, sich zu einer Höhe von 6 Mm. erhebend: die Oeffnung der Kiemenhöhle weit klaffend, quer oval-rund. mit etwas umgeschlagenem, vorne und hinten schwach ausgekerbtem Rande. Die Kiemen- blätter standen, nach Semper, in zwei vorne zusammenschmelzenden Spiralen, jede hinten gegen die Mittellinie beginnend und die Spirale vorwärts seitlich von der Afterpapille bildend, so dass diese gerade in der Mitte zwischen beiden liegt. Das Basalstück jeder Spirale, auf dem die einzelnen Kiemenbüschel stehen, ist, Semper zufolge, sehr hoch und trägt von vorne ab bis zum Centrum der Spirale allmählig immer kleiner werdende Kiemenbüschel. Diese Stellung liess sich noch einigermassen an dem in Alcohol bewahrten Individuum verifieciren, obgleich die Kiemenbüschel jetzt mehr wie einen hinten offenen Kreis bildeten und sich von dem ziemlich niedrigen Grundstücke der Spirale nur 7 bis 8 Kiemenbüschel zu erheben schienen. *) Der Figur Semper’s nicht ganz gemäss, zeigten sich die vordersten Büschel als die grössten, mehr isolirt neben einander stehend, getheilt (Taf. II. Fig. 16) oder ungetheilt, während die seitwärts folgenden allmählig etwas kleiner, sehr oft ungegabelt und die hintersten an einem gemeinsamen Stiele inserirt waren. »Die Kiemenblätter waren, « nach Semper, »nicht gefiedert, sondern dreiseitig, mehr an die Form der Krebskiemen erinnernd.«c Bei dem todten Thiere zeigten sie sich (Fig. 16) einfach pennat (ohne secundäre Blätter), mit einer breiten (mitunter etwas flügelartig entwickelten) Raphe der Aussenseite entlang und einer schmäleren längs der Innenseite; sie waren damit von triangulärem oder quadrangulärem Durchschnitte, am öftesten noch dazu etwas plattgedrückt. Die Länge der grössten betrug (bei den kleineren Individuen) etwa 4,5 Mm., der Diam. am Grunde circa 0,75 Mm.; die kleinsten waren kaum von Vs dieser Länge; bei dem grössten Individuum betrug die Länge bis 9 Mm. Die kurze, oben schief abgestutzte Analpapille fand sich vorne in der Oeffnung des Kiemenkreises. Die Nierenöffnung liegt rechts dieht an die Analpapille gelehnt: in einem Falle lag sie hinten an dem Grunde der Papille.

Die Seiten waren ziemlich hoch, nur vorderst und an dem Schwanze niedrig; die grösste Höhe erreichten sie etwas vor der Mitte der ganzen Länge. Die Genitalöffnung lag nicht weit vorne (bei den kleinen in Spiritus bewahrten Individuen 7 Mm., bei dem grösseren etwa 2 Cm. in gerader Linie von dem Vorderende des Thieres), dicht an dem Mantelgebräme als eine kleinere oder grössere rundliche, etwas zusammengezogene Oeffnung mit hervorstehendem Rande, mit einer oberen spaltenförmigen und einer unteren runden Oeffnung.

Der Fuss ist ziemlich kräftig, aber schmal, etwas von den Seiten hervorstehend. Die Fusssohle ist somit ziemlich schmal, in ihrer grössten Strecke fast ebenbreit, von der Mitte ab vorwärts unbedeutend verschmälert, dagegen hinterwärts etwas mehr zugespitzt. Die Breite war meistens vorne 3.5 Mm., an der Mitte 6,5 Mm. Im dem Vorderrande fand sich eine oberflächliche Furche ünd eine kleine mediane Ineisur.

') Das Fehlen der schwarzen Kante an einer kurzen Strecke beiderseits rührte wohl nur von zufälliger Beschädigung (durch ein anderes Thier) her. ?) Martens giebt auch »15 Kiemen« an; Quoy und Gaimard (l. e. p 252) sahen dagegen nur 5 Blätter, nur bei einer

Var. mehr zahlreiche.

16

Das Centralnervensystem ist in eine dichte, filzige. fibrillöse und celluläre, theilweise bräunlich pigmentirte Bindesubstanz gehüllt. aus der es nur schwer auspräparirt wird. Die drei Ganglien- Paare oben auf und um die Speiseröhre zeigten sich ziemlich zusammengeschmolzen, obgleich noch deutlich unterscheidbar. Die cerebralen waren um ein Weniges grösser als die visceralen Ganglien. und diese als die Fussknoten, die durch eine kurze Commissur, deren Breite kürzer als die Breite dieser letzten Knoten war, unterhalb der Speiseröhre verbunden sind. Die Buccalganglien sind klein, durch eine äusserst kurze Commissur verbunden; die gastro-oesophagalen betrugen etwa ein Viertel der Grösse

der bucealen.

Das Auge sass wie an dem Ende eines kurzen Stieles (N. opticus). der von einem kleinen Ganglion (Gl. opticum) entsprang. Es war oval-kugelförmig. von eirca 0.12—0.14 Mm. erösstem Diam.: die Linse war horngelb, rund. von 0.06 Mm. Diam.: das Pigment schwarz.

Die Ohrblase war etwas kleiner als das Auge, mit einer Menge von kleinen zusammengeballten Otokonien gefüllt.

In der Haut kamen nirgends grössere oder regelmässig geformte Spiklen vor, dagegen viele grössere und kleinere Gruppen von kleinen verkalkten Bindesubstanzzellen. Es fanden sich überall die gewöhnlichen kleineren und grösseren kugelförmigen Drüsenzellen.

Die ziemlich grosse Mundröhre (Taf. II. Fig. 17 a. b: Fig. 18 a, b. ec) und der kleine Schlundkopf maassen zusammen (bei den grösseren Individuen) der oberen Fläche entlang bis 5—7, längs der unteren 5,98 Mm.: die grösste Höhe dieser Masse betrug (hinten) 4,5—5. die grösste Breite 55.5 Mm. Der grösste Theil der ganzen Masse ist von der Mundröhre aufgenommen. Dieselbe ist birnförmig, mit dem spitzen Ende vorwärts gerichtet. Sie zeigte sich bei allen drei untersuchten Individuen immer etwas asymmetrisch, besonders an der unteren Seite. Sie war an der äusseren Seite (Fig. 18 a, b. e) immer wie in mehrere (3) Abtheilungen in die Quere geschieden: in den Einsenkungsfurchen zwischen diesen letzten inserirten sich die zahlreichen. mehr oder weniger starken. fast immer mehrschwänzigen (pluricaudati) Muskeln, die Mm. retraetores bulbi. von denen ‘besonders zwei an der Unterseite stärker hervortraten (Fig. 18 dd, 19 d). Wenn die Mundmasse der Länge nach geöffnet wird, zeigt die Mundröhre sehr starke und dicke, der Länge nach laufende Falten und eirenläre, den oben erwähnten Einsenkungen entsprechende Falten. Die hinterste Abtheilung der ganzen Mundmasse ist von dem Schlundkopfe selbst gebildet. ziemlich klein, mitunter hinten stark hervortretend (Fig. 17 ec, 19). Dieser Schlundkopf hatte (bei dem grösseren Individuum) nur eine Länge von etwa 2 Mm. Das Vorderende war von oben gegen unten und vorwärts wie schief abgestutzt; die Oeffnung an dem Vorderende (Fig. 19) klaffend, dreieckig, unten weit, oben in eine schmale Spalte ausgezogen, mit einem glänzend gelben Ueberzuge ausgesteuert. Dieser letzte bildete, wie es deutlich nach Eröffnung des Schlundkopfes hervortritt (Fig. 20), einen oben zusammen- gedrückten, sowie schmäleren (Fie. 20 b). unten breiteren und in dem Rande umgeschlagenen Ring (Fig. 20 a), der sich mit diesem Rande um das Vorderende des Schlundkopfes hinunterschlägt (Fig. 19 a). Diese letzte Strecke zeigt. besonders an der Mitte. Furchen, die sich hinterwärts an die Innenseite des Ringes fortsetzen (Fig. 20); solche kommen übrigens auch oben an derselben vor. Die Strecke der Mundhöhle, die diese ringförmige Einfassung zeigt. war etwa 0,5 Mm. lang. Dieser ganze Ring, die Lippenplatte, besteht aus einer Verdickung der allgemeinen Cuticula der Mundhöhle, die sich auch. sowohl in der Mundhöhle (Fig. 20 ce) als oben auf dem Vorderende des Schlundkopfes (Fig. 20 d) als eine unmittelbare Fortsetzung jener deutlich zeigt. An dieser Cuticula des Ringes stehen dicht gedrängt, als schräge stehende Pallisaden, die gelblichen Hornbildungen. Dieselben (Fig. 21—25) sind in schrägen, meistens von der Mittellinie unten vorwärts und auswärts divergirenden Linien gestellt, die das ganze Organ

17 mit einer zierlichen Guillochirung schmücken. Die Dornen sind hinten (Fig. 22) klein, von nur etwa 0,0018 bis 0,0127 Mm. Höhe; vorwärts nimmt die Höhe allmählig bis zu 0.034—0,04 Mm. zu (Fig. 21). Die Dornen sind immer etwas, mitunter (Fig. 23) fast hakenförmig, gebogen; die Spitze ist entweder einfach, gabelig oder in mehrere (3) Spitzen getheilt. Oft stehen die Dornen ganz deutlich (Fig. 23) an einem unebenen Sockel; an einzelnen Strecken der Lippenplatte sind nur diese geblieben (Fig. 24). und die Dornen verloren gegangen; an anderen (besonders gegen die Ränder hin) finden sich nicht allein solche Sockel, sondern die

Dornen selbst sind wie von etwas ähnlicher unebener und mehr unregelmässiger Art (Fig. 25). Die Mundhöhle ist klein. an der unteren Wand erhebt sich (Fig. 19) hinter der Lippenplatte ein Kiel, der sich hinterwärts in die Zunge fortsetzt. Die Zunge ist ungewöhnlich klein, nur sehr wenig in die

Mundhöhle hervorspringend. Der Raspeldeckel ist gross und breit; seine untere Fortsetzung (lingula tecti radulae) gross, fast so breit wie die ausserhalb derselben liegende Hälfte der Raspel, nur wenig vor- springend. Die Raspel (Fig. 26 a) ist klein, farbenlos, kaum bis 1,5 Mm. breit: die Fortsetzung derselben in die Scheide (Fig. 26 e, d) ziemlich lang, meistens fast nicht an dem Hinterende des Schlundkopfes hervorragend. Ausgerichtet (Fig. 26) maassen die Raspel und ihre Fortsetzung in Allem bis etwa 3.75 Mm. Die Raspel enthielt meistens etwa 60—70 Reihen von Zahnplatten; hinten in der sattelförmigen Grube der Zunge (Fig. 26 b) und in der Scheide (Fig. 26 ce, d) fanden sich noch etwa 150—160 Reihen. Die Gesammtzahl der Zahnplattenreihen betrug somit hier 210—230. Bei einem Individuum kamen an der Zunge etwa 112 Reihen ') vor, von denen die 13 vorderen ausserordentlich unvollständig und unregelmässig waren und fast nur zerbrochene Zahnplatten zeigten: in der Scheide fanden sich etwa SS: die Gesammtzalıl der Zahnplatten betrug somit bei diesem Individuum 200. *) Die Zahnplattenreihen standen sehr dicht hinter einander, und die Zahnplatten selbst waren sehr klein. Diese Verhältnisse erschwerten in hohem Grade die Untersuchung des Raspelbaues. Es fanden sich keine Mittelzahnplatten. Die Zahl der Seiten- Zahnplatten in den in der Mittellinie nicht zusammenstossenden (d.h. an der einen Seite wie etwas gegen vorne geschobenen) Reihen betrug gegen 60 (55—56). Die Zahnplatten waren sehr hell horngelb. Die ersten (Seiten-)Zahnplatten (Fig. 29) waren ein wenig breiter und vielleicht ein bischen kürzer als die anderen; aber auch an dem inneren Rande gezähnelt, es kamen hier gewöhnlich 4 Dentikel vor: an dem Aussenrande war die Dentieulirung wie an den anstossenden Zahnplatten: die Höhe dieser Zalınplatten betrug (hinten an der Raspel) etwa 0,035 Mm. Mitunter waren diese Zahnplatten unregelmässig geformt (Fig. 30, 31). Die übrigen (Seiten)-Zahnplatten sind wie die vorige alle hakenförmig (Fig. 23—25): das Grundstück kürzer als der Haken und allmählig kürzer, je mehr die Zahnplatten sich dem Rande der Raspel nähern. Die Höhe der (4-5) innersten (Fig. 23—25) betrug ca. 0.035 Mm.; sie zeigten an dem Aussenrande 4—5 starke Dentikeln. Die folgenden Zahnplatten trugen 6—7 Dentikeln und erreichten allmählig eine Höhe von 0,04 Mm.; auswärts gegen den Rand der Raspel nahm die Höhe allmählig wieder ab: die äussersten waren von etwa nur 0.034—0.025 Mm. Höhe. Die Zahl der Dentikeln sank allmählig bis zu 2.und 1 (Fig. 26). nur an den (ca. 20) äussersten (Fig. 27, 28) fanden sich gar keine Dentikeln. Die 6 hintersten Reihen von Zahnplatten waren noch nicht vollständig entwickelt. Doppelzahnplatten fehlten.

Die Speicheldrüsen zeigten sich als ein Paar von ziemlich dicken, unebenen, mehr oder weniger geschlängelten diekwandigen Röhren an der oberen Seite und an dem Hinterende des Schlundkopfes: hinter dem Schlundkopfe waren beide unten mit ihren Enden inniger mit einander (Taf. II. Fig. 29) verbunden.

') Wie gewöhnlich an dem Aussenrande der Raspel gemessen. 2) Die vorderen Reihen waren im Ganzen sehr incomplet. Bei dem einen Individuum kam in dieser Beziehung folgendes Verhältniss vor: 7.... 0-0, 12—1—3, 12—1-5, 13—1-6; in der 19ten Reihe fanden sich jederseits 32, in der 32sten 47, in . der 64sten 52—56. Bei einem anderen Individuum kamen erst in der 33sten Reihe 37 Zahnplatten vor.

18

Der Magen ist etwas kürzer als der Darm, die Analröhre fast ohne Falten. Die Leber gross (s. unten). von gewöhnlichem Baue: die Höhle derselben und ihre Divertikel weit, sich bis an das Hinterende erstreckend; die Oeffnungen in den Magen weit.

Das Pericardium ist gross. bei dem grössten Individuum etwa 1 Cm. lang. Das Herz ist gross, die Kammer gelblich, diekwandig (bei einem kleineren Individuum 2, bei dem grossen 4 Mm. lang). die Vorkammer etwa von derselben Länge. Die Art. genitalis ist sehr stark.

Die Niere zeigt sich ausserhalb des Pericardiums als ein Strahlenkranz, dessen Breite jederseits fast die des Pericardiums erreichte. Die Urinkammer war weit. Die Nierenspritze zeigte sich kurz- birnförmig, etwa 1—1,3 Mm. lang, dieckwandig, mit zahlreichen. sehr starken, Faseikeln bildenden inneren Längsfalten: die Structurverhältnisse waren die gewöhnlichen. Der Gang der Nierenspritze hatte etwa 3—4 Mal die Länge derselben.

Die von der Leber und der Geschlechtsdrüse gebildete Masse ist gross (bei den kleineren Individuen ca. 16 Mm. lang, vorne 6,5—9,5 Mm. hoch; bei dem grossen 3 Cm. lang, bis 1 Cm. hoch und bis 8 Mm. breit), etwas zusammengedrückt, oben breiter. unten schmäler. Die Rückenseite leicht gewölbt. vorne buckelig; ihre Mitte oder ihr drittes Viertel war von einer (bis etwa 3 Mm.) tiefen sattelförmigen Grube, worin der Kiemensack eingelagert war, aufgenommen. Die Bauchseite ist eben. kürzer als die vorige, indem eine schiefe Grube das Vorderende, besonders rechts gegen unten und hinten aushöhlte; in dieser Grube ruht

die Schleimdrüse. Die Geschlechtsdrüse überzieht die Leber als ein dünnes gelbliches Lager, das nur das Hinterende derselben und einen medianen Längsstreif der Unterseite frei lässt. Der Geschlechts-

Drüsengang schwillt nach seinem Vortreten vor der Drüse an der Hinterseite der Schleim- ( Eiweiss-) Drüse und bildet hier einen abgeplatteten Knäuel: weiter vorwärts wird er wieder dünner.

Die Schleimdrüse (mit Annexen) bildet eine schief gestellte, bohnenartige Masse mit schwach gebogenem oder geradem Unterrande. stark gewölbtem Oberrande: die Breite war bei den kleineren Individuen 5—7, die Höhe 5.5—6, die Dicke 3.55 Mm: dieselben Maasse betrugen bei dem grossen Individuum 10.5—9—6 Mm. Die linke Seite war schwach convex oder mehr applanirt: die rechte im Ganzen mehr oder weniger gewölbt oder nur vorne gewölbt. hinten etwas ausgehöhlt. An dieser letzten (vorderen) Seite zeigt sich ein breites weissliches oder gelbliches Gebräm um einen schwarz- oder gelb- bräunlichen Theil, der sich an den Anusführungsgang der Drüse erstreckt. Die linke (hintere) Seite zeigt im Rande ein schmales weissliches Gebräm. eine Fortsetzung des eben erwähnten: innerhalb desselben die schwarz- oder gelbbräunliche Masse, die sich an dieser Seite viel grösser präsentirt. Die gelbliche oder weissliche, etwas pellucide Masse (eigentliche Schleimdrüse) bestand aus neben einander liegenden. mehr oder weniger breiten, der Richtung nach convergirenden. in einander umbiegenden Gyri; die dunkle, opake Masse (Eiweissdrüse) war aus sehr feinen. sehr zahlreichen und dieht in einander eeschlungenen Windungen zusammengesetzt. Die Structurverhältnisse waren die in diesem Organe gewöhnlichen. Die Höhlen waren leer. Es fanden sich zwei Spermatotheken. ein kugelförmiges (Fig. 32 a) von 1.3—3 Mm. Dianm.., und ein grösseres, wurstförmiges (Fig. 32 b). an der Mitte zusammengebogenes. Der lange dünne Aus- fübrungsgang (Fig. 32 c) des runden Samenbehälters (die Länge betrug fast 4 Mal die des Spermatotheks) nahm den sehr kurzen und dünnen des anderen auf. Beide Spermatotheken waren mit Massen von äusserst feinen. der ganzen Länge nach fein gekräuselten Zoospermen gefüllt. Der an der Vorderseite der Schleimdrüse liegende Samenleiter war sehr lang und ziemlich kräftige. mit dem weisslichen Inhalt durch die dicken gelblichen Wände stark durchschimmernd. Er war in seiner ersten Strecke dünner. einen länglichen gebuchteten Knäuel bildend. wurde dann allmählig dieker und machte mehrere grössere und

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kleinere, durch Bindegewebe mit einander verbundene Windungen. Die ganze Länge des Samenleiters betrug bei dem grossen Individuum etwa 8 Cm. Das äusserste Ende desselben ist in einer Strecke von bis etwa 2 Mm. wie trichterförmig erweitert, an der Innenseite mit Längsfalten versehen und bildet die Scheide des sehr kurzen (etwa 0,5 Mm. langen) Penis (Fig. 28), der_ in dem Hinterende des Trichters (Penissackes) hervortritt. Neben den Endausführungsgängen des Genitalapparates scheint eine grössere, weissliche oder grauliche, applanirte Drüsenmasse sich zu finden, die durch einen kurzen Ausführungsgang mit dem Schleimdrüsengang in Verbindung zu stehen schien.

Echinodoris, Beh. N. gen.

? (eratodoris, Gray. Figg. of moll. anim. IV. 1850. p. 103. H. & A. Adams, Genera of recent Moll. II. 1858. p. 52, 632.

Forma sat applanata; dorsum papillis elongatis ubique obteetum; dorsum et papillae spieulis ubique instructa. Rhinophoria et branchiae retractilia. Radula pleuris multidentatis. Penis apice seriebus uncinorum minutissimorum armatus.

Vielleicht ist dieses Geschlecht unter obigem Namen schon unlängst von Gray aufgestellt, um eine wunderliche, von Quoy und Gaimard in der Südsee gefundene Form aufzunehmen, wurde aber ganz ungenügend und leichtfertig charakterisirt. ‘) Nachdem Alder diese Form für eine junge »Idalia« erklärt hatte, hat Gray (Guide. 1857. p. 212) dieses Geschlecht wieder aufgegeben, welches dann nur in den G&enera of recent Mollusca von H. & A. Adams (II. 1858. p. 52, vgl. p. 632) noch unverändert figurirt. Die dem Geschlechte zu Grunde liegende Thierform scheint seit Quoy und Gaimard nicht wiedergefunden.

Die Echinodoriden (die fraglichen Ceratodoriden von Gray) sind abgeplattet, durch ihre Bedeckung mit Rücken-Papillen den Aeolidiaden einigermassen ähnlich; jene sowie der ganze Rücken sind durch Spikeln stark abgesteift. Die Rhinophorien sind retractil, ebenso die Kiemen. Die Raspel, wie es scheint. nur mit zahlreichen lateralen Zahnplatten versehen. Die Penis-Spitze ist in einigermassen ähnlicher Weise wie bei den Phyllidien und Doriopsen mit Reihen von kleinen Häkchen bewaffnet.

Von dem Geschlechte ist bisher nur die untenstehende Art aus dem stillen Meere bekannt.

Echinod. eolida, (Quoy et Gaim.) Beh. Doris eolida, @. & G. Voy de l’Astrolabe. Moll. II. 1834. p. 263. Color albidus, rubro maculatus (9. & G.). Branchiae 5 foliatae. Dentes (laterales ) numerosi, apice et margine exteriore dentieulis

longioribus praediti. Hab. Oe. pacific. (Vaigiou (Quoy & Gaim.). las Ina 1a a):

Die von Quoy und Gaimard erwähnte Form wurde (‚Juni 1828) unweit (a cinquante lienes de) Vaigiou auf N. B. an schwimmendem Seegrase gefunden. Die von den Verfassern gelieferte ı) Die ganze Charakteristik lautet: Tentacula elongate, filiform, not retractile.« Gray hat selbst das Thier nicht gesehen,

und Quoy und Gaimard nennen gar nicht eine Nichtzurückziehbarkeit der Rhinophorien.

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Beschreibung ist der Art, dass eine genaue Bestimmung jetzt, wo die Original-Exemplare verloren gegangen sind. nicht mehr möglich ist. In der Zukunft wird die unten beschriebene Form sich jedenfalls mit dem erwähnten Namen präsentiren müssen.

Wahrscheinlich zu dieser wunderlichen Form nämlich gehörend fand sich im Mus. Godeffroy (als »No. 6462 b. Fiona sp. Ind. or.« bezeichnet) ein einziges Individuum von Capitain Angelbeck 1868 bei Formosa gesammelt, gut conservirt. Notizen zu demselben fehlen leider.

Die Länge des Individuums !) betrug etwa 12, die Breite beiläufig 6,5 und die Höhe (ohne die Papillen) 3.5 Mm.:; die Rückenpapillen erhoben sich zu einer Höhe von 2,5 Mm., die Breite der Fusssohle betrug bis 3Mm. Die Farbe war hell bräunlichgrau, heller an der Unterseite; an der Rückenseite schienen die Spikeln überall weisslich hindurch, zeigten sich hauptsächlich wie strahlenförmig um den Grund der Rückenpapillen geordnet (Fig. 4, 5): auch an der Unterseite des Mantelgebrämes kamen aussen ähnliche Stäbchen vor, an dem Rande derselben wie senkrecht gestellt, während einwärts sich ein Bogen bildendes Balkengewebe fand (Fig. 7).

Die Form war niedergedrückt. vorne wie hinten gerundet. einigermassen der der typischen Doriden ähnlich. Der Kopf sehr klein. in einer Grube an der Unterseite des Mantels wie eingesenkt. Die Mundöffnung stark zurückgezogen. eine feine Pore bildend. Tentakel schienen vollständig zu fehlen. Die Rhinophoröffnungen weit vorwärts und gegen aussen liegend; der Rand nicht hervorstehend, dünn: die (zurückgezogenen) Rhinophorien von gewöhnlicher Form; die Keule etwa 1 Mm. hoch, stark perfoliirt, die Zahl der Blätter etwa 20—30 betragend. ?) Der Rücken ringsum die Seiten und den Fuss überragend (Fig. 7). gegen den Rand hin allmählig ziemlich stark verdünnt. Die obere Seite desselben war mit einer Menge von meistens senkrecht von der Oberfläche hervorragenden, sitzenden oder sehr kurz gestielten kegelförmigen. durch Ziehen an denselben nur schwer und unter Zerreissung lösbaren (Fig. 4—7) Papillen besetzt. die eine Länge bis 2.5 Mm. erreichten. Dieselben schienen in mehreren Längsreihen gestellt; die (Fig. 4. 5) regelmässige Längsordnung aber durch Verschiebung einzelner Papillen öfter verwischt. und die äusserste Reihe, wie es schien, von beiden Seiten in einander übergehend oder also eirculär. An der Mittellinie des Rückens schien eine Reihe von grösseren Papillen vorzukommen; zu jeder Seite der medianen kam eine Reihe von kleineren vor und ausserhalb jeder dieser lateralen drei Reihen, von denen die innere grosse und die überhaupt grössten Papillen trug, in der äussersten kamen nur kleine vor. Am Rande des Rückens (Fig. 7 e) fanden sich endlich noch einzelne, doch ziemlich häufig zerstreute kleinste Papillen. In den Reihen schienen gewöhnlich etwa 12—13 Papillen vorzukommen. Näher untersucht zeigten sich die derben. aber biegsamen Papillen sehr uneben, überall wie kurzstachelig, init kurzen. gerade hervorragenden oder (Fig. 6) meistens gegen oben gerichteten, spitzen Höckerchen bedeckt. Die Kiemenöffnung lag als eine feine, ovale. von mehreren (3) kleinen Papillen unregelmässig umstellte Oeffnung fast genau am Anfange des letzten Drittels der Rückenlänge, vor einer grösseren (in der Mittellinie liegenden) Papille (Fig.5). Die (zurückgezogene) (Fig.8) Kieme aus 5 bis 2 Mm. hohen ®), bipinnaten Blättern bestehend. an dem Grunde des letzten rechter Hand Anfang eines sechsten. In der Mittellinie hinten die etwas hervorstehende Analpapille (Fig. S a).

Der Mantel ragte zu allen Seiten stark hervor. die Breite dieses Gebrämes beträgt mehr als die Breite (Fig. 7) des Fusses. An seiner Unterseite traten neben der Körperseite jederseits 8 sehr ausgeprägte,

') Die Länge des von Quoy untersuchten Individuums betrug nur »2 Linien.« ?2) Die Rhinophorien werden von Quoy und Gaimard etwas verschieden beschrieben (deux longs tentacules franges en ondes, en arriere seulement).

%) Auch Q. und Gaim. geben »pas moins de 5 folioles« an.

21

nierenförmige oder ovale, gegen aussen durch durchschimmerndes weissliches Balkengewebe abgesteifte Gruben hervor: die zwei vorderen und die hinterste waren jederseits kleiner als die übrigen; ausserhalb derselben setzt sich das Balkengewebe, rundliche Inseln umschreibend, die unregelmässig in 2-3 Reihen geordnet scheinen (Fig. 7 b), fast bis-an den Rand fort, der radiat gestreift erscheint. Neben oder in der dritten Grube rechter Seite tritt von der Seite die abgerundete, niedrige. von einer runden Oeffnung durchbohrte Genitalpapille hervor. Vorne findet sich median die den Kopf aufnehmende Grube. Die Körperseiten sind sehr niedrig. Der Fuss (Fig. 7a) ist nicht schmal, fast überall von derselben Breite, vorne fast gerade abgeschnitten, hinten gerundet; er steht an den Seiten und besonders hinten frei und gegen den Rand hin verdünnt hervor.

Die Eingeweide schimmerten nirgends hindurch. Die Lage derselben war wie bei anderen

Doriden.

Die zwei Abtheilungen der cerebrovisceralen Ganglien (Fig. 9aa. bb) stark von einander geschieden: die visceralen etwas grösser und ausserhalb der cerebralen liegend: die pedalen fast so gross (Fig. Ice) wie die cerebralen. Die zwiebelförmigen, fast sitzenden Riechknoten (Fig. Of) ein wenig srösser als die Augen. Die buccalen Ganglien fast unmittelbar mit einander verbunden. die gastro-oesophagalen kaum "s der Grösse jener betragend.

Die Augen (Fig. 9) kurzstielig, von kurz-ovalem Umrisse, der längste Diam. sich auf etwa 0,14 Mm. belaufend; das Pigment tief schwarz, sehr reichlich, die Linse gelblich. Die Ohrblase (Fig. 9) kurzstielig, kaum halb so gross wie das Auge, von ovalen und runden Otokonien strotzend, deren Dian. etwa 0.006—0.0128 Mm. betrug. In den Rhinophorien kamen Kalkstäbchen nicht vor, ebenso wenig in den Kiemenblättern: in der interstitiellen Bindesubstanz im Innern des Körpers fanden sich hier und da kleinere Stäbchen. nirgendwo aber wurden grössere gesehen. Der Bau der Rückenpapillen konnte bei dem sparsamen Material nicht bestimmt werden; auf Querdurchschnitten zeigte sich eine Menge von runden Lücken, querdurchschnittene Canäle, aber überall kamen (Fig. 6) schräge gegen oben und gegen (die Oberfläche eradiirende, wenig verkalkte Stäbchen, am meisten von ziemlich grosser Länge und von einem Querdurchschnitte bis 0.055 Mm. vor: eine Menge dieser Stäbchen ragte überall an der Oberfläche der Papillen hervor (Fig. 5. 6) und gab dieser die schon oben erwähnte feinhöckerige Beschaffenheit. Aehnliche kürzere und längere Stäbchen erstreckten sich von den Papillen in die Rückenhaut hinaus (Fig. 4, 5) und kamen hier überall zwischen den Papillen vor (Fig. Gaa).

Die Mundröhre sehr stark. etwa 1.3 Mm. lang: hinten. an dem Grunde derselben, die starken Retractoren; die Innenseite mit starken eirewlären Falten. Der Schlundkopf etwa 1.5 Mm. lang, die Breite und die Höhe etwas geringer als die Länge: vorne an demselben die oval-ringförmige Lippen- scheibe mit, wie es schien. einfacher, dünner, gelblicher Cuticula: die Raspel (der Zunge) schimmerte durch die Oberseite gelblich schillernd hindurch; hinten die wenig hervortretende. aber ziemlich grosse. bräunliche Raspelscheide. Die Zunge breit und stark, mit tiefer Kluft; es kamen an derselben etwa 20 Zahnplattenreihen vor; in der langen, dieken Raspelscheide 50 entwickelte und 3 unentwickelte Reihen. Die Zahl der Zahnplatten in den Reihen sehr bedeutend, hinten an dem Zungenrücken (jederseits) etwa 100 betragend: sie schien sich weiter rückwärts bis zu 110 zu erheben. Die Farbe der Zahnplatten schwach gelblich: die Höhe der (Fig. 10) innersten etwa 0.034 Mm. betragend, sich allmählig (Fig. 13, 16) bis 0.07 Mm. erhebend; die äusserste (Fig. 14) etwa 0.04, die nächstäusserste (Fig. 14) 0.05 Mm. hoch. Die geringe Grösse der Zahnplatten machte die Untersuchung dieser und der Zahmplattenreihen sehr schwierig. Es schienen keine Mittelzahnplatten (Fig. 10, 11) vorzukommen, die innersten Seitenzahn- platten (Fig. 11) aber mehr symmetrisch zu sein. Die übrigen Zahnplatten hakenförmig, aber wenig

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gebogen; die Grundfläche (Fig. 12) schmal und kurz: an der Hinterfläche des Körpers, dicht unter der Mitte der Höhe der Zahnplatte. ein zahnförmiger Vorsprung (Fig. 13. 14); der Aussenrand an der Spitze mit meistens (4) 6—10 spitzen Dentikeln, von denen die äussersten oft länger; an den äussersten (Fig. 14) wie an den inneren Zahnplatten war die Zahl der Dentikel geringer und dieselben kürzer. Irreguläre Zahnplatten fehlten nicht. besonders nicht eine Form mit gerade hervorstehender Spitze (Fig. 17); durch Verschmelzung entstandene Doppelzahnplatten kamen auch vor.

Die Speiseröhre schien ziemlich kurz. Der Magen gross. von der Leber umschlossen. Der Darm aus der linken Seite der Leber hervortretend. vorwärts gehend. seinen Bogen bildend und in fast gerader Linie gegen den Anus verlaufend: die ganze Länge etwa 6.5 Mm. betragend. Die Leber wie gewöhnlich.

Das Herz wie gewöhnlich. die Vorkammer sehr gross. Die Nierenspritze an gewöhnlicher Stelle.

Die Zwitterdrüse mit ziemlich grossen Lappen die Leber überziehend: die Lappen mit grossen oogenen Zellen und entwickelten Zoospermen (mit gewöhnlichem Kopfe). Die vordere Genitalmasse in Grösse etwa ®%ı des Schlundkopfes betragend. Die Ampulle des Zwitterdrüsenganges langgestreckt, ziemlich dick. zwei bis drei Schlingen bildend. Es fanden sich zwei Samenblasen:; die eine kugelförmig; die andere ein wenig kleiner. birnförmig. beide von gelblicher Farbe. Die Schleimdrüse selbst von röthlich- eyauer Farbe. Der Penis langgestreckt. in einer etwa 0.16 Mm. langen Strecke (Fig. 18) etwa in der Art der Phyllidien bewafinet: es kamen hier etwa 14—16 dicht gedrängte Dornenreihen vor, in jeder Reihe etwa 30-40 Dornen. Die Dornen (Fig. 19. 20) sehr klein. etwa 0.0055—0.0055. seltener 0.007 Mm. in Länge messend, sich als gerade oder etwas gekrümmte kurze Pfriemen sehr schräge von eckig-rundlicher,

verhältnissmässig grosser Grundfläche erhebend.

23

Erklärung zu Tafel I. Fiona pinnata (Eschsch.?). Fig. 1. Das Thier, kriechend, von der Rückenseite; vorne durchschimmernder Schlundkopf. Nat. Gr. 2. Wlaich. Nat. Gr. Bornella arborescens, (Pease) Bgh.

» 3. Das Thier, kriechend, von der Rückenseite. Nat. Gr. » 4. Dasselbe, von der Seite. Nat. Gr.

Miamira nobilis, Bgh. Nov. Gen. et Sp.

» 5. Das Thier, kriechend auf einem mit Serpulen besetzten Steine. Nat. Gr.

Chromodoris gloriosa, Bgh. n. sp.

» 6. Thier, vom Rücken. » 7. Dasselbe, vom Fusse. 8. Rhinophor. » 9. Kieme. Chromodoris scurra, Bgh. n. sp. 10. Thier, vom Rücken. » 11. Dasselbe, vom Fusse ab. 12. Rhinophor. 3. Kieme. Chromodoris? citrina, Bgh. n. sp.

14. Thier, von der Rückenseite. 15. Dasselbe, von der Unterseite. » 16. Rhinophor. » 17. Kieme und Analpapille.

Chromodoris? pusilla, Bgh. n. sp.

» 18. Thier, von der Rückenseite.

Doris (Gen.?) punctulifera, Bgh. n. sp.

» 19. Das Thier, von der Seite. 20. Dasselbe, von der Rückenseite.

Alle Figuren nach den lebenden Thieren gezeichnet, 1—-5 von Dr. Graeffe, 6—17 von Hrn. A. Garrett, 18—20 von Dr. Graefte.

Fig.

24

Erklärung zu Tafel I. Phestilla melanobrachia, Bgh. Nov. Gen. et n. Sp.

Vorderende des Thieres. Kopf mit b Flügeln. Aussenmund, a Tentakeln; Vorderende des Fusses. Mitte des Körpers von der Seite, mit fünftem bis siebentem Papillenkissen. a Fuss, b Anus. Aussenende eines Papillenkissens, mit Papillen.

Grössere Papille.

Abnorme, gegabelte Papille.

Schlundkopf, von der Seite. mit a Mundrohr und Lippenscheibe, b Speiseröhre, e Magen.

Mandibel, mit Cam. Inc. (ohne Compression) gezeichnet (Vergr. 55). a Schlossparthie, b Kaufortsatz.

Der Kaurand (von der Innenseite). mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 350). a Schlossparthie, b Spitze des Kaufortsatzes.

Die linke Hälfte des Schlundkopfes. a Schloss der Mandibel. b Nebenmundhöhle: hinter derselben die Zunge (mit d Raspelscheide). über derselben die Schlundöffnung und e Anfang der Speiseröhre.

Stück der Radula. schräge von oben.

Zahnplatte, von der Seite.

Zahnplatte, aus der Raspelscheide, von der Unterseite,

Aus der Ampulle des Zwitterdrüsenganges. Unten Inhalt derselben.

Von der Bekleidung des Penis.

Fig. 10—14 mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 350).

Casella atromarginata (uv.).

Ausgestrecktes Rlıimophor.

Kiemenblatt.

Mundröhre und Schlundkopf. von der oberen Seite. a Aussenmund, b Mundröhre, e Schlundkopf, dd Speicheldrüsengänge. e Speiseröhre.

Der Schlundkopf. von der Unterseite. abe Mundrohr, dd Mm. retractores bulbi.

Schlundkopf, von oben. a Lippenplatte. b Seite des Schlundkopfes, ce Hinterende desselben, d Mm. retractores bulbi. &

Lippenplatte, von der Seite. a unterer. im Rande umgeschlagener Theil derselben; b oberer, schmälerer Theil derselben: d Cutieula der Aussenseite des Schlundkopfes: ec Cutieula der Mundhöhle.

Bewaffnung der Lippenplatte, von dem Vorderrande derselben.

Eben solche. von dem Hinterrande.

Einzelner Haken mit seinem Grundstücke.

Grundstücke. von oben. nach Entfernung der Haken.

Unentwickelte irreguläre Bewaffnung.

Fig. 21—25 mit Cam. lue. gezeichnet (Verer. 750).

Die Raspel und ihre Fortsetzung. a Raspel. b hinabgesenkter Theil derselben, ed in der Scheide eingeschlossener Fortsatz.

Mittlerer Theil der Raspel, mit Cam. luc. gezeichnet, von der Unterseite (Vergr. 750).

Penis, mit dem Boden (des Penissackes, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55). a Samenleiter.

Hinterer Theil der zusammenstossenden Speicheldrüsen.

Bornella arborescens, (Pease) Bgh. Schuppen der Lippenplatte, mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 750). Die Mandibel, von der Vorderseite, mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 55). Ohrenblase, mit Cam. Inc. gezeichnet (Vergr. 350). Einzelner Ohrenstein, mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 750).

25

Erklärung zu Tafel Ill. Cerberilla longicirrha, Bgh.

Vorderende des Thieres. a Rlıiinophorien, bb Tentakel, ce Fussecken, d erstes Papillenkissen, e Fuss.

Aeusserer Theil des dritten Papillenkissens, mit Cam. lue. gezeichnet (Verer. 55). a Aeusserste Papillen, b einwärts liegende Papillen.

Seitentheil zweier Zahnplatten, von der Unterseite, mit Cam. lue. gezeichnet (Verer. 750).

Echinodoris eolida (Gray).

Stück der Rückenhaut, von der Mitte des Rückens. a Papille von oben.

Hinterer Theil des Rückens mit Anal-Oeffnung.

Kleine Papille. aa Spikeln der Rückenhant.

Mittlerer Theil der Unterseite des Thieres. a Fusssohle, b Unterseite des Mantels mit ihren Gruben und inselförmigen Figuren, e Rand-Papillen.

Kiemen. a Analpapille.

Centralnervensystem, mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 100), von der Unterseite. aa Cerebrale. bb viscerale Abtheilungen des oberen Ganglienpaares, ce pedale Ganglien, d Commissura pediaea, e Comm. visceralis, f Gangl. olfactorium und Nerv. olfactorius.

11. Stücke des Mitteltheiles der Raspel.

Grundfläche der Zahnplatten.

Zahnplatten, schief von der Vorderseite.

Aeusserste Zahnplatten.

Haken von Zahnplatten.

Zahmplatten, von der Seite.

. „Abnorme Zahnplatte.

Fig. 10—17 mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 750). Penis-Ende, mit Cam. Iuc. gezeichnet (Verer. 350). Penis-Haken, von der Fläche.

Einzelner Penis-Haken, von der Seite. Fig. 19 u. 20 mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 750).

Casella atromarginata (Cuv.)

Stark zusammengezogenes Rhinophor. Stück der Raspel.

23—25. Innere (2te bis 6te) Zahnplatten, in verschiedenen Stellungen.

Fig. 1. ur ad: roh: 6: 18 8. ».9, 0: 12: 13: 14. 19. » 16. 17 18. » 19. “20 2 21. 2.20, 326: 2 2 » 29, » 30. le BP

Aeusserste denticulirte Seitenzahnplatten. 28. Aeusserste Zahnplatten. Innerste Seitenzahnplatten. Hakenende einer solchen. Unregelmässige Zahnplatte. Fig. 22—31 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). Samenblasen, a runde mit e Ausführungsgang, b wurstförmige.

265

Erklärung zu Tafel IV. Bornella arborescens, Pease, Bgh

Fig. 1. Vorderende des Thieres. a Stirmfortsätze (Tentakel), b Gegend des Aussenmundes, e Vorderrand des Fusses, d Stiel des Rhinophors, e Zipfel der Rhinophorscheide mit zwischen denselben liegender Keule. f Papillenähnlicher Fortsatz des Rhinophors.

2. Vorderende des Thieres, von der Unterseite. Vordere rechte (complete) und linke (unvollständig gezeichnete) Gruppe von Stirnfortsätzen; zwischen denselben der Aussenmund. a Vorderende der Fusssohle.

» 3. Erste Rückenpapille mit durchschimmernden Leberlappen, unten in b einen Leberstamm über-

eehend. a Kieme. 4. Hintertheil des Thieres mit kiemenlosen paarigen und unpaarigen Rückenpapillen. a Schwanzende. 5. ÜOentralnervensystem, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). a Ganglia cerebro-visceralia. b G. pedalia, e G. olfactorium, d Auge, e G. buccalia, f G. gastro-oesophagale. 6. Die Kiefer. schräge von der Seite, in ihrer-normalen Verbindung. » 7. Kiefer, von der Aussenseite. » 8. Dieselbe, von der Innenseite. Fig. 7 u. 5 mit Cam. luc. gezeichnet (Verer. 55). » 9. Mittelzalinplatte. von der Hinterseite. 10. Mittelzahnplatten. von der Seite. 11. Aelinliche, von der Unterseite, mit a innersten Seitenzahnplatten. 12. Medianer Theil der Raspel, von oben. » 15. Seitenzahnplatten, von der Unterseite. » 14. Imnerste Seitenzahnplatten. 15. Erste Seitenzahnplatte. Fig. 9—15 mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 750).

» 16. Verdanungsorgane. a Speiseröhre, b erster Magen, cc Leberstämme des ersten Papillenpaares, d zweiter Magen, e vordere Strecke des Darmes mit f federförmiger Falte, g hintere Strecke des Darmes, h Anus.

» 17. Dornenreihen des zweiten Magens, mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 100).

18. Dornen.

» 19. Einzelner Dorn.

Fig. 15 u. 19 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350).

» 20. Grosser medianer Leberstamm. a Vorderende oder Gallengang. sich in den Pylorustheil des ersten Magens öffnend; b Gegend, dem Magen entsprechend; ce Gegend, der Zwitterdrüse entsprechend; d Hinterende des Leberstammes; 1, 2, 3 abgehende Papillarstämme zum zweiten, dritten und vierten Papillenpaare.

» 21. Leberlappen der ersten Papille, aus derselben herauspräparirt.

» 22. Zwitterdrüse, von der Unterseite. a Zwitterdrüsengang.

23. Lappen der Zwitterdrüse a Ausführungsgang.

» 24. Penis. a Samenleiter, b Haken, e Oeffinung des Organs.

» 25—27. Elemente des doppelten Hakenkranzes, mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 750).

» 28. Hakenkranz, mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 350).

Miamira nobilis, Bgh. » 29. Unterseite eines Rückenlappens. 30. Vorderende der Speicheldrüse, mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 55). a Speicheldrüsengang. » 31. Falten der Nierenspritze. » 32, 32. Elemente von der Lippenplatte, mit Cam. luc. gezeichnet (Vergr. 350). a Solche mit Sockel, b solche mit geklufteter Spitze.

Ükucl Tl Wernrcke

l _ 2. “Fiona pinnala [Eschsch?] 3 _4. Bomella arborescens (Perse) 5. Miamira nohilis Bsh.n sp 6_9 Chromodorıs gloriosa Bsh.n sp. 10 _13.. Chromodoris scurra Bsh. n sp. 14_ 17. Chromadoris ? citrina Boh.n sp. 18. Chromodoris pusilla Beh. ı sp 19_20. Doris puncluhfera, Bgh. n. sp

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Hamburg L.Friederichsen & .

Journal des Has. Godeffroy. Hefe

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Separat-Abdruck aus dem

Journal des Museum Godeffroy Heft VIII. 1875.

Neue Nacktschnecken der Südsee,

marlacsasesnsche Untersuchungen von

Dr. R. Bergh

(Kopenhagen). IIT.

MIAMIRA, Beh. Nov. Gen.

Nothaeum antice in velum frontale productum, lateribus lobis applanatis infra lamellatis instructum, postice in velum caudale continuatum; supra carinatum cum costis transversalibus. Podarium angustius.

Apertura oralis indumento buccali (hamuligero) armata.

Lingua lata, brevis, seriebus dentium numerosis, rhachide inermi, pleuris multidentatis.

Die allgemeine Körperform ist bei diesen Thieren sehr eigenthümlich, indem der Rücken dachförmig ist, mit starkem Giebel und von diesem ausgehenden Rippen: vorn schiesst er in ein Stirn-, hinten in ein Schwanzsegel und an den Seiten in Lappen hervor, besonders diese letzten sind an der Unterseite fein lamellirt. Der Fuss ist ziemlich schmal: die Tentakel klein.

Die Mundöffnung ist mit einer Lippenraspel (wie bei den Casellen u. a.) versehen. Die Zunge ist breit und kwz, mit zahlreichen Reihen von Zahnplatten: in den Reihen fehlen die Mittelzahnplatten. die Seitenzahnplatten sind zahlreich. In der Haut keine erhärteten Zellen.

Von dem Geschlecht ist bisher nur eine einzige, die untenstehende Art bekannt.

Miamira nobilis, Beh. n. sp. Color animalis vivi supra et lateribus laete viridis, ubique punetis rubiginosis vel ochraceis confertis; margine dorsali albus: branchiis pallide viridescens: podario subtus albescens. Nothaeum supra fortiter cancellatum. Branchiae ca. 12, tripinnatifidae.

Hab. M. philippinense (Masinloc p. p. |Semper]); Albay (Lucon |Jagor]); ins. Samoa (Upolu |E. Graeffe|). Var. »Colore pallide virescenti, dense aureopunctato, punctis rarioribus majoribus lacteo-eyaneis; margine albo-carneo; calyeibus tentacularibus (rhinophorialibus) granulis aureis obsitis; podario subtus albido « (v. Martens). Nothaeum multo minus fortiter cancellatum. Hab. ad Amboinam (v. Martens).

Taf. VII. Fig. 130, t. IX. f. 14. Von dieser schönen Form hat Semper im Ganzen 12 einander sehr ähnliche Individuen zurück- gebracht; das erste wurde (am 27. Octbr. 1859) bei Masinloc, die anderen später nicht weit davon gefischt. 1

Dr. E. Graeffe hat (am 5. Juli 1867) »bei niedriger Ebbe an Seepflanzen an der Küste Upolu’s (Samoa oder Schiffer-Inseln) ein einziges ähnliches Individuum zefunden; wahrscheinlich kam es aus dem tiefen Wasser dahin, um den Laich abzusetzen. wie es viele Aplysien thun. Bei Berührung dieses sonst schwerfällig sich bewegenden Thieres wurde eine weissliche Flüssigkeit vom Mantelrande abgesondert. « Im Berliner Museum findet sich (1868) noch ein von ‚Jagor bei Albay (Lucon) gefischtes Individuum.

Von der früheren Farbenpracht waren bei allen diesen Individuen keine Spuren übrig; sonst waren die Exemplare ausgezeichnet bewahrt. Vier von den von Semper und das einzige von Graeffe herrührende Individuum wurden der anatomischen Untersuchung geopfert.

Im Berliner Museum findet sich endlich die oben erwähnte Varietät mit S Exemplaren vertreten, (lie von v. Martens in dem Meere von Amboina im October 1862 gefischt waren. Eines derselben sowie die wenigen zu denselben gehörenden Notizen (s. oben) wurden mir von Dr. Martens freundschaftlichst überlassen. So wie die lebenden Thiere sich in Farbenverhältnissen von den vorerwähnten ziemlich stark unterschieden haben. so waren die Unterschiede an den in Alcohol bewahrten noch auffallend. Diese Individuen waren durchgehends blässer, dicker, und die Cancellirung des Rückens weniger stark hervor- tretend, bei dem einen fast kaum bemerkbar; die weissen feinen Hautpapeln waren noch feiner als bei den oben erwähnten Individuen; sonst stimmten diese und jene aber in allen übrigen äusseren Verhältnissen, und die anatomischen Verhältnisse waren fast ganz dieselben wie bei jenen. ")

Dem Ms. Sempers und seiner nach dem lebenden Thiere aufgenommenen Abbildung zufolge erreicht das Thier die bedeutende Länge von 8,5 Cm. bei einer Höhe (von der Sohle ab bis an die kückenfläche zwischen den Tuberkeln) bis 17 Mm. Der Angabe Graeffe’s zufolge war die Länge 7 Cm. bei einer Breite bis 3 Cm. Der Penis scheint vorgestreckt (der Figur Sempers *) zufolge) eine Länge von 10 Mm. gehabt zu haben. Die Maassverhältnisse bei den in Alcohol bewahrten, etwas zusammen- gezogenen Individuen waren wie folgt. Die Länge vom Ende des Stirnsegels bis an das Schwanzende betrug (in gerader Linie) 4,5—S Um. Bei einem Individuum von einer Länge von 5,75 Cm. betrug die Höhe von der Fusssohle bis an die Spitze der Prominenz vor «der Kieme 18 Mm.; die Höhe der Seite (zwischen dem 4. und 5. Rückenlappen) stieg bis auf 10—11 Mm.: die Breite der Fusssohle war an der Mitte, vorn noch bis unter der Genitalpapille und hinten noch an der Schwanzwurzel, 8 Mm.; der Rücken mass durch die Kiemengrube bis an die Spitzen der dortigen Rückenlappen 18 Mm. Bei dem grössten dieser Individuen betrugen die letzten Maasse 20,12.11.22 Mm.

Die Farbe des lebenden Thieres war, der Figur und den Notizen Sempers zufolge, %) oben und an den Seiten schön und lebhaft grün, überall ziemlich dicht mit feinen. etwas hervortretenden. roströthlichen Pünktchen übersäet; der Rückenrand war blendend weiss. Die Kieme war hell gelbgrün, die Hauptstrahlen

') Das genauer untersuchte Individuum hatte eine Länge von 5,5 Um.; die Höhe betrug bis 24 Mm.; die Breite bis 3 Cm,; die Analpapille erhob sich bis 3Mm. Die Länge der Mundröhre betrug 8, die des Schlundkopfes 9 Mm. An der Zunge kamen 56 Zahnreihen vor; mehr rückwärts fanden sich noch 38 entwickelte und 4 unentwickelte Reihen; die Gesammtzahl der Zahnplattenreihen betrug somit 98. In den Zahnreihen kamen hinten an dem Zungenrücken etwa 116 Zahnplatten vor. Die Form und Grösse der Zahnplatten waren wie bei den anderen Individuen; in den meisten Reihen kamen (vel. Fig. 19) mehrmals Doppelzahnplatten vor. Die Speicheldrüsen hatten eine Länge von etwa 11 Mm. Die Speiseröhre war ca. 18 Mm, lang; die Strecke, die die Leber durchdrang. etwa 2 Mm. lang. Die ganze Länge des Darıns betrug etwa 72 Mm. Die ganze Schleimdrüsenmasse hatte eine Höhe von 13,-eine Breite von 15 und eine Dieke von 10 Mm.; der Samengang hatte eine Länge von ca. 105 Mm.; die Länge des Penissackes betrug etwa 1,75 Mm.; der Längsdiameter des grösseren Spermatotheks belief’ sich auf etwa 5.5 Mm. Bei den im Texte vorkommenden anatomischen Angaben ist sonst auf dieses Individuum keine Rücksicht genommen.

?) Vgl. meine malacol. Unters (Semper, Philipp) Heft VI 1874. Taf. XXXII. Fie. 2.

®) Vgl. meine malacol. Unters. ]. e. Taf. XXXIN. Fie. 2.

derselben mit den eben genannten Pünktchen versehen. Die Unterseite des Körpers war blass. Graeffe !) giebt die Grundfarbe als grünlichblau an, die Pünktchen als ochergelb: die Rhinophorien als schmutzig grün mit kleinen weissen Flecken, die Kiemenblätter als grünlich mit bräunlichen Rippen. In dem Spiritus hatten sich die Farbenverhältnisse in der Art verändert, dass die grüne Farbe in ein lichtes Graugelblichweiss, mitunter mit grünlichem Anstrich, geändert war, das überall mit einer Menge von kleinen und sehr kleinen. mehr oder weniger hervorragenden, zierlichen , weisslichen Paplen übersäet war, die meistens einen Diam. von 0.35 —0,5 Mm. hatten, nur an dem vordersten und hintersten Theile der Seite mitunter einen Durchschnitt von ca. 1,5 Mm. erreichten (an der Sohle fehlten die Paplen). Die Keule der Rhinophorien war oben oft mit einer Reihe von grösseren weisslichen Tüpfeln bedeckt und zeigte an dem vorderen und hinteren Rande. sowie an den Seiten (an den Rändern der Blätter) eine Menge von kleineren, unregelmässig zerstreuten, kalkweissen, oft hervorstehenden Pünktchen. An dem Schaft und den Strahlen der Kiemenbüschel (besonders deren Innenseite), auf der Genitalgrube und an dem Analtubus kamen ähnliche Pünktchen vor. Die Kieme war licht bräunlich gefärbt: die Fusssohle hell gelblich.

Die Form war im Ganzen kräftig, langgestreckt. etwas zusammengedrückt. breiter über dem Rücken. schmäler an der Bauchseite. Der Kopf war ziemlich klein: oben nur durch eine seichte Furche von der Unterseite des Stirnsegels geschieden, unten nicht sehr deutlich von dem Fusse abgesondert. Der Aussenmund war am meisten stark zusammengezogen, rund; seltener war der Innenmund hervor- geschoben. Die stark seitwärts verlegten Tentakel waren sehr klein.*) Weeen der starken Entwicklung des Stirnsegels (Vorderendes des Rückens) finden sich die Rhinophoröffnungen anscheinend etwas mehr hinterwärts als gewöhnlich (ca. 8.5—11 Mm. vom Vorderrande des Thieres): sie Jagen an der Spitze der kegelförmigen (auch bei dem lebenden Thiere der Figur Sempers zufolge) bis 2 Mm. hohen. truncirten Rhinophorpapillen. Die Rhinophoröffnungen waren meistens stark zusammengezogen, rund. Die Rhinophorien haben bei dem lebenden Thiere (der Figur Sempers nach) eine Höhe von 6 Mm. erreicht: sie waren am meisten im Tode ganz zurückgezogen. Die auspräparirten Organe waren ziemlich kurz. kurzgestielt. Die Keule (Taf. VIII. Fig. 1) etwas kurz. von 2—4 Mm. Höhe, etwas dick, kaum zusammen- gedrückt; die schräge hinuntersteigenden Blätter der Keule fanden sich in einer Anzahl von 35 bis 40 breiten, zwischen denen dünnere und schmälere noch oft hineingeschoben waren: die Endpapille klein. Der Körper ist viel breiter über dem Rücken als an der Bauchseite. An der Oberseite desselben zeigte sich eine eigenthümliche Mantelentwieklung, die vorne über den Kopf hervorschiesst, an den Seiten lappenartig hervor- ragt und hinten segelartig die Wurzel des hintersten (bei den in Spiritus bewahrten Individuen 11-—-14 Mm. langen), oben etwas kielartig geformten, schwanzartigen Körperendes bedeckt. Der Rücken war im Ganzen dachförmig, giebelförmig. gefeldert: gegen die Seiten ist er durch einen harten weisslichen Rand scharf begränzt, der dem Anscheine nach ziemlich regelmässig durch eigenthümliche Lappen unterbrochen ist. Dieser Aussenrand ist von einem ähnlichen, mit ihm parallellaufenden, nur etwas schwächeren Rand begleitet. Der Giebel war vorne niedrig. gegen hinten allmählich höher, etwas hinter der Mitte der ganzen Körperlänge in einen gegen hinten gerichteten Zapfen auslaufend, der sich (an den in Spiritus bewahrten Individuen) über den am meisten von den Kiemenblättern ausgefüllten Kiemenhügel mehr oder weniger duckte. Der hinter diesem Hügel liegende Theil des Rückens ist im Ganzen etwas flacher, und der Giebel hier besonders vorne weniger hervorstehend, bei einigen Individuen ganz fehlend. Der mediane, kammförmige Giebel ist ziemlich breit, in seiner vorderen Strecke bis an den Kiemenhügel etwas abgeflacht. meistens

') Vgl. Journ. des Mus. Godetfroy. Heft VI. 1874. Taf. I. Fig. 5. 2) Sempers MS. giebt ausdrücklich die Anwesenheit von Tentakeln neben dem Munde an, vielleicht auch seine Figur.

Das Verhältniss ist wie bei den Casellen, wo sie auch bei den in Alcohol bewahrten Individuen oft sehr undeutlich geworden sind.

4

von etwa 24,5 Mm. Breite; hinter dem Kiemenhügel wird der Giebel viel schmäler. An dem Giebel kommen einige mehr oder weniger knorrige Knotenbildungen vor. Schon vorne in der Gegend des hinteren Theiles des mittleren Lappens des Stirnsegels findet sich ein kleinerer Knoten; dicht dabei, etwa in der Mitte einer Querlinie hinter den kleinen Seitenlappen des Stirnsegels kommt ein grösseres Tuberkel vor. Wiederum ein kleineres findet sich in der Gegend ausserhalb der Rhinophorien oder dicht hinter denselben, somit zwischen den ersten Mantellappen. Zwischen den Mantellappen des zweiten Paares zeigt sich ein sehr grosses Tuberkel, von dem ein stark hervorspringender Kamm gerade auswärts in den inneren der Seitenränder des Rückens hinüberläuft. Mehr zegen hinten findet sich ein etwas niedrigerer Knoten zwischen den Seitenlappen des dritten Paares. mit welchen der Knoten durch einen dem vorigen ähnlichen Kamm verbunden ist. Mehr nach hinten erhebt sich dann der Giebel in den oben angeführten, gegen hinten gerichteten, bis 6,5 Mm. hohen. am Ende abgestutzten (dort am meisten 4,5, seltener bis 6 Mm. breiten), an der hinteren (unteren) Fläche etwas abgeplatteten Zapfen, der seitwärts durch einen schrägen Kamm mit der Wurzel des vierten Paares der Seitenlappen verbunden ist. Der eben genannte Zapfen und der innerste Theil der dazu gehörenden Kämme begrenzen die Gegend der Kiemenhöhle nach vorne hin; hinter dem äussersten Theile jener Kämme senkt sich der Rücken stark, und der ganze übrige Theil desselben liegt fernerhin viel tiefer als die vor diesen Kämmen liegende Partie. Hinter dem Hinterrande des Kiemenhügels findet sich in der Mittellinie noch ein kurzer Giebelfortsatz mit kleinem Tuberkel; ') jetzt verschwindet aber der Giebel, während doch noch jederseits ein Kamm sich in den fünften Seitenlappen erstreckt. Ganz hinten an dem Ende des Rückens zeigt sich der Giebel gewöhnlich wieder, wird höher, bildet an der Wurzel des Schwanzsegels ein Tuberkel mit Kämmen in die Seitenlappen des Segels hinein und setzt sich darnach niedriger geworden bis an den Hinterrand desselben fort. Auf dem Rücken finden sich den Kämmen und besonders dem inneren Rückenrande (s. unten) entlang Einsenkungen, wodurch die durch die Kämme bezeichneten Felder des Rückens noch deutlicher hervor- treten. Der Mantelrand zeigt ringsum die schon mehrfach genannten schönen Lappenbildungen. durch Zwischenräume geschieden, die sich, wenigstens an den in Spiritus bewahrten Individuen, an den Seiten gewöhnlich etwas schmäler als die Lappen selbst zeigen. Der vordere Lappen, das Stirn- (Kopf-) segel, ist flach, gross (in der Mittellinie bei den in Spiritus eonservirten Exemplaren 4,5—7 Mm. lang), dreilappig. Der grosse gerundete Mittellappen desselben ist durch einen geringen Zwischenraum von den am meisten kleineren, aber gewöhnlich mehr hervorragenden Seitenlappen geschieden. Das erste Paar der lateralen Lappen findet sich in oder an der Gegend des Kopfes und war fast doppelt so lang als die Läppchen des Kopfsegels. Das zweite Paar findet sich in der Gegend der Genitalpapille und war um ein Weniges grösser. Die Grösse des dritten ®) und vierten Lappens wuchs darnach unbedeutend: der vierte war gewöhnlich der grösste, ausserhalb des Kiemenhügels (4-6 Mm.) hervorragend. Von dem fünften, etwas kleineren durch einen mitunter etwas grösseren Zwischenraum geschieden. ragt das Schwanzsegel (in der Mitte ca. 7—10 Mm.) hervor: die drei Läppchen desselben springen nur wenig vor, am wenigsten das kleine mediane, das bei einem Individuum ganz fehlte. Alle diese Lappen- bildungen hatten eine ziemlich breite Basis. sind somit nie sestielt. Der äussere (s. oben) Seitenrand des Rückens setzt sich. doch sehr verdünnt, in den freien Rand der Lappen fort; der innere Seitenrand dagegen kreuzt die Wurzel des Lappens und bildet gewöhnlich an der Stelle, wo er dem Ausläufer von dem Giebel des Rückens begegnet, ein kleines Tuberkel. Die obere Fläche der Lappenbildungen ist gewölbt, mitunter gegiebelt, mit vielen kleinen Knötchen bedeckt. die oft in mehreren Längs- und Querreihen

', Das sich doch bei einem Individuum zu einer Höhe von 25 Mm erhob.

°) An der linken Seite fehlte der dritte Lappen bei dem einen Individuum, bei mehreren war der dritte der grösste.

stehen. Die untere Fläche ist abgeplattet; gegen innen glatt; etwas mehr als die äussere Hälfte dagegen mit mehreren (gewöhnlich 10-25) ziemlich stark hervortretenden, in einander gefalteten, querlaufenden eradiirenden Falten (s. Heft VI. Taf. IV. Fig. 29) versehen; am wenigsten waren dieselben an dem Kopfsegel entwickelt und fehlten fast immer an seinem medianen Läppchen: auch an dem Schwanzsegel waren sie mitunter wenig kräftig. Semper hat auch die Gegenwart dieser Falten bei dem lebenden Thiere kurz notirt, sie aber besonders stark an dem Schwanzsegel sefunden. Hinter der grossen zapfenförmigen Prominenz des Rückengiebels und den von demselben ausgehenden Querkämmen (s. oben) liegt die am meisten von den Kiemenblättern ganz ausgefüllte, mehr oder weniger Kraterartig hervorstehende Kiemen- höhle. Die Oeffinung der Höhle war bei ausgestreckter Kieme, rund oder queroval, meistens von 5—7 Mm. Breite. von einem niedrigen. hinten etwas höheren, ebenen oder schwach wellenförmig gebogenen, scharfen mitunter auswärts umgeschlagenen Rande eingefasst, der (wie die Aussenseite des Kraters) mit kleinen Tuberkeln besetzt und mitunter an der äusseren Seite von einer Furche begleitet ist. Am Krater zeigen sich ringsum kurze, knotenbildende. herunterlaufende Falten, hinten eine grössere mediane in den Giebel des Hinterrückens übergehend. Bei ganz zurückgezogener Kieme betrug der Diameter der querovalen Oeffnung des Kraters 1,5--2 Mm. Die Kiemenbüschel sind ganz retractil, in Anzahl meistens 12, an der Wurzel etwas unregelmässig, oft paarweise zusammengeschmolzen. von 3—4—8S Mm. Höhe; sie sind dick, dreieckig, kräftig, an der Aussenseite convex, an der Innenseite meistens giebelig, etwas unregelmässig tripinnat; aus deren Kiele gehen meistens 4—6 (mitunter bis 10-12) Strahlen hinaus, die Nebenstrahlen tragen, an denen sich wieder andere finden. Die Büschel bilden gleichsam einen Ring, der hinten durch den Analtubus geschlossen wird; die neben der Mittellinie hinten und mitunter auch vorne stehenden sind die kleinsten. Der Analtubus (Taf. VIIT. Fig. 2) liegt, wie gewöhnlich. in einem kleinen Ausschnitte des hinteren Theiles des Ringes. Das Rohr ist von 2,5 Mm. Höhe. fast eylindrisch oder an der Basis und an dem Ende etwas dieker als an der Mitte: anıder Vorderseite zeigt es sich mitunter convex mit seichter Kielbildung, während es an der Hinterseite platt war: am Ende war das Rohr schräge nach hinten abgeschnitten, in mehrere (4—5) Zipfel tief getheilt. Vor dem Analrohre, etwas seitwärts, findet sich die etwas spaltenförmige Nierenpore (Fig. 2a). Das Hinterende des Thieres, der Schwanz ist hoch, kräftig, zusammengedrückt, mit scharfem Oberrande. am meisten 11—13 Mm. lang. von oben her in mehr als seiner Hälfte von dem Schwanzsegel bedeckt.

Die Seiten sind hoch, ziemlich flach oder leicht gewölbt, oben dem Rückenrand entlang am meisten mit einer seichten Einsenkung. Die Genitalpapille findet sich fast immer unter dem zweiten lateralen Rückenlappen der rechten Seite (an den in Spiritus bewahrten Individuen etwa S—13 Mm. vom Vorderende des Kopfes); sie ist rundlich, nur wenig hervorstehend, zum grössten Theile von einer Oefinung aufgenommen, die mitunter von dem Penis ausgefüllt war, welcher, der Figur Sempers nach, bei dem lebenden Thiere ziemlich stark hervorgestreckt werden kann (vgl. 1. c.).

Der Fuss ist ziemlich kräftig, vorne nicht sehr scharf vom Kopfe geschieden. Der Vorderrand fast gerade oder in der Mitte etwas ausgekerbt. mit sehr wenig hervortretenden Ecken. Hinten bildet er etwas verschmälert die Unterseite des Hinter- (Schwanz-)Endes des Körpers; von den Seiten stand er als ein nicht ganz (bis 2 Mm. breites) schmales Gebräm hervor. Die Fusssohle ist kräftig. nicht schmal (bis 9—10 Mm. breit), in ihrer grössten Strecke von einer und derselben Breite, nur vorderst etwas breiter, dann wieder etwas schmäler, sowie auch hinten wieder etwas verschmälert.

Die Eingeweide schimmerten nirgends hindurch.

Nachdem das Thier geöffnet war, zeigte die Ringeweidehöhle sich nur in die Gegend des fünften Seitenlappens erstreckend. Die Lageverhältnisse der Eingeweide waren sonst die gewöhnlichen.

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Das Uentralnervensystem ward nur mit Mühe aus der losen, einhüllenden Bindesubstanzmasse und der festeren inneren Scheide auspräparirt. Die Cerebrovisceralganglien sind unregelmässig nierenförmig, hinten wenig breiter; die schiefe Einkerbung zwischen den Ganglien an oder vor der Mitte liegend. Die Pedalganglien springen von dem äusseren Theile der Unterseite der Cerebrovisceralganglien hervor, und sind kaum viel grösser als die visceralen. Die Buccalganglien (Taf. VIII. Fig.5) finden sich an der Wurzel der Speiseröhre, sind ziemlich klein, abgeplattet, von rundlicher oder mehr ovaler Form; die Commisssur zwischen ihnen ist von der äussersten Kürze. Das Ganglion giebt von dem inneren Theile der unteren Seite in die Höhe einen Nerv ab, der in kurzem Abstande von der Wurzel ein kleineres, in Form ziemlich variables Ganglion (Gangl. gastro-oesophagale) bildet (Fig. 3 aa). darnach sich gleich dichotomirt: der äussere Zweig schien der Speicheldrüse entlang zurückzugehen. Zwei andere Nerven gehen, der eine vor-, der andere auswärts und lösen sich in 2 bis 3 Zweigen auf, ein vierter trat rückwärts in den Schlundkopf an der Wurzel der Raspelscheide herein (Fig 3).

Das Auge zeigte sich als eine an der Vorderseite etwas plattgedrückte Kugel. deren Längenachse 0.16 Mm. war: die Linse war gelblich, das Pigment schwarz. Das Ohr stimmte in Grösse mit der des Auges ungefähr: es strotzte von Otolithen von einer Länge von 0.007—0.016 Mm.

Die Haut zeigte sich an dem Rücken. den Seiten und dem Fusse und überhaupt wohl überall ohne Spielen: mit einem sehr starken, zähen. faserigen Stroma. Die weissen. festen Knoten an der Oberfläche von dicht zusammengedrängten, stark pigmentirten Bindesubstanzzellen gebildet.

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Bei zurückgezogener Mundröhre war die Länge derselben nur etwas geringer -als die des Schlundkopfes (bis ca. 5.5 Mm. betragend). An der Aussenseite derselben fanden sich mitunter hinten (Taf. VIII. Fig. 4a). mehr oder weniger ausgeprägt, weisse rundliche Punkte, die denen der Innenseite (s. unten) sehr ähnlich waren (vgl. Fig. 6a). Hinten war die Mundröhre weiter. besonders unten, und ringsum mit einem starken Rande hervortretend (Fig. 4. 5): an diesem Rande heften sich fast überall sehr starke (Fig. 4b, 5 b) Retractor-Muskeln, die den Schlundkopf (mit Ausnahme der Mittelpartie oben und unten) von allen Seiten deckten und an denselben durch lose Bindesubstanz und kurze Bänder (aus stark geschlängelten Fasern gebildet) gelöthet waren: hinten an ihrem Aussprunge waren diese Muskeln zum Theil mit den Mm. retractores bulbi zusammengeschmolzen.

Der Schlundkopf (Fig. 4—6) mass (bis an die Spitze der Raspelscheide) 5 (6.5—7)—8 Mnı. oder fast Yıo der Länge des (lebenden) Thieres: die Höhe desselben betrug 4.5—6 Mm.: die Breite 4,6 —5.5 Mm. Die Form des Schlundkopfes ist kurz-birnförmig. vorne abgestutzt: hinten ragt die kurze, starke, am Ende gerundet-abgestutzte Raspelscheide (Fig. 4-6 h) ziemlich stark (bis 0.75 Mm.) mehr oder weniger gegen unten von dem Schlundkopfe hervor. An dem Schlundkopfe zeigten ‚sich die gewöhnlichen zwei, durch eine eireuläre Furche geschiedenen Hanptabtheilungen (Fig- 4 ed): eine vordere. von oben gesehen grössere, mehr gerundete und mehr ebene: eine hintere. an dem Hinterende fast senkrecht abfallende: in der Medianlinie der letzten findet sich auf der Unterseite die gewöhnliche Einsenkung, in welche die Art. bulbi propria hereintritt. hinter derselben ragte wie gewöhnlich die Raspelscheide hervor. An die Verbindungsstelle beider Abtheilungen heften sich an den Seiten die gewöhnlichen (2). an ihrer unteren Insertion zusammen- geschmolzenen Mm. retractores bulbi (Fig. 4e. 5 e). die an ihrem Ursprunge an der Rücken- und an der Seitenwand in der Gegend der Wurzel des ersten lateralen Seitenlappens auch mit den starken, an dem Hinterrande des Mundrohres inserirten Retractoren desselben verbunden sind. Längs der oberen Fläche der hinteren Abtheilung mündet mit weiter Oeffnung die Speiseröhre ein (Fig. 4f, 5, 6f) und an jeder Seite derselben der Gang der Speicheldrüse, welche übrigens einen Theil der hinter der Speiseröhre liegenden Partie des Schlundkopfes deckt (Fig. 48, 5g). An der Raspelscheide schienen 14—18 braungelbe oder kastanien-

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bräunliche, hinten besonders dunkle Reihen von Zahnplatten hindurch. Die (zurückgezogene) Mundröhre zeigt an der Innenseite (Fig. 6a) ziemlich zahlreiche, sehr starke Längsfalten. die am meisten eine ziemlich geringe Anzahl von zerstreuten, stark glänzenden, weissen Flecken tragen: zwischen den gröberen Falten kamen dünnere und kürzere vor. Hinter diesen Falten fand sich eine cireuläre Einschnürung und hinter derselben am meisten wieder einzelne, ganz kurze, grobe Falten, die durch eine Kreisfurche vom Vorderende des Schlundkopfes geschieden waren (Fig. 6b). Die weissen Fleckchen an der Innen- und (s. oben) Aussenseite der Mundröhre waren länglich, wenig erhaben, wie die eigentlich cutanen von dicht zusammengedrängten, rundlichen und länglich-runden Zellen von bis zu 0.04 Mm. Länge gebildet. welche neben dem Kerne einen schmutzig gelblichen Inhalt zeigten. Das Cylinderepithel erreichte eine Höhe von etwa 0.04 Mm. Das Vorderende des Schlundkopfes ragt wie gewöhnlich in den hintersten Theil der Mundröhre als eine niedrige, zusammengedrückte, der Länge nach gespaltene Protuberanz hervor. die besonders oben und unten ganz niedrig, an den Seiten etwas höher war. gegen die Spalte und in derselben mit einer harten Platte von gelblicher Farbe bedeckt: diese Einfassung begrenzte den hohen. schmalen. spaltenförmigen Eingang in die Mundhöhle. Diese Mundspalte (Fig. 21) zeigte somit eine elänzende, gelbliche, harte. ca. 0,75—2 Mm. breite, einwärts schrägende, ihrer Breite nach mehr oder weniger platte oder eonvexe Lippenraspel. die in dieser Weise auch den vordersten Theil der Seitenwände der Mundhöhle bekleidet (Fig. 6 c). Diese Lippenraspel, in Form etwas variabel (Fig. 6 ce, 7). ist gegen oben schmäler; oben durch ein kleines. seitwärts ausgepflücktes Zwischenstück (Fig. 7a) mit dem der anderen Seite verbunden, somit einen geschlossenen Ring bildend: in der unteren Strecke ist sie überall fast von derselben Breite, unten durch ein kleines, doch etwas breiteres Zwischenstück (vgl. Heft VI. Tat. IV. Fig. 33 a) einen Bogen bildend. Die Lippenraspel scheint im Ganzen etwas dicker und gröber als bei den Casellen, sonst aber wie bei diesen aus dicht zusammengedrängten Reihen von hakenförmigen,. gebogenen oder etwas winkeligen,. mitunter etwas verdrehten, aufrecht stehenden, gelblichen oder fast farblosen Stäbchen gebildet (Fig. 8), die sich von Grundflächen von am meisten circa 0,005 Mm. Diameter in eine Höhe von 0.04—0.07 Mm. (in senkrechter Linie) erheben. In der Spitze zeisien sich (die Stäbchen meistens abgerundet oder leicht zugespitzt, mitunter (Heft VI. Tab. IV. Fig. 32) auch 2 oder 3 gelappt (Fig. 32 b): mitunter wurde ein kleines, wie abgeschnürtes Basalstück gesehen (Fig. 32 a). Die Struceturverhältnisse scheinen im Ganzen wie bei den Casellen zu sein. Die Mundhöhle ist ziemlich kurz und schmal. besonders oben: nur die obere Wand selbst ist etwas breiter, von der gewöhnlichen, sich in die Speiseröhre fortsetzenden Längenfurche ausgepflügt, mit starker, fast farbenloser Cutieula überzogen. die vorne besonders verdickt ist und sich mit dem oberen Ende der Lippenraspel verbindet. Die untere Wand ist breiter. Die Seitenwände zeigen vorne die gelbe, schillernde, in dem schmalen Hinterrande dunklere Lippenraspel. gegen hinten durch einen hinüberfallenden, weisslichen. schmalen (Cntieular-)Rand begrenzt: hinter diesem zeigt sich die Backenwand mit einigen hinterwärts tieferen Längsfurchen (Fig. 6d). Die Mundhöhle ist mit einem starken Epithele und einer geschichteten, dieken. schwach gelblichen Cuticula ausgekleidet; eine Fortsetzung derselben bildet den weisslichen Rand hinter der Lippenraspel. Die Mundhöhle war, besonders hinten, fast ganz von der Zunge ausgefüllt. Die Zunge (Fig. 6e, T. IX. Fig. 1) ist kurz und breit. meistens ziemlich plattgedrückt, an der oberen Fläche vorne leicht gewölbt, sonst mit der bei den mehr typischen Doriden gewöhnlichen (schmäleren oder weiteren) Einsenkung: die Unterseite der Zunge war sehr kurz. bildete einen schwachen medianen Kiel, der vorne oft in eine kurze Spitze hervorschoss. - Die Raspel war breit, deckte zum grössten Theil oder ganz das Vorderende (Fig. 6, 1) der Zunge und den Rücken (Fig. 6, 1). Die Raspel enthielt 50—54 Zahnplattenreihen, von denen etwa 10—20 vor der Einsenkung liegen. Innerhalb der Raspelscheide finden sich noch 41—45 entwickelte Zahnplattenreihen, und hinter denselben noch 4 unentwickelte: die Totalanzahl derselben erhob sich somit zu 99— 103; nur bei

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dem von Dr. Graeffe gefischten Individuum betrug die Anzahl 51. Es kamen keine mediane Zahnplatten vor. Die vorderen 15—20 Zahnplattenreihen waren sehr unvollständig, und die Zahnplatten derselben sehr oft gebrochen (Fig. 17); die fünfte Reihe hielt noch nur 30—50 Zahnplatten an jeder Seite. Mitten an dem Zungenrücken oder noch weiter gegen vorne wurden jederseits 88—94 Zahnplatten gezählt; hinten in der Einsenkung und in der Scheide stieg die Zahl auf 102-114: nur bei dem erwähnten Individuum aus den Samoa-Inseln wuchs die Anzahl nur bis 95—96. Die Zahnplatten (Fig. 9-- 19) waren hell horngelh. bestanden aus einem zusammengedrückten Grundstücke und einer davon fast senkrecht emporsteigenden Hakenpartie. die oben allmählich gegen hinten gekrümmt war: an der Innenseite derselben fand sich ein flügelartiger Ausbau (Fig. 10a, 11. 12). Die äusserste oder die zwei äussersten Zahnplatten waren von sehr variabler Form (Fig. 16, 15). Die Grösse der Zahnplatten (besonders der Hakenpartie derselben) nahm von der innersten ab, aber nur langsam und unbedeutend, bis etwa an oder über die Mitte der Zahnreihen zu: darnach wurde die Grösse nach und nach wieder geringer und fiel nur in mehr bedenutendem Grade in dem äussersten Theile der Raspel (Fig. 18). Der Basaltheil der innersten Zahnplatten (hinter der Mitte der Raspel, etwa der der 40sten Reihe) mass ca. 0.09 Mm.: die Länge stieg auswärts bis 0.11 Mm.; die äusserste Platte hielt 0.054—0.04 Mm. in Länge. die nächste 0,05. die folgende 0,06. die fünfte 0.08. die zwölfte 0,1 Mm. Die Länge des Hakens war der des Basaltheiles fast gleich, nur an den äussersten Zahnplatten (Fig. 15) nahm die Hakenpartie weniger in Grösse als der Basaltheil ab. Die Grösse der Zahnplatten nahm nur unbedeutend hinterwärts durch die Folge der Reihen zu. In der Raspelscheide (Fig. 20) fanden sich, wie oben angeführt. 45—49 Reihen, von denen die vier hintersten nur farbenlose Zalmplatten enthielten. die 15—17 nächst folgenden waren besonders stark gelb: nur bei dem Samoa-Individuum war die Anzahl im Ganzen viel geringer. “Bei keinem der (5) untersuchten Individuen kamen Doppelzahnplatten vor (dagegen fanden sich solche an der Var. (p. 54 Anm.1). In der Pulpe fanden sich die gewöhnlichen grossen Zellen und reihegeordneten Zellen (denjenigen ähnlich, welche bei den Plenrophyllidien nachgewiesen sind). ®)

Die Speicheldrüsen (Fig. 23. 428, 5 gg) zeigen sich als ein Paar von plattgedrückten, etwas geschlängelten. gelblichweissen Organen, die vorne (Fig. 23 aa) allmählich verschmälert in den ziemlich kurzen, die Oberfläche des Schlnndkopfes neben dem Speiserohre sehr schief durchbohrenden Gang (Heft VI. Taf. IV. Fig. 30 a) übergehen. Sie erstrecken sich hinterwärts längs der Speiseröhre und treten mit derselben zwischen der Leber und der Schleimdrüsenmasse hinein. oder an die Vorderfläche der Schleimdrüse hinüber, an dem einen oder anderen dieser Organe angelöthet. Mit dem etwas verschmälerten Hinterende war jede Speicheldrüse mit der anderen gleichsam schlingenartig verbunden (Fig. 23 b): es fand sich aber hier nie eine wirkliche Verschmelzung. nur eine Anlöthung der Organe. Die Länge der Drüsen betrug 9—11 Mm., nur bei dem einen Individuum waren sie bedeutend kürzer, indem die Drüsen hier eine kurze Strecke hinter dem Schlundkopfe und der Raspelscheide endigten. Die Oberfläche der Drüse (Fig. 30) zeigt zahlreiche Knotenbildungen: die Wände sind ziemlich dick.

Die Speiseröhre (Taf. VIIL. Fig. 4 f, 5, 6 f) ist ziemlich (12—18 Mm.) lang und weit. Sie steigt horizontal, nur etwas hinunter schrägend, zurück, an der linken Seite und theilweise unterhalb der appendieulären Genitaldrüse, darnach (mitunter und in etwa der Hälfte seiner Länge von der Kniebeugung des Darmes bedeckt) zwischen der Schleimdrüsenmasse und der Leber hinein, dann zwischen den beiden Hälften des Vorderendes dieser letzten. und endlich in der letzten Strecke (von 1,5—2 Mm.) die Leber durchbohrend (Taf. IX. Fig. 2a, 3a). Die Schlundöffnung der Speiseröhre ist weit; die mittlere Strecke des Oesophagus mitunter etwas erweitert (Fig. 2. 3). das Hinterende trichterförmig mit weiter Oeffnung

') Vgl. meine Bidr. til en Monogr. af Pleurophyllidierne. 1. c. p. 326. Taf. VII. f. 23.

3)

(in den (Fig. 3) Magen übergehend. Die Innenwand der Speiseröhre zeigt starke, zum grossen Theile ihrer ganzen Länge nach continuirliche Falten, die an der Cardia scharf enden (Fig. 3). Der Magen (Fig. 2, 5) ist ziemlich klein, einen rundlichen Sack von etwa 2—3,5 Mm. Diameter bildend: die linke und untere Wand desselben zeigt mehrere starke, von der Gegend unterhalb des Pylorus eradirende Falten (Fig. 3). Vorne in dem Magen zeigte sich die ziemlich weite Cardia-Oeffnung. an der oberen Wand links der sehr weite Pylorus. Mehrere grosse’ Gallenöffnungen kommen an der Magenwand vor: vorne findet sich links eine oben neben der Cardia, und unten. wenig mehr rückwärts. eine: neben dem Pylorus liegt eine weite Oeffnung (Fig. 3) und hinten eine sehr weite: an der unteren Wand finden sich rechts gewöhnlich noch eine bis zwei Oeffnungen. Die Wände des Magens sind innig mit der Lebersubstanz verbunden. Die Höhle desselben (sowie die der Speiseröhre und des Darms) enthielt sewöhnlich eine unbestimmbare thierische Masse, mit einer kleinen Menge von vegetabilischer mitunter vermischt. Der Darm steigt von dem Magen in eine Grube an der Oberfläche der Leber unmittelbar hinauf (Fig. 3 b), beugt dann vorwärts, in einer seichten Furche links in dem Oberrande der linken Hälfte der Leber- Geschlechtsdrüsenmasse eingelagert, steigt mitunter vor derselben etwas hinunter (Fig. 24 bc): bildet eine Kniebeugung, die mitunter an das Hinterende des Schlundkopfes links stösst. und die an oder auf der Speiseröhre ruht: darnach geht der Darm rückwärts, längs der rechten Seite der vorigen Strecke, neben der Aorta anterior in einer Furche an dem Rande der rechten Hälfte derselben Drüsenmasse ruhend. bis er (in der Gegend an oder vor dem vordersten Theile des vierten Fünftels der genannten grossen Eingeweidemasse) mehr oder weniger plötzlich gegen die Mittellinie umbiegt, und von hier ab wieder senkrecht an die Analpapille hinaufsteigt (Taf. VIII. Fig. 2b). Die ganze Länge des Darmes (bis an die Analpapille) betrug 30.—55, (wenn leer) 40—45 Mm. Der Anfang des Intestinums ist weit (Fig. 5). der ganze Theil etwas umgekehrt- trichterförmig; vorwärts verschmälert er sich, war an der Kniebeugung immer (Fig. 24 b) weiter, und in der übrigen Strecke rückwärts wieder etwas (Fig. 24c) verschmälert. (Bei dem einen Individuum war die vorwärts- sowie die rückwärtsgehende Darmstrecke an je einer Stelle sehr stark ballonartig aufgetrieben). In dem Pylorustheile des Darmes, der von dem Magen scharf geschieden ist, kommen sehr starke Falten vor, die besonders links sehr stark sind (Fig. 3) und unten eine hervorspringende Scheidewand (Fig. 22) bilden, die die Cardia von einer grossen Gallenöffnung fast absperrt. Die meisten Falten setzen sich durch das Intestinum adscendens und weiter fort, hier und da langgestreckte Maschenbildungen hervorbringend. Auch durch das Rectum setzen sich einige der gröberen und mehrere feinere Falten des Intestinum descendens fort.

Die von der Geschlechtsdrüse mehr oder weniger und hauptsächlich an der oberen Fläche überzogene Leber füllt den grössten Theil der Eingeweidehöhle Sie hatte eine Länge von 16—22 Mm. bei einer Höhe von 7--10 und einer Breite von eben auch 7—-10 Mm. Das Vorderende der Leber ist geklüftet, die linke Hälfte viel länger als die rechte, die also von der anderen stark überragt wird. Wo die Leber an der Oberfläche hinaustrat, zeigte sie theils eine grünlich blaugraue, theils eine bräunliche Farbe; an Durchschnitten war die Lebermasse immer stark grün. Dieselbe zeigt sich von kleinen. mit einander communieirenden Hohlräumehen durchzogen, die hauptsächlich in einen längsgehenden Hauptgallengang einmünden, welcher sich in dem Hinterende des Magens öffnet (Fig. 2 c); an der Wand dieses Ganges kommen viele kleine und mehrere grosse Oeffnungen vor (Fig.3). Die Oeffnung, die oben in den Magen und neben der Cardia in die Leber hineinführt, leitet mitunter in eine kugelförmige Höhle, die sich bei zwei Individuen sehr deutlich (Fig. 3) an der Innenseite des linken Vorderlappens der Leber oberhalb der Speiseröhre zeichnete. Die anderen in den Magen einmündenden Lebergänge (Fig. 3) sind kürzer und weniger verzweigt. Die Structurverhältnisse der Leber sind wie sonst gewöhnlich.

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Die Pericardiallacune war von 6—9 Mm. Länge. von einer Breite von 7—8,5 Mm. Das Herz ist von gewöhnlicher Form und Grösse. Die Vorkammer ist. wenn contrahirt. ziemlich diekwandig: die hintersten Theile der Seitenpartien derselben wurden von den bandförmigen, starken Mm. retractores branchiarum longi mitunter verdeckt. Die Kammer ist kräftig (von etwa 2,5—3.5 Mm. Länge), diekwandig, gelblich. Die venöse Oeffnung derselben zeigt sich als eine weite Querspalte mit zwei deutlichen Klappen mit sehr starken Habenae: die arterielle war viel kleiner, mehr rundlich. Die Arterienverbreitung war wie bei den typischen Doriden. Die grosse zu den Kiemen (Sinus eireul. branch.) gehende Vene (V. cava) erstreckt sich, wie gewöhnlich, oberhalb des hinteren Gallenganges der ganzen Länge dieses entlang (Fig. 3). An queren Schnitten eines Rückenlappens zeigten sich keine deutlichen Gefässöffnungen, und die Falten an der Unterseite der Lappen schienen nur Hautfalten zu sein.

Die an dem Rücken des lebenden Thieres sehr deutlich wahrnehmbaren Herzschläge betrugen nach Semper 60—70 in der Minute.

Die Nierenspritze ist von gelblichweisser Farbe, 1.5—1.75—2 Mm. lang, kurz-birnförmig, mit dem Grunde in die rechte Ecke der Pericardiallacune neben oder unterhalb des rechten Zipfels der Vorkammer mit einer runden oder länglich-runden Oeffnung einmündend: innerhalb der Mündung zeigten die Falten der Innenseite des Organs sich schon deutlich. Die